Alte Verhaltensweisen?

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Ich spürte, wie mich jemand an den Schultern packte und zurückzog. Zayn Black! "Was ist mit dir los?", rief er wie Dad, wenn er wütend war.

Erst jetzt bemerkte ich, was sich für eine große Menschenmenge um Tristan, Zayn und mich versammelt hatte. Die meisten starrten mich offenem Munde an oder fuhren sich entsetzt durch das Haar oder Gesicht. Mist. Viele aus der Alhambra hatten alles mitgefilmt. Scheiße, morgen würde es in den A-News stehen und in Social Media würde das Video seine Runde machen. Das wusste ich jetzt schon.

"Jo!" Zayn rüttelte an meinen Schultern und trat vor mich.

Aber ich wollte ihn gar nicht ansehen. Ich genoss es, wie der Rugby Captain auf dem Boden war und wie die Mädels ihn betatschten und anhimmelten, die zu ihm gerannt kamen. Jeder würde mit ihm zusammen sein wollen - außer ich.

Tristan stand auf und ging mit schnellen Schritten auf mich zu. Aber Zayn reagierte wie ein Raubtier. Er war hellwach und seine tiefbraunen Augen starrten Tristan bedrohlich an. Zayn's Hand war gegen Tristan's Brust gestemmt. Tristan funkelte mich noch einmal böse an und dann ging er mit rauchendem Kopf in die Menschenmenge, die er beiseite schupste.

"Was zur Hölle ist mit dir passiert?" Er sprach immer noch in seinem strengen Ton und schob mich dann ins Relexed. "Warum küsste er dich?" Zayn presste diesen Satz schwer heraus. Das war sein großer - Bruder - Instinkt. Zayn war mein großer Bruder und hatte für mich, seine kleine Schwester, einen Beschützerinstinkt entwickelt, obwohl ich auf mich selbst aufpassen konnte.

"Keine Ahnung, er tat es einfach. Ich hasse diesen Jungen! Er sagte, er wolle der Erste sein, der Jolina Lockwood küsste!" Meine Wut hatte sich nicht verringert und ich wäre jede Sekunde bereit ihm noch eine zu verpassen! Ich weiß nicht, was mich dazu bewegte mich in Zan's Armen zu legen. Er strich mir über's Haar und seine starken Oberarme hielten mich ganz fest. "Ich habe mir meinen ersten Kuss anders vorgestellt", gab ich leise flüsternd zu. Er schwieg darauf und ich merkte, wie sich sein Körper anspannte.

Er ließ mich los und sagte lachend: "Dem hast du aber eine harte Ohrfeige verpasst Jo!"

Ich zuckte mit den Schultern. Mein Gesicht war ausdruckslos. "Es war nur eine leichte."

"Eine leichte?", rief er fassungslos mit weit aufgerissenen Augen. "Als ich Kaffee nachbestellte und darauf wartete, sah ich aus dem Fenster, wie du ihm am Kragen gepackt hast und ihn dann so stark an der Wange getroffen hast, dass er umfiel! Und das nennst du leicht?"

Ich nickte und musste dann auch loslachen. Das war mein großer Bruder der Northider Zayn Black, wie ich ihn kannte.

"Wie hast du es überhaupt hinbekommen stärker, als er zu sein? Das ist für eine wie dich mit 14 Jahren unmöglich!"

"Für eine wie mich? Wie denkst du denn über mich Zayni?", neckte ich ihn und lächelte. Anscheinend war es nicht unmölich. Aber eine richtige Antwort wusste ich darauf auch nicht. Es war irgendwie unerklärlich, so wie alles, was mir in letzter Zeit passierte.

Zayn nahm mich kurz wie einen Kumpel in den Schwitzkasten und wuschelte mir durch's Haar. Dann legte er seinen Arm um mich und wir liefen lachend zu unserem Stammtisch.

Betty, Henry, Amy und Freya schauten auf.

"Jo, was ist passiert? Fast das ganze Relexed stand auf und lief zu den Fenstern!", rief Betty euphorisch.

"Sei froh, dass du nicht sein Ohr getroffen hast! Da hätte gleich sein Trommelfeld platzten können!" Klar, das Freya das sagte.

Amy's Augen funkelten und sie grinste schelmisch. "So macht man das Jo!" Ihre Stimme wechselte ins Hohe: "Aber, oh mein Gott, Tristan Wellington, der Captain küsste dich! Wie war es?"

Ich setzte mich und wusste darauf keine Antwort. "Ich hasse ihn!", sagte ich trotzig.

"Oooooh!", machte Amy, um mich zu ärgern.

Aber ich ließ mich nicht provozieren. Den Gefallen tat ich ihr nicht. Stattdessen sagte ich: "Reden wir über was anderes."

"Ähm, okay." Amy versuchte sich zusammenreißen und überschlug ihre Beine, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Sie war viel zu aufgeregt, wegen dem was geschah, oder sie war eifersüchtig. Bei Amy wusste man nie. Sie war eine genauso gute Schauspielrin wie ich. "Meine Mum verhält sich in letzter Zeit echt komisch."

"Echt? Deine Mum?", fragte Henry mit Zweifel in der Stimme. Immerhin war es die Richterin Miss Sterling.

Amy nickte. "Ja, es ist so, als ob sie irgendwo anders ist. Sie ist gar nicht bei der Sache. Total abgelenkt und sie lächelt immer so hässlich, als ob sie mich anlügen würde." Der Chip, der in ihrem Mund verschwand, knackste laut auf.

"Hm", machte ich. "Hast du sie schon gefragt?"

"Wir reden kaum. Ihr wisst ja wie sie ist. Aber darauf hab ich sie echt schon oft angesprochen, aber ständig weicht sie meinen Fragen aus oder lügt mir ins Gesicht."

Mein Handy klingelte. Ich stöhnte und verdrehte meine Augen. Ich wusste schon wer es war. Dad.

"Wo bist du?" Das war der Kontroll - Ton von Dad.

"Im Relexed", antwortete ich schroff.

"Aha, warum hast du das nicht gesagt?"

"Weil ich keine Lust habe dir jeder meiner Schritte zu dokumentieren!"

"Nicht in diesem Ton!" Er versuchte ruhig zu klingen. Was war bloß mit ihm los?

Ich stöhnte und fragte genervt: "Fertig?"

"Dir ist klar, dass es in 15 Minuten 19 Uhr ist, oder?"

Mist. "Ja, ich weiß", log ich und tat schon meinen Geldbeutel in die Jackentasche.

"An deiner Stelle täte ich mich beeilen."

"Wie Sie wünschen", sagte ich motzig und legte auf.

"Wer war das?", fragte Henry und sie schauten alle von ihren Gesprächen auf.

"Dad, und ja Amy ich versteh dich. Dad ist auch merkwürdig." Ich stand auf verließ das Relexed.

Als ich draußen war, hörte ich durch das offene Fenster des Cafés, wie Amy sagte: "Findet ihr auch das Jo irgendwie anders ist?"

Diese Lästertante! Ich spitze meine Ohren und stellte mich darunter.

"Ja, schon irgendwie." Das war Freya's Stimme. "Auch schon vor dem Tod von Ivana war Jo so."

Ich dachte für einen kurzen Moment, dass ich keine Luft mehr bekommen würde.

"Ja, und jetzt ist sie so... trotzig irgendwie." Ich hörte sogar von hier aus, wie schwer es Henry fiel, das zu sagen. Und ich glaubte mir einzubilden sein klopfendes Herz zu hören. "Und dann die Aktion von gerade."

"Ihre Mum ist jetzt seit vier Jahr tot", sagte Amy.

Ich fasste mir an mein schmerzendes Herz, das viel zu schnell schlug. Wie konnte sie es nur so leicht über ihre Lippen bringen?

"Amy! Wie kannst du das einfach so sagen?", zischte Betty leise, sodass ich es kaum verstand.

"Weil es die Realität ist", antwortete Amy ohne Reue.

Ich wollte das nicht mehr hören, aber blieb trotzdem stehen.

Amy fuhr fort: "Bevor das geschah, war sie aber auch so."

"Ja schon. Sie war so wie jetzt, bloß verstärkt", gab Freya kleinlaut zu. "Damals habt ihr über andere gelästert und hattet so viele Zickenkriege mit Mädels aus der Alhmbra. Okay, ich war auch nicht unschuldig, aber es waren besonders du, Betty und Jo."

Mit Du war Amy gemeint. Aber es stimmte. Wenn Jolina Lockwood diese Person nicht mochte, dann mochte die ganze Alhambra sie nicht. Keine Ahnung, warum ich damals so war, aber es gefiel mir sehr. Wurde ich wirklich so wie früher? Mir gefiehl die neue Jolina nicht. Ich war so lieb und nett. War ich das wirklich? Vielleicht war es einfach meine Natur egoistisch und selbstverliebt zu sein. Ich vermisste das selbstverliebte It-Girl.

Der Rubin gegen den Smaragd Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt