Ich saß auf einer Bank im riesigen Haddingtongarten. Das Anwesen war so groß, wie was weiß ich, wie viele Fußballfelder. Es gab einen breiten Schlosssee mit Schwänen und ein riesiges Labyrinth aus Hecken. Sonst bestand alles hauptsächlich aus Wiesen oder gezüchteten Bäumen und Büschen. Es war noch Morgens und die kalte Morgenluft peitschte mir ins Gesicht. Ich brauchte Zeit für mich, um alles was gerade mit mir und um mich herum geschah, zu verarbeiten. Es waren ein paar Tage nach meiner Verwandlung vergangen. Jetzt waren Weihnachtsferien. Ich führte eine Strichliste in meinem Tagebuch, wann sich die Verwandlung wiederholen würde. In zirka drei einhalb Wochen. Auch wenn die Schmerzen unerträglich waren, war das Fliegen in der Abendsonne wunderschön. Ich konnte das Gefühl zu fliegen gar nicht in Worte fassen. Aber es war nicht nur das Fliegen. Sondern auch mein Instinkt und meine Wahrnehmung der Dinge. Ich hatte alles viel klarer und deutlicher gesehen und gehört. So wie die Welt in Wirklichkeit war.
Und the portal of the dead musste ich nur jedes Jahr einmal verschließen. Aber die Angst von meinen Schmerzen blieb. Ich hatte während der Verwandlung gar nicht richtig realisieren können, was eigentlich mit meinem Körper geschah. Ich hatte es nicht richtig begriffen, weil ich wegen der Schmerzen nicht in der Lage war, klar zu denken. Ich wollte mich auch nicht daran erinnern.
Ich seufzte und nahm meine Halskette ab. Ich fuhr über den silbernen Schlüssel mit dem kleinen Smaragd. Mit meinem Tagebuch mein wertvollster Besitz. Ich schloss mein Tagebuch auf.
Liebes Tagebuch,
ich nahm die Gestalt des Raben ein. Meines zweiten Wesens...
The portal of the dead ist verschlossen und ich bin seit langem endlich wieder stolz auf mich.
Aber Grace ist immer noch da draußen. Ich weiß nicht, wer sie ist oder was sie gemacht hat. Aber eins kann ich sagen: Alle haben schreckliche Angst vor ihr. Sie ist der Rabe mit den rubinroten Augen, der mich verfolgt! Und sie hat mir den Brief überreicht! Aber niemand weiß warum. Aus Spaß sicherlich nicht, denn Mr Haddington sagt, Grace macht nichts umsonst. Sie ist es auch gewesen, die mich erpresst hat. Und leider ist ihr das auch gelungen. Sie weiß jetzt, wo das Haddingtonbuch ist, denn in dem Erpresserbrief schrieb sie, dass mir überall hin folgt. Also war sie auch in dem Besprechungssaal, als Mr Haddington die Wachen für das Haddingtonbuch aufgestellt hat. Ich sah einen kurzen Schatten am Fenster. Sie ist es gewesen! Auch wenn ich anfangs Zweifel hatte und mir dachte, dass ich mir das nur einbilde. Aber sie war es!
Das Haddingtonbuch ist in Mr Haddington's Büro in der alten kleinen Türe, die mir damals schon aufgefallen ist.
Jetzt kann sie ihre Menschengestalt annehmen...
Und ich kann nichts dagegen unternehmen, denn sonst würde sie allen Menschen die ich liebe etwas antun. Was soll ich bloß tun?
Mein Handy klingelte.
Ich nahm ab. Es war Amy.
"Hey, was gibts?", fragte ich.
"Hey, was gibts? Hey, was gibts? Ist das dein Ernst Jo? Du bist so falsch!"
"Was ist mit dir?", fragte ich besorgt, aber gleichzeitig auch wütend für ihre Anschuldigung und ihr Geschrei.
"Du hast mir versprochen, dass du gestern kommen würdest!" Sie weinte.
Scheiße. Mir wäre fast mein Handy aus der Hand gefallen. Ich hatte tatsächlich vergessen, Amy beizustehen! Wenn sie ihrer Mum sagte, dass sie mit dem tanzen aufhören wollte. "Es... es tut mir so Leid", stammelte ich.
"Das ist keine Entschuldigung! Weißt du eigentlich wie verdammt wichtig das für mich ist?" Sie versuchte ihr Weinen zu unterdrücken, doch ihr gelang das nicht.
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Der Rubin gegen den Smaragd
FantasíaDiese Geschichte handelt von einem beliebten Mädchen in ihrer Kleinstadt Cursetown. Jolina Lockwood, die mit einer außergewöhnlichen Schönheit beschenkt wurde. Ihr Leben stellt sich völlig auf den Kopf, als ihre Mum bei einem Autounfall ums Leben ko...
