Liebes Tagebuch,
Ich kenne die ganze Wahrheit. Über Grace Lockwood und ihren Freund Gilian Haddington. Sie ist abgrundtief böse und will Rache! Sie ist hier und will Menschengestalt annehmen! Ich habe das ungute Gefühl, das ich beobachtet werde. Von ihr.
Aber das schlimmste ist: Grace ist meine Doppelgängerin und die Mörderin von Mum! Es ist so, als wäre Mum noch einmal gestorben. Das ich den wahren Grund kenne, tut weh. Meine Doppelgängerin, die erschreckender Weiße auch noch von der gleichen Art war wie ich, hatte das Leben meiner Mum einfach so beendet, weil sie sich damals mit Gilian durch the portal of the dead kämpfte.
Das zu schreiben ist das schwerste, das ich jemals auf ein Blatt Papier schrieb. Meine Hand ist verkrampft und deine Seite von meinen Tränen geschmückt.
Dad hat gesagt, dass Grace und ihrer Liebe nicht mehr viel Zeit blieb auf der Erde zu sein. Sie sah Mum, wie sie nach Hause ging. Schließlich tötete Grace Mum. Einfach so. Aus Spaß. Kein Grund. Wenn sie nicht wäre, wäre Mum nicht tot. Sie wäre bei mir. Aber was geschehen ist, ist geschehen.
Grace wird dafür büßen... Das schwöre ich bei meinem Leben...
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Mit zerknirschten Zähnen saß ich an der langen Tafel. Es waren ein paar Tage vergangen und nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Ich saß meistens in meinem Turmgemach auf meiner Fensterbank und starrte einfach nur nach draußen. Ich dachte über Grace und Mum nach. Es bereitete mir Schmerz zu, das unsere Familie nicht den wahren Grund kannte. Es war so, als wäre Mum noch einmal gestorben. Ich schwieg und verkroch mich in meinem Turmgemach. Dad hatte schon mit mir geredet. Aber was sollte ich machen, wenn ich wusste, dass ich mein ganzes Leben lang geglaubt hatte, dass Mum bei einem Autounfall ums Leben gekommen war? Mein Hass zu meiner Doppelgängerin wuchs mit jeder Sekunde.
"Willst du denn nichts essen Jolina?", fragte Dad besorgt.
Ich nahm zwanghaft einen Schluck von meinem heißgeliebten Eistee, den meine Zunge nicht richtig schmeckte und einen Bissen von meinem Pancake. Plötzlich spürte ich etwas, was kein Pancaketeig war. Ich fasste mir in den Mund und holte etwas heraus. Alle sahen mich verstört an. Vor allem Mr Haddington, der sehr auf Manieren achtete.
Es war ein kleiner zusammengerollter Zettel. Ich wunderte mich, aber entfaltete ihn trotzdem. Ich versuchte die kleine zerkrakelte Schrift zu entziffern, die mir bekannt vorkam.
Ich bin wieder da. Kommt in den Schlossgarten. -G
Ich stockte. Ich hatte das Gefühl die Luft wurde mir abgeschnitten. G. Grace.
"Was ist das Miss Lockwood?", fragte Mr Haddington.
Ich gab ihm den kleinen Zettel, an dem noch Teig hing.
Mr Haddington las ihn mit weit aufgerissenen Augen. Er wurde bleich und verschluckte sie an seiner eigenen Spuke.
Dad riss es ihm aus der Hand und las den kleinen Zettel ebenfalls.
"Wir müssen los!", sagte Mr Haddington aufgebracht.
Mr Haddington, Dad und ich fuhren hoch und rannten zum Ausgang. Aus dem Augenwinkel sah ich noch wie Mrs Xara Haddington hysterisch aufsprang und sofort drei Bodyguards an ihre Seite traten.
Wir rannten zuerst in den Arbeitsaal von Mr Haddington.
Unsere Herzen blieben fast stehen, als wir ankamen. Die kleine alte Türe in der Wand des Arbeitsaals stand offen! Die Wachen lagen am Boden.
Sie waren tot...
Mr Haddington und Dad sprinteten durch die kleine Türe. Ich hörte sie fluchen.
Sie stolperten heraus. Aber ohne das Haddingtonbuch.
"Sie ist stark. Stärker, als wir es für möglich gehalten haben!", brüllte Mr Haddington verzweifelt.
Ich konnte gar nicht klar denken und starrte die zwei leblosen Körper vor mir an. Ich gefror zu Eis und wusste nicht einmal, was ich dachte, bis Dad mich am Ärmel packte und mich weiter zerrte.
Jetzt sprinteten wir zu den Treppen, die in den Keller der Forschungen führten. Ich stolperte fast und hielt mich noch schnell am Geländer fest.
Wir gelangten an eine Tür, die ich zuvor noch nie gesehen hatte.
"Was ist da drin?", fragte ich.
"Dort werden die Tränke gebraucht", antwortet Dad.
Ich schnappte nach Luft. Mist, Grace hatte doch nicht den Trank gebraut, der ihr Menschengestalt verlieh? - Aber ich wusste die Antwort schon längst. Ich wollte es nicht glauben.
Mr Haddington drückte die Klinke nach unten. "Es ist nicht abgeschlossen!"
Langsam traten wir ein. Der Raum war groß und sah ein bisschen wie unser Chemieraum in der Alhambra aus. Bloß das dieser hier viel größer war. Er hatte spezielle Geräte und mehr Ausrüstung, als es sich die Alhambra erträumen könnte. Es war tausendmal professioneller - und teurer.
Ein Tisch war unaufgeräumt. Dad und Mr Haddington stürzten sich auf ihn und untersuchten die Gefäße.
"Grace hat es geschafft Menschengestalt anzunehmen", sagte Dad trocken.
"Scheiße." Ich fuhr mir durch die Haare. "Aber wir müssen in den Schlossgarten." Wir hatten doch keine Wahl.
"Ja, Grace ist viel zu stark. Wer weiß was sie anrichtet, wenn wir ihr nicht gehorchen", sagte Mr Haddington mit entschlossener Mine und ängstlichen Augen, was mich ziemlich überraschte und mich nur noch mehr fürchten ließ. "Wir holen uns Wachen. Als Verteidigung", sagte Mr Haddington, während er zum vordersten Pult ging. Er drückte auf den Tisch und eine Klappe öffnete sich. Ein Mikrofon kam zum Vorschein. "Alle Wachen versammeln sich im Schlossgarten. Grace Lockwood hat ihre Menschengestalt angenommen. Ich wiederhole: Alle Wachen versammeln sich im Schlossgarten", brüllte er aus Leibeskräften in das Mikrofon.
"Los kommt!" Dad raste vorne weg.
Wir folgten ihm mit einem schmerzenden Gedanken: Sie ist wieder da...
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Der Rubin gegen den Smaragd
FantasyDiese Geschichte handelt von einem beliebten Mädchen in ihrer Kleinstadt Cursetown. Jolina Lockwood, die mit einer außergewöhnlichen Schönheit beschenkt wurde. Ihr Leben stellt sich völlig auf den Kopf, als ihre Mum bei einem Autounfall ums Leben ko...
