„Annabella."
Er sah mir ernst in die Augen, damit ich ihm genau zuhörte und ich wollte. Ich wollte wissen, was er jetzt zu sagen hatte, weil sich wieder Hoffnung in mir breit machte, was mich gleichzeitig wieder wütend machte.
„Stell nie infrage, was du mir wert bist, ok? Nie", flüsterte er sanft und gleichzeitig ernst. Ich runzelte zornig die Stirn und kreiste meine Hände in seinen Griffen. Ich wollte nicht mehr sowas hören, was mich wieder würde schwach machen können. Ich brauchte eine Erklärung. Bevor ich jedoch etwas erwidern konnte, kam er mir zuvor.
„Ich rede jetzt und du hörst nur zu."
„Es gibt nichts me-"
„Schhhh", zischte er nah an meinem Gesicht und drängte mich enger an die Wand, um mein Zappeln zu kontrollieren. Das Pressen seines prächtigen Körpers an meinem zwang mich ruhig zu bleiben und machte uns beide irgendwie verrückt.
„Das alles da drinnen", fing er langsam an, als wolle er sichergehen, dass ich wirklich zuhörte.
„War nur eine Show. Ich habe n-"
„Boss, er sucht Sie", kam Azat von der Seite angerannt bevor Arian zu Ende sprechen konnte.
„Sie sollten schnell wieder rein."
Azat zeigte schwer atmend und aufgebracht hinter sich und schüttelte seinen Kopf, was Arian unruhig machte. Ruckartig schaute er wieder mich an und wollte ganz schnell beenden, was er mir sagen wollte, wobei ich das, was er bereits gesagt hatte, nicht realisieren konnte. Eine Show?
„Arian?"
Sofort stoppte er in seinem Vorhaben und schloss ertappt seine Augen, als Georgios' Stimme auftauchte.
„Was machst du hier...so versteckt?"
Verwirrt und überladen mit zu vielen Gedanken und rasendem Herzen schaute ich zur Seite, wo Georgios mit misstrauischem Blick auf uns zukam und kurz zu Azat aufguckte, der wieder seine starre und emotionslose Haltung eingenommen hatte. Wie auf Knopfdruck.
„Nichts Georgios", brummte Arian und als ich wieder zu ihm blickte, schockierte mich sein plötzlicher, distanzierter und wütender Blick, der sich in mein Innerstes bohrte. Er sah mich so an, als würde er mich umbringen wollen, obwohl eben noch die Qual unseres Trennens und meines Schmerzens in seinen Augen geschimmert hatte. Eine Show!
„Ich will ihr nur klar machen, dass ich es nicht zulasse, wenn jemand etwas gegen dich sagt. Sie soll nur wissen, dass ich sie das nächste Mal nicht einfach so heil gehen lasse."
Gewaltsam ließ er meine Hände los und trat von mir zurück, sodass ich auf meinem Absatz umknickte und zu Boden fiel und mit rasendem Atem versuchte diese Demütigung und Arians Verhalten auszuhalten. Mir war mehr als klar, dass das auf jeden Fall nur gespielt war.
„Wundervoll", hörte ich Georgios lachen, während ich mich an der Wand stützend wieder aufrecht hinstellen wollte aber der Schmerz in meinem Knöchel es nicht zuließ.
„Azat kann sich ja jetzt um sie kümmern. Diese Göre hat es verdient hier am Boden zu liegen. Komm du mit."
Georgios schwang einen Arm um Arians Schultern und gab mir sein stolzes Grinsen, das meine Wut wieder aufkommen ließ, doch viel mehr beschäftigte mich Arian, der mich absichtlich nicht betrachtete und seine Fäuste ballte.
Eine Show. Eine Show. Eine verdammte Show.
Als sie sich umdrehten und wieder zurück gingen, starrte ich, unfähig etwas zu sagen oder mich zu rühren, auf Arians sich entfernenden Rücken und wusste nicht, was ich glauben oder fühlen sollte. Natürlich füllte sich mein Herz mit unglaublicher Hoffnung. Schnell schaute ich zu Azat auf und sah ihn fragend an, wobei ich das Chaos meiner Gefühle nicht verbarg. Die Verzweiflung, Überforderung und der Schmerz der ganzen Situation ließ meine Stimme kratzig wirken als ich fragte: „Show?"
Arian
Mit einem Strahlen im Gesicht führte er mich zurück in die helle Villa, wo uns der Lärm der Party einnahm. Er schlug mir überaus stolz auf den Rücken und betrachtete mich mit einem Blick, der mir früher das Gefühl gegeben hatte, alle meine Pflichten richtig zu erfüllen und der perfekte Neffe für ihn zu sein. Doch gerade füllte mich sein Anblick, der Blick in seine leuchtenden, glücklichen, fast schwarzen Augen nur mit Abneigung und übertriebenen Wut, die gleichzeitig eine niederschlagende Enttäuschung mit sich brachte. Ein Schmerz.
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Smile With Me
RomanceIch konnte die Hitze seiner Lippen an meinen spüren und hätte am liebsten die wenigen Millimeter zwischen uns sofort geschlossen. „Ich bin nicht gut für dich, Annabella", flüsterte er und strich brennend mit seinem Daumen über meine Lippe wobei sein...
