Bel
Die Hitze um mich herum weckte mich auf und ich strampelte meine Decke von mir herunter. Meine Sinne waren wieder kurz davor mich verschwommen in den Schlaf zu legen, da fing mein Herz schnell an zu klopfen und ich schreckte in meinem Bett hoch. Schweren Atems schaute ich durch mein Zimmer und versuchte mich in alles hineinzufinden. Ich schaute auf die Uhr meines Handys auf meinem Nachttisch, wo die Lampe leuchtete, die er wohl angeschlagen hatte. Ich hasste Dunkelheit und er wusste es. Das bloße Leuchten der Lampe gab mir ein wunderschönes Gefühl.
4 Uhr in der Nacht. Ich lehnte mich kurz gegen die Wand. Ich war einfach bei ihm in den Armen eingeschlafen und er hatte mich hochgebracht. Zugedeckt. Die Lampe angeschaltet. Ich atmete tief durch und spürte eine gewisse Leichte in mir. Ein schönes Gefühl. Ein erleichterndes. Als wäre eine Last viel weniger geworden. Ich wollte ihn unbedingt wieder neben mir haben. Seine Körperwärme spüren und mich darin einkuscheln. Sie hatte mir so viel Geborgenheit und Halt geschenkt. Ich legte mich wieder hin und und spürte plötzlich etwas neben mir auf dem Bett. Eine Rose...eine...Rose!
Wow. Ich war überwältigt von den schönen Empfindungen, die mich durchströmten. Ich fuhr mit meinen Fingerspitzen über die Blüten und konnte nicht mehr aufhören zu lächeln. Beim Versuch des Einschlafen übermannte mich alles abrupt und eine Träne rollte mir die Wange hinunter. Ich war nicht mehr allein mit allem. Er war da und ich wusste, er würde bleiben.
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Arian
Angespannt eilte ich von der Morgendämmerung, die dunkel durch die Bäume strahlte in die Hütte von Georgios, während meine Männer mir genauso nervös folgten.
„Draußen bleiben", befahl ich ihnen und hörte wie ihre Schritte sofort verstummten. Ich sammelte mich kurz ehe ich die Tür öffnete und das riesige Innere betrat. Einen stillen Moment stand ich da und blickte vorsichtig durch die Halle, die in Brauntönen das Holz repräsentierte.
„Wieso hat das so lange gedauert?"
Die Stimme von Georgios ertönte von links und ich machte mich bereit ihm zu antworten.
„Ich...hab ihn verpasst", antwortete ich ehrlich und drehe mich zu ihm um. Er saß auf dem braunen Ledersessel in der Ecke und nippte an dem Cognac, den er so liebte. Früh am Morgen.
„Du hast ihn verpasst..."
Er sah mich nicht an und fixierte nachdenklich und mysteriös einen Punkt auf dem Boden. Ich wusste genau, was in ihm vorging. Er hasste Fehler. Er wollte, dass alles einwandfrei verlief und das hatte er mir die zehn Jahre auch beigebracht.
Er stellte sein Glas auf den kleinen Tisch neben ihm, wo auch die halbleere Flasche stand und stand auf.
„Wie konnte das passieren?" er blickte mich immer noch nicht an und verschränkte seine Arme hinter dem Rücken.
„Ich...musste etwas für die Schule machen und hab's...vergessen."
Ich seufzte kurz beschämt und guckte auf den hölzernen Boden.
„Vergessen."
Er kam auf mich zu, wobei seine Schritte auf dem kahlen Holz immer lauter wurden.
„Du?!"
„Ja, tut mir leid."
„Ich mag keine Entschuldigungen, das weißt du, mein Kind."
Stumm nickte ich und starrte weitergehend auf unsere Füße.
„Das habe ich noch nie bei dir erlebt. Was ist los mit dir? Du weißt genau, dass wir ihn kriegen müssen, Arian. Du würdest sowas nie vergessen."
Ich erinnerte mich daran, wie sehr ich darin vertieft war für Annabella da zu sein. Ich hatte an nichts anderes denken können, als sie einfach in meine Wärme zu hüllen und ihre Trauer zu erleichtern. Ich konnte selber nicht fassen, wie mir entgehen konnte, dass wir Sanchez fassen mussten. Den Typen, den Georgios schon so lange suchte.
„Vergessen", lachte er spöttisch und ging wieder weg, um sich auf die Couch in der Mitte zu setzen.
„Etwas für die Schule machen."
Eine kurze Stille verteilte sich wieder, wodurch ich ungeduldig auf dem Nagel meines Daumen herumkratzte. Ich hasste mich selber gerade dafür, dass ich versagt hatte. Ich wollte Georgios einfach nie enttäuschen.
„Was machen wir jetzt? Er ist bestimmt schon über alle Berge."
„Ich finde ihn, Georgios."
Ich drehte mich zu ihm und stand aufrecht vor ihm.
„Ich finde ihn und überbringe ihn dir."
Seine braunen Augen waren wie immer undeutbar und wie eine Mauer, die nicht zeigt, was er gerade dachte oder fühlte. Das meinte wohl Annabella gestern Abend mit meinem Blick ‚Komm mir ja nicht zu nahe, sonst verpasse ich dir eine'. Bei dieser Erinnerung hätte ich fast geschmunzelt. Ich versuchte sie mir wenigstens für diesen Moment aus dem Kopf zu schlagen, um ernst bleiben zu können. Das kannte ich nicht von mir. Ich musste ernst bleiben.
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Smile With Me
RomanceIch konnte die Hitze seiner Lippen an meinen spüren und hätte am liebsten die wenigen Millimeter zwischen uns sofort geschlossen. „Ich bin nicht gut für dich, Annabella", flüsterte er und strich brennend mit seinem Daumen über meine Lippe wobei sein...
