Fünfundsechzig

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Shed A Tear
(Ich liebe das Lied)

„Du warst am Boden zerstört", lachte er hinter mir, als wir die Villa betraten.
„Ja, hallo?Ich wollte unbedingt weiter essen, weil es so verdammt lecker war aber es war auch viel zu sauer. Das war deprimierend!", verteidigte ich mich genauso lachend und wirbelte dabei mit meinen Armen herum, um meine verzweifelte Lage zu verdeutlichen, wo wir als Kinder zusammen Eis essen waren und ich wie immer nur die Hälfte meines tollen Zitroneneis' essen konnte.
„Ich hatte dich ja wie jedes Mal gewarnt, du wolltest nie hören."
Ich schmunzelte stolz und zuckte mit den Schultern. Meistens hatte ich das Eis trotzdem gekauft, weil ich es geliebt hatte, wenn er am Ende genervt seine Augen verdreht und doch noch kopfschüttelnd gekichert hatte.

Kaum hatte sich die riesige Tür hinter mir geschlossen, packte er mich hastig an der Hand und drehte mich mehrmals im Kreis.
„Wow, Arian!", rief ich mein Gleichgewicht verlierend und knallte gegen seine Brust. Lachend sah ich zu ihm auf und konnte mein Glück nicht fassen. Das Glück, das er mir schenkte. Ein Glück, das unersetzbar war.
„Hab ich dir eigentlich schon gesagt, Annabella..."
Er blickte mit gesenkten Lidern zu mir hinab und zog mich an der Hüfte eng an sich. Gott, wie sehr ich es liebte, wenn er das tat.
„...wie sehr dir dieses Kleid steht?", fuhr er fort und ich konnte gleich darauf seinen Finger an meinem Nacken ansetzen und meinen Rückenausschnitt entlang hinabstreichen spüren. Die Gänsehaut, die ich daraufhin bekam vermischte sich mit der Hitze, die durch seine Nähe meinen Körper einnahm.
„Ja, hast du aber es schadet nicht, es nochmal zu hören."
Ich griff in sein Hemd und lächelte zu ihm auf.
„Achso, ok...dann...Annabella, in diesem Kleid siehst du wundervoll aus. Du siehst eigentlich immer wundervoll aus. In Allem, was du trägst."

„Ach echt? Auch wenn ich eine Mülltonne anziehen würde?"
Ich hob fragend meine Augenbrauen und genoss seine besitzergreifend liegende Hand auf meinem Unterrücken.
„Ich...", lachte er mit einem belustigten Gesichtsausdruck und ich spürte den Drang diese Grübchen in seiner Wange dabei irgendwie zu befestigen.
„...ich glaube nicht, dass du vor hast irgendwann mal eine Mülltonne anzuziehen aber ja, auch in einer Mülltonne würdest du wundervoll aussehen."
„Ja kann doch sein, dass ich morgen plötzlich ein Fan von der Stilrichtung Plastik-Müll werde oder so, vielleicht aber auch Bio-Müll aber das könnte stinken-"
„Annabellaaaa."
Er warf seinen Kopf in den Nacken und lachte herzhaft, wobei ich ihn nur verträumt und überaus glücklich anstarren konnte. Es war so toll, mit ihm rumalbern zu können, einfach ich sein zu können und dabei zu wissen, dass er mich genau für dieses Ich liebte.

Als er mich wieder ansah, lag ein zufriedenes Lächeln auf seinen markanten Zügen. Ein glückliches Lächeln, das mein Herz erwärmte.
„Habe ich dir schon gesagt, dass du in diesem Hemd zum Anbeißen aussiehst", sagte ich mir auf die Unterlippe beißend, wo ich genau wusste, was es für eine Wirkung auf ihn hatte. Als er mit einem benommenen Blick auf meine Lippen knurrte, fühlte ich mich wieder in genau dieser Wirkung stolz bestätigt und spürte einen Schauer des Verlangens über meinen Rücken huschen.
„Nein, aber als du aus dem Auto gegen meine Brust geknallt bist und ‚hmmm lecker' gesagt hast, habe ich mir sowas schon erahnt."
Wir beide fielen zusammen ins Gelächter. Es war einer der schönsten Anblicke so an seiner Brust lehnend zu ihm aufzusehen und dabei zufrieden sein Lachen zu betrachten.

„Das liegt einfach daran, dass du so heiß bist", schmunzelte ich und legte meinen Zeigefinger auf den nackten Teil seiner Brust.
„Aha."
Er hob grinsend eine Augenbraue.
„Jaaaa, alles an dir ist unglaublich heiß. Diese Narben..."
Ich fuhr mit meinem Finger erstmal zu der Narbe in seiner rechten Augenbraue, die ich schon von Anfang an unglaublich attraktiv fand und anschließend glitt ich über seinen mit leichtem Bart bedeckten Hals runter wieder zu seiner Brust und strich über die Narben unter dem Hemd.
„...diese Muskeln", flüsterte ich schon verträumt und folgte meinem Finger, wie er automatisch über seine runden Schultern und den muskulösen Armen huschte.
„Aber nicht nur deinen Körper oder diese hinreißenden Lippen."
Ich hob meinen Blick wieder zu seinem Gesicht und versuchte nicht nur an diesen vollen Lippen stehenzubleiben, deren Anblick mich mit der Lust füllte sie mit meinen zu vereinen.
„Dein Charakter, dein Herz, deine Liebe, deine Seele...alles ist unglaublich heiß an dir", sagte und sah ihn warm an, während er mich verloren musterte und sich zu kontrollieren versuchte.

Smile With MeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt