Siebenundvierzig

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Ich merkte genau, wie sich etwas an ihrem Gesichtsausdruck tat, doch sie ließ es sich nicht anmerken.
„Er ist keine Gefahr für mich", fügte ich hinzu und guckte zu ihm auf.
„Er ist der einzige, der mich beschützen kann."
Während ich das sagte, konnte ich spüren, wie sehr mich die Worte mit Sicherheit und Vertrauen füllten. Er führte meine Hand zu seinem Mund und legte einen sanften Kuss auf meinen Handrücken.
„Und ich werde sie immer und ewig beschützen", hauchte er und ließ das Grün seiner Augen tief in meine dringen.

Es war unglaublich, wie er jedes Mal, wenn er mir in die Augen guckte oder so etwas schönes sagte, egal wie oft er das tat, dasselbe aufregende und schöne Kribbeln in meinem Bauch verursachte, das genauso stark war, wie beim ersten Mal oder sogar immer stärker wurde. Es sorgte dafür, dass ich zufrieden eichte und erneut in den Bann seines Blickes gezogen wurde, der mich alles um uns herum vergessen ließ.

Ein Seufzen trat von Kelly Seite und holte mich wieder zurück in die Realität und dem Problem, dem wir gegenüber standen. Total überfordert schüttelte sie ihren Kopf und strich ihre strahlend roten Haare umbindet die Ohren.
„Ich weiß, dass er dich glücklich macht, Bel. Ich war die erste, der das aufgefallen ist und ich war selber so glücklich dich glücklich zu sehen. Aber das was passiert ist..."
Sie stemmte ihre Hände auf die Hüfte.
„...dann erklärt es mir doch einfach. Wieso wurde Arian angerufen, wusste sofort über alles Bescheid und konnte dich auch retten? Und wieso durfte ich nicht die Polizei rufen?"
Sie sag und abwartend an aber wir beide schwiegen. Was sollten wir auch erklären? Die ehrliche Antwort würde alles nur verschlimmern.

„Seht ihr, was soll ich da machen? Komm mit, Bel, Eliza geht es nicht sehr gut. Wir fahren ins Krankenhaus."
Sie nahm mich bei der Hand und sofort kam auch noch die Besorgnis um meine Mutter dazu.
„Vertrau mir, Kelly", sagte Arian, als sie mich von ihm wegzog und somit unsere Hände voneinander löste.
„Ich werde nicht zulassen, dass ihr etwas zustößt."
Ich wusste nicht genau, ob ich zu Arian gehen oder einfach wortlos ins Auto steigen sollte, um schnellst möglich zu meiner Mutter zu kommen. Ich wollte beides.

„Ich will nichts hören."
Kelly hielt mir die Tür auf und deutete mir einzusteigen. Mein Herz raste vor Sorge um meine Mutter und gleichzeitig auch um diese missliche Situation, in der ich gerade von Arian getrennt wurde. Mein Kopf konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Meiner Mutter ging es nicht gut...ihr ging es nicht gut... Mein Blick huschte automatisch über das Auto zu Arian. Er hörte auf Kelly etwas bittend anzusehen und bemerkte den Ausdruck in meinen Augen.

Sofort änderte sich seine Mimik von angespannt in etwas, was mir Beruhigung schenkte. Ohne etwas sagen zu müssen verstand er meine innere Lage und war der einzige, der mich durch seinen bloßen Blick Ruhe schenken konnte. Er nickte mir mit einem sanften Lächeln zu.
„Alles wird gut", sagte er und gab mir somit die Kraft ins Auto zu steigen.

Auch Kelly stieg hastig auf der Fahrerseite ein und startete den Motor ohne Zögern, wodurch ich keine Zeit mehr bekam Arian richtig durch das Fenster zu sehen und erhielte nur einen flüchtigen Blick auf seine sich immer weiter entfernende Statur im Rückspiegel...


Arian
Ich wollte ihm das Messer fest in die Schulter rammen, da trat Annabellas Gesicht vor meine Augen.

‚Das bist du nicht'

Ich versuchte ihre Stimme zu ignorieren und doch noch zuzustechen, doch es war, als hielt mich eine unsichtbare Kraft auf.

Ich gab nach und ratschte ihm das Messer wieder bloß einmal über seinen Arm und betrachtete, wie er seine Zähne zusammenbiss. Ich warf das Messer auf den Boden und holte den Revolver auf meinen Gürtel. 
Ich drehte den ihn einmal in meiner Hand herum, um seine Nerven zu strapazieren und sah im Blickwinkel auch, wie er unter dem Griff von Azat und Adrian immer weiter zu zittern begann. Ich würde ihn nicht umbringen. Aber um jemanden zum Reden zu bringen half es immer.

Smile With MeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt