„Du kleiner-"
Reflexartig drehte sich Arian zu Miguel um, der ihn gerade von hinten angreifen wollte und packte ihn gekonnt an den Hals und an die Schulter und presste ihn gegen die Wand.
„Versuch's nicht einmal, Freundchen", hörte ich Arian drohen, während ich nur sorgenvoll meinen Mund mit meiner Hand zuhielt.
In der erdrückenden Haltung versuchte Miguel etwas zu zischen :„Das bringt noch Konsequenzen für dich."
„Lass ihn los, Arian."
Ich streckte meine Hand nach ihm aus und wollte etwas tun, doch er gehorchte und ließ ihn los, wodurch Miguel sich hustend krümmte. Gleich darauf stellte er sich aufrecht und zornig hin und wollte Arian eine reinhauen, doch Arian war viel zu gut im Ausweichen. Miguel versuchte es nochmal und versagte erneut ihn zu treffen, was sein Blut noch mehr brodeln ließ.
„Ok Leute, reicht jetzt...", sagte ich nervös und hoffte sie würden sich jetzt nicht prügeln.
„Du Bastard!"
Miguel versuchte ihn ins Gesicht zu boxen, doch Arian fing geschickt seinen Schlag auf und verdrehte irgendwie auf eine schmerzhaft aussehende Weise seinen Arm.
„Ach du scheiße."
„Ich sagte, versuch's nicht einmal."
Arian war vollkommen locker und unbeschwert, als wäre es seine tägliche Beschäftigung Menschen die Arme umzudrehen.
„Ok Arian, lass ihn los. Ihr beide hört sofort damit auf."
Ich legte meine Hand auf Arians Arm, was ihn Miguel sofort loslassen ließ, der sich wieder aufrecht hinstellte und nur so vor Zorn glühte. Er war von Kopf bis Fuß durchnässt und ich fand, es war viel zu übertrieben gewesen ihn in die Badewanne zu werfen, weil er mir Wasser ins Gesicht geschüttet hatte.
Fest schlug Miguel gern die Fliesen an der Wand und stellte sich vor Arian.
„Das wirst du bereuen."
Dann stampfte er aus dem Bad und rief im Flur noch: „Macht diese Scheiße alleine, ihr könnt mich mal am Schwanz lutschen!"
Dann standen Arian und ich ganz alleine im Bad. Niemand von uns beiden rührte sich. Niemand von uns sagte etwas. Wir blickten uns nicht einmal an bis wir die Haustür knallend ins Schloss fallen hörten.
„Du wolltest gar keinen Kaffee, stimmt's?", unterbrach ich die komische Stille und war eigentlich kurz davor zu lachen. Er zuckte mit seinen Schultern und ich meinte tatsächlich sowas wie ein leichtes Lachen seinerseits wahrzunehmen.
„Ich mag gar keinen Kaffee."
Lachte er? Er lachte wirklich. Zwar ganz wenig und sehr leicht aber es war da. Ein tiefer Laut, der rau in meine Ohren drang und zusammen mit dem Anblick mein Herz erwärmte. Er sah viel sympathischer und so süß aus. Doch es war nicht das richtige Lachen mit Grübchen, das ich hervorrufen wollte.
Meinen verträumten Blick bemerkend verwandelte er sich wieder in den distanzierten, kalten Typ und räusperte sich. Seufzend rollte ich meine Augen.
„Boa Arian, du darfst auch mal lachen. Es wird glaube ich nicht weh tun. Soweit ich es in meinem Leben erlebt habe, tut lachen nicht weh."
„Und du, Annabella..."
Er machte einen Schritt auf mich zu und hob den Zeigefinger.
„...sollst nicht immer deine Augen verdrehen, egal, was ich mache."
„Ich habe das nur zwei mal bis jetzt gemacht", erwähnte ich konfus und genoss das kleine Necken von uns, das nicht ganz ernst war und mich an früher erinnerte.
„Immer. Immer hast du das gemacht. Immer."
Er regte sich mit beiden Händen in der Luft darüber auf und stemmte sie schließlich an die Hüfte, wodurch er noch breiter wirkte. Unsicher darüber, wie ich drauf reagieren sollte, lächelte ich verstohlen und hob meine Augenbraue.
„Ich dachte, wir sollen die alte Zeit vergessen. War doch nichts besonderes, oder? Ganz normale Mitschüler, die nichts miteinander zu tun hatten oder haben?"
Er realisierte seinen Aussetzer und schnaufte einmal. Er war nicht ganz so ernst, sondern selber auch in einer spaßigen Stimmung.
„Das heißt nicht, dass mein Gedächtnis schlecht ist und ich vergesse, wie nervig du immer warst."
Ich tat so als wäre ich empört und legte gespielt entsetzt meine Hand auf die Brust.
„Ich war nervig?"
„So ziemlich. Bist du heute noch."
Er redete zwar mit seiner ernsten, tiefen Stimme, dennoch konnte er vor mir nicht ganz überspielen, dass es ihn amüsierte, was wiederum mich im
Moment überglücklich machte.
„Das ist aber nicht nett. Meine Mami hatte immer gesagt,man soll nett zu jeden sein. Das habe ich dir doch auch oft genug beigebracht", scherzte ich eigentlich nur und lachte dabei über das Tolle der Erinnerungen und des Vertrauten, doch es machte ihn vollkommen ernst. Ob es an die Erwähnung meiner Mutter lag?
Er kam mir noch näher und sah streng zu mir runter, als er sagte : „Ich bin auch nicht nett, Annabella."
Etwas in seinen Augen ließ mich auch todernst werden.
„Doch, das bist du", trat es automatisch über meine Lippen, als ich tiefer in sein Grün blickte und versuchte zu erkennen, was er vor mir versteckte.
„Nein, Annabella. Ich bin ein verdammtes, herzloses Arschloch."
Ich erkannte tiefe Verbitterung für sich selber, die mir ganz und gar nicht gefiel.
„Warum sagst du das, Arian? Ich weiß, du bist kein Arschloch."
Ich erinnerte mich daran zurück, wie er mir meinen Fuß eingerenkt hatte oder sich dafür entschuldigt hatte, dass er mich an denselben Tag bedrängt hatte. Als er mich beschützt hatte, als Miguel mich beleidigen wollte und sein Satz ,Frauen respektiert man'. Er war kein Arschloch. Ganz und gar nicht.
Ich wurde von dem unergründlichen seiner Augen angezogen, dass ich noch mehr auf ihn zugehen wollte. Plötzlich rutschte ich aber auf dem Wasser aus, das Miguel auf dem Boden verteilt hatte und schrie kurz Augen zukneifend auf, bei der Angst gleich hart aufzuprallen. Jedoch anstatt den Aufprall zu spüren, umgriff sein muskulöser Arm meine Taille, sodass ich von ihm aufgefangen wurde. Immer noch mit geschlossenen Augen konnte ich mein Herz schneller rasen spüren und ich wollte erst gar nicht meine Lider heben. Ich konnte nicht anders und blickte schnellen Atems in die Wärme seiner Augen und wollte nicht mehr wegschauen. Er wanderte mit seinen Blick verloren und verträumt über mein ganzes Gesicht, was meine Haut kribbeln ließ.
„Siehst du, du bist kein Arschloch."
„Ich könnte dich aber auch wieder fallen lassen."
„Könntest du, machst du aber nicht", sagte ich stolz grinsend und wäre am liebsten in dieser Haltung, in seinem Arm, nah an seinem warmen Körper geblieben.
„Mach ich nicht?"
Herausfordernd hob er eine Augenbraue und grinste schief. Er grinste schief...
Ein Grinsen, das unglaublich sexy war und mich in seinem Arm dahinschmelzen ließ.
Ich war so darin vertieft sein attraktives Gesicht zu bewundern, dass es mich unglaublich erschreckte, als er seinen Arm ruckartig von meiner Taille löste und ich somit auf den Boden fiel.
„Aua!", schrie ich empört und starrte ihn entsetzt an, während ein kleiner Schmerz durch meinen Rücken fuhr.
„Es war nie eine gute Idee mich herauszufordern, Annabella, das weißt du", sagte er mit demselben Grinsen immer noch auf dem Gesicht und schaute amüsiert zu mir hinunter.
Ich konnte nicht einmal wütend sein. Es ging nicht. Es war einfach viel zu toll einen anderen Gesichtsausdruck zu sehen, als die kalte, distanzierte Haltung von ihm. Es erfüllte mich mit Glücksgefühlen, wie er über unser alte Zeit redete. Er hatte nämlich recht. Herausforderungen waren für ihn ein Beweis des Stolzes gewesen. Verlieren wollte und konnte er nie. Aber wenn er sich nicht viel verändert hatte, würde er mir gleich wieder hoch helfen.
Und tatsächlich streckte er dann doch noch seine Hand nach mir aus. Ich schüttelte lachend meinen Kopf und wollte sie ergreifen, da zog er sie wieder zurück. Pfeifend drehte er sich um, verschwand locker aus dem Badezimmer und ließ mich mit offenem Mund auf dem Boden sitzen.Komplett angetan von der plötzlichen Lockerheit, die er mir gegenüber zeigte, konnte ich nicht aufhören zu lächeln. Ich hatte diese Seite an ihm geliebt und blieb sitzen, weil ich wusste, nach dem Gewinnen würde er zurückkommen, um den Verlierer zu trösten...
Wie ist dieser Arian? 😂👏🏼😏
Was passiert noch so zwischen den beiden...alleine im Haus? 😮😌
Kommen sie sich endlich noch näher? 😩
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Smile With Me
RomanceIch konnte die Hitze seiner Lippen an meinen spüren und hätte am liebsten die wenigen Millimeter zwischen uns sofort geschlossen. „Ich bin nicht gut für dich, Annabella", flüsterte er und strich brennend mit seinem Daumen über meine Lippe wobei sein...
