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Er sprach kein einziges Wort und starrte durchgehend bloß gedankenverloren aus dem Fenster, während dieser blonde Mann uns mit unglaublicher Geschwindigkeit über die Autobahn raste. Seine angespannte Haltung und das unaufhaltsame Kratzen am Leder des Sitzes verriet mir, dass dieser Georgios anscheinend derjenige war, über den Arian geredet hatte. Den er nicht enttäuschen wollte, Pflichten ihm gegenüber hatte und ihm so viel schuldete. Sein Boss?
Ich legte eine Hand auf seine, sodass er mit seinem wilden Herumkratzen aufhörte und die andere auf seine Schulter, damit er mich ansah, doch das tat er nicht. Weiterhin blickte er angespannt raus. Ich wollte ihn nicht bedrängen, weshalb ich nicht viel nachfragte, bloß meinen Kopf ruhig auf seine Schulter platzierte und unsere Finger miteinander verschränkte. Es fühlte sich so wundervoll an, dass ich lächelte.
Weil Arian mitten in der Nacht in mein Zimmer geplatzt war, ich generell nicht viel geschlafen hatte und dann auch noch so früh mit ihm losmusste, war ich unglaublich müde und durch die angenehme dreistündige Fahrt und seiner Hand in meiner fiel ich schnell in den Schlaf.
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Ich kniff meine Augen fester zu, als die blendende Sonne mich aufforderte meine Lider zu heben. Ich öffnete meine Augen und sah, dass es ein einziger Sonnenstrahl war, der aus der vollen Baumkrone ins Auto schien. Mir die Hand vor die Augen haltend setzte ich mich hin und guckte durch die Fenster des Autos, wo ich alleine drin war. Es war wieder eine düstere, waldähnliche Gegend. Vorsichtig umherschauend trat ich raus und stand vor einer riesigen Hütte.
„Ist Arian da drin?", fragte ich Azat, der an einem anderen Auto gelehnt stand. Er nickte mir antwortend mit seinem strengen Gesichtsausdruck zu. Seine hellen braunen Augen standen echt etwas gruselig im Kontrast zu seiner braunen Haut.
„Ich weiß nicht, ob Sie da rein sollten."
Er stellte sich aufrecht hin, als ich einen Schritt vor machte und ich dachte kurz darüber nach, doch da gewann doch meine Neugier und Sorge, dass ich die Vordertreppen hoch eilte und ganz vorsichtig die Tür öffnete. Meine Augen huschten umher und betrachteten die vielen Holzakzente. Mitten im Raum eine braune Couch und ein niedriger Tisch mit einer Cognacflasche.
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll."
Eine tiefe Stimme kam aus weiter Innen der Hütte und jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. Ich wollte nicht den Besitzer dieser unheimlichen Stimme sehen. Dennoch ging ich richtig rein und bekam ein ungutes Gefühl. Mit gedämpften Schritten ging ich in die Richtung der Stimme und hatte direkt Schuldgefühle, weil ich lauschte.
„Ich weiß nicht, was mit dir los ist in letzter Zeit. Nie hast du mich enttäuscht, nie hast du auch nur einen Fehler gemacht, Arian", fuhr die Stimme ziemlich entsetzt aber betrübt fort, als sprach gerade ein Vater mit seinem Sohn, der in seinen Erwartungen komplett versagt hatte. Ich stellte mich in die Tür des Raumes und sah Arian mit gesenktem Kopf und verschränkten Armen vor einem glatzköpfigen Mann stehen, dessen Rücken zu mir gekehrt war. Vermutlich war da Georgios.
„Du wusstest genau, wie wichtig das Treffen mit Diego war. Er wollte nur mit dir oder mir sprechen und stattdessen schickst du Azat dahin?!"
Arian regte sich nicht und hörte bloß hin. Er schien diesen Mann sehr zu respektieren und bekam wegen mir jetzt Ärger mit ihm.
„Wo warst du?!"
„Ich...es tut mir-"
„Keine Entschuldigungen, Arian! Ich will wissen, wo du warst?!"
„Das war meine Schuld", platzte ich schnell heraus und sofort schnellte Arians Kopf hoch.
Langsam fing der Mann an sich zu mir umzudrehen und mir blieb kurz die Luft weg, als ich in diese unglaublich dunklen, braunen Augen blickte, die mich konfus und verwirrt durchlöcherten.
„D-das ist alles meine Schuld."
Ich trat nervös in den Raum und schluckte. Dieser Mann sah echt angsteinflößend aus mit seinem breiten Körperbau, was eigentlich bei all diesen Männern hier der Fall war, seinem leichten Bart und den harten Gesichtszügen, die jedem drohen konnten.
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Smile With Me
RomanceIch konnte die Hitze seiner Lippen an meinen spüren und hätte am liebsten die wenigen Millimeter zwischen uns sofort geschlossen. „Ich bin nicht gut für dich, Annabella", flüsterte er und strich brennend mit seinem Daumen über meine Lippe wobei sein...
