~Luke~
Endlich bin ich aus dieser komische Situation raus. Magda hatte mich vorgestern aus heiterem Himmel gebeten ihre Nichte Ella vom Bus abzuholen, da sie dafür keine Zeit hätte.
Und da ich sie schon seit meinen Kindertagen kenne, konnte ich ihr die Frage natürlich nicht verneinen.
Und so bin ich dazu gekommen dieses Mädchen heute hierher zu bringen. Zuerst war ich voller Vorurteile. Ein Mädchen, dass von ihrer Mutter hierhergeschickt wird, weil sie zu viel Stress machen soll. Ein Mädchen aus einer Vorstadt. Und dann habe ich sie gesehen. Total hilflos und dabei leider auch verdammt süß. Wie sie da stand mit dem Handy in der Luft rumfuchtelnt, verzweifelt nach Netz suchend. Und dann schon wieder an der Treppe. Dieser hilflose Blick aus ihren großen, braunen Augen.
Verdammt Luke, spreche ich mit mir selbst in Gedanken, du klingst wie ein verknallter Trottel.
In diesem Moment finde ich mich schon im Stall wieder. Scheinbar automatisch hatten mich meine Beine hierhergetragen. Ich laufe schnell zum Melkstand und sehe Magda und ihren Mann dort stehen. Durch die Geräusche der Melkmaschinen werden meine Worte zunächst komplett verschluckt. Erst beim zweiten Mal versteht Magda, dass ich ihr versuche zu sagen, dass ich mich mal wieder auf den Heimweg machen würde. Sie schreit noch ein paar Sätze zurück aber genau in dem Moment fangen mehrere Kühe im Stall an Laute von sich zu geben und so ist es auch unmöglich ihre Antwort zu verstehen. Also nicke ich nur und verlasse den Stall.
Draußen auf dem Hofplatz drehe ich mich nochmal zum Bauernhaus um. Was Ella wohl gerade macht?
Schon wieder denkst du an die kleine Blonde, ermahne ich mich selbst.
Schnell setzte ich mich auf meinen alten Treker und verlasse den Hof. Hoffentlich kann ich somit auch Abstand zu der Neuen gewinnen. Obwohl sie mich ja schon echt interessiert. Den kurzen Weg nach Hause lege ich in noch nicht einmal 2 Minuten hin.
Zuhause angekommen parke ich ein und gehe schnurstracks in die Küche. Meine ältere Schwester Leonie war heute dran mit kochen. Es riecht total köstlich und so essen wir beide schon einmal etwas. Meine Eltern nehmen sich dann später etwas, wenn draußen alles erledigt ist.
Danach flüchte ich hoch in mein Zimmer, da ich sonst befürchte von Leonie über die neue bei Hansens ausgefragt zu werden. Und das ist definitiv das letzte was ich gerade möchte.
Ich nehme mir einfach vor Blondie die nächsten paar Tage in Ruhe zu lassen. Bestimmt war ich einfach nur mit den ganzen neuen Eindrücken überfordert. Genau in dem Moment vibriert mein Handy in der Hosentasche. Eine Nachricht von Magda.
Magda: Hallo Luke. Danke für deine Hilfe heute. Könntest du morgen vielleicht auch wieder vorbeikommen und Ella etwas unser kleines Dorf zeigen? Du kannst dir doch bestimmt vorstellen wie alleine sie sich hier fühlt und mit ihrer alten Tante wäre das wahrscheinlich doch viel zu "uncool". Außerdem scheint ihr euch ja ganz gut zu verstehen ;-)
Mit dieser Nachricht machte Magda meinen Plan für die nächsten paar Tage mit einem Schlag zu nichte.
Na dass kann ja mal interessant werden die nächsten Wochen.
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The boy next door
Teen FictionKennst du das, wenn ein einschneidendes Ereignis dein Leben so verändert, dass du nie wieder wie vorher sein wirst? So geht es der 17-jährigen Ella. Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht sie sich immer mehr zurück und niemand kann mehr richtig zu...
