Alex schaut mich ernst an.
Alex: Das wäre echt nett von dir. Denn mein Zimmer ist mein Heiligtum. Da darf niemand anders rein.
Bestürzt schaue ich zu Boden.
Ella: Das tut mir Leid.
Doch als ich wieder vom Boden aufschaue, lächelt mich Alex an. Dann bricht er in ein Lachen aus.
Alex: Mensch Ella, lass dich doch nicht so schnell verarschen! Du kannst natürlich hier bleiben. Magda und Dad wissen garnicht davon, dass ich hier bin. Mein Chef hat mich darauf hingewiesen, dass ich noch 2 Wochen Urlaub übrig habe. Und da ich in 3 Wochen fertig mit meiner Ausbildung bin, hat er mir empfohlen den Urlaub jetzt zu nehmen. Sonst würde ich die Tage nicht ausgezahlt bekommen. Und wer hat schon was gegen Urlaub?
Ella: Keiner, glaube ich. Es sei denn, er ist erzwungen.
Mein letzter Satz scheint Alex zu verwundern.
Alex: Ist deiner hier denn erzwungen?
Zuerst druckste ich herum, aber sein fragender Blick durchlöchert mich und so antworte ich.
Ella: Ja, schon. Meine Mutter meinte sie bräuchte Ruhe vor mir und deswegen hat sie mich zu Magda geschickt.
Alex: Aber du meintest doch, dass Magda deine Tante ist. Wie kommt es dann, dass wir uns noch nie gesehen haben?
Ich seufze. Der Junge kann vielleicht Fragen stellen.
Ella: Ich habe Magda vorher noch nie gesehen und bis vor ein paar Tagen wusste ich auch gar nicht, dass ich eine Tante habe. Aber jetzt bin ich hier. Und bis jetzt war es auch ganz okay.
Alex zieht eine Augenbraue hoch.
Alex: War? Warum redest du in der Vergangenheit?
Dieses Mal möchte ich wirklich nicht antworten. Dafür kenne ich ihn einfach viel zu kurz.
Ella: Was hälst du davon, wenn ich dir dabei helfe Magda und/oder Peter zu finden? Ich glaube, dass 4 Augen mehr als 2 sehen.
Alex: Du willst nicht auf meine Frage antworten, oder? Aber das ist okay. Vielleicht sagst du mir es ja irgendwann.
Erleichtert darüber, dass er nicht weiter nachfragt, stehe ich vom Bett auf.
Dabei entgeht mir nicht, dass der Junge mich von oben bis unten hin mustert. Als er in mein Gesicht blickt erkennt er, dass ich ihn ertappt habe.
Alex: Sorry, aber vorhin im Schlafanzug ist mir noch nicht aufgefallen, dass du eine hammer Figur hast.
Verwirrt über das plötzliche Kompliment bedanke ich mich kurz. Dann gehe ich vor, über den Flur nach unten. Alex folgt mir bis nach draußen.
Alex: Und, wo willst du als erstes nachgucken?
In diesem Augenblick öffnet sich die Stalltür und Magda tritt in das Sonnenlicht.
Von mir guckt sie zu Alex und wieder zurück.
Ihr Blick wechselt von Freude zu Verwirrung und dann wieder zur Freude.
Erst danach setzt sie einen Fuß vor den anderen und kommt auf uns zu.
Magda: Alex, was machst du denn hier? Mit dir habe ich ja garnicht gerechnet!
Sie umarmt ihn zur Begrüßung.
Alex: Ich musst mehr oder weniger gezwungen Urlaub nehmen.
Magda nickt langsam. Dann schaut sie mich an.
Magda: Und Ella hast du ja scheinbar auch schon kennengelernt.
Zufrieden grinst sie.
Wie wird es jetzt wohl weiter gehen? Und wo soll Alex jetzt schlafen, wenn ich sein Zimmer besetzte?
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The boy next door
Teen FictionKennst du das, wenn ein einschneidendes Ereignis dein Leben so verändert, dass du nie wieder wie vorher sein wirst? So geht es der 17-jährigen Ella. Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht sie sich immer mehr zurück und niemand kann mehr richtig zu...
