8. ~ Wie man schnell zu Geld kommt...

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~ Carlos ~

Scheisse!
Seine Augen durchbohrten mich wie Messerstiche und mir wurde augenblicklich kotzübel.
Das durfte doch nicht wahr sein!

Ich konnte ihm richtiggehend ansehen, dass er es gecheckt hatte.
Schnell blickte ich in eine andere Richtung.
Ich durfte ihn jetzt nicht auch noch anstarren, sonst war ja wohl alles klar.

Während ich mich langsam Richtung Rolltreppe bewegte, konnte ich spüren, wie seine Augen jede meiner Bewegungen verfolgten.
Fuck, Fuck, Fuck!
Ich musste hier raus.
Und zwar schnell!

Bevor der Typ die Gelegenheit hatte, allen seinen Security-Kollegen Bescheid zu sagen, wie ich aussah, und dass sie mich nicht rauslassen sollten.
Blitzschnell joggte ich die Rolltreppe runter und versteckte mich im Erdgeschoss zwischen ein paar Klamottenständern.
Das war zwar auffällig gewesen, aber das war ja jetzt auch egal.

Sie hatten mich ja sowieso schon im Visier.
Jetzt kam es nur noch auf Geschwindigkeit an.
Ich musste raus hier!
Wo war noch mal der Ausgang?

Ein paar wertvolle Sekunden verlor ich damit, mich zu orientieren, bis ich ihn endlich entdeckte.
Möglichst unauffällig und schnell arbeitete ich mich zwischen den ganzen Klamotten durch zum Ausgang.
Als ich nur noch einen Katzensprung davon entfernt war, duckte ich mich hinter einen Kleiderständer und checkte erst mal die Lage ab.

Zwei Securitys.
Sie standen an beiden Seiten des Ausgangs und es war unmöglich, unbemerkt an denen vorbeizukommen.
Ich musste abwarten, bis mehrere Leute gleichzeitig den Laden verliessen.
Aber das konnte noch dauern.
Und die Zeit hatte ich nicht.
Bis dahin fand mich sicher einer der Ladendetektive, die den Laden durchstreiften.

Scheisse, Mann!
Was soll ich nur machen?
Ich war noch nie in so einer brenzligen Situation gewesen.
Gefühlte hundert Mal hatte ich das schon mit Luca durchgezogen und es war eigentlich immer alles glatt gelaufen, aber ausgerechnet jetzt, wo ich alleine war, wurde ich erwischt.

Warum ausgerechnet jetzt?
<< Brauchst du Hilfe? >>
Die Stimme erschreckte mich so dermassen, dass ich kurz davor war, wie so'n Mädel los zu kreischen.
Ich konnte mich gerade noch knapp zusammenreissen und drehte mich blitzschnell zu der Stimme um.

Ein Typ in meinem Alter stand vor mir und grinste mich wissenden an.
Unfähig, zu antworten, hockte ich auf dem Boden und starrte ihn an.
<< Na, komm schon! >>
Auffordernd streckte er mir seine Hand hin, damit ich mich hochziehen konnte.

Ich zögerte kurz, bevor ich seine Hand ergriff und auf die Beine kam.
<< Pass auf, ich hab nen Plan! Du mischt dich unter die da >>, er deutete auf eine Gruppe japanischer Touristen, die sich gerade auf den Weg machten, den Laden zu verlassen, << und ich lenk die Security-Typen ab. >>

Ich hatte keine Zeit mehr, um mir Gedanken darüber zu machen, ob ich ihm vertrauen sollte.
Warum sollte ein wildfremder Typ, der mich kein bisschen kannte, mir helfen?
Wenn diese Security-Menschen das checkten, war er nämlich auch mit am Arsch.

Ich musste ihm einfach vertrauen, eine andere Möglichkeit hatte ich nämlich nicht!
Die japanischen Touristen waren jetzt genau vor uns.
Das war die Gelegenheit!

Nach einem letzten, kurzen Blickwechsel mit dem Typen, von dem ich nicht mal den Namen wusste, mischte ich mich unter die Japaner.
Zum Glück waren es so viele, dass ich mich problemlos in ihre Mitte quetschen konnte.
Sie beäugten mich zwar etwas kritisch, als ich mich durchdrängte, aber das war mir egal.

Hauptsache, ich kam hier irgendwie raus.
Mit lautem, japanischem Geschnatter umgeben, bewegte ich mich langsam auf den Ausgang zu.
Die Securitys hielten Ausschau nach mir, das sah man ihnen an.

Escape...Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt