75. Serviette

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Hey Leute, lange ist es her... ich wohne nun alleine in meiner eigenen Wohnung als Single? Seltsam das so auszuschreiben, nach all den Jahren, wo ich sonst vergeben war. Aber mir geht es besser und ich heile. Endlich habe ich es geschafft weiter zu schreiben. Viel Spaß mit diesem Kapitel <3

Damino

„Binde die Schnur um die Stängel, dann hält es besser", sagt meine Mutter zu mir. Ihre manikürten Finger deuten auf den bunten Blumenstrauß, der vor mir auf dem Küchentisch liegt, neben den anderen, bereits fertig gebundenen Sträußen.

Pfingstrosen, Margeriten, Sonnenblumen und weitere bunte Blumen wurden zu einem farbenfrohen Arrangement zusammengestellt. Meine Mutter hatte eigentlich angeboten, die Aufgabe zu übernehmen, schließlich habe sie nicht umsonst einen blühenden Garten, wie sie meinte.

Ich greife nach der blauen Schnur und ziehe das untere Ende des Straußes etwas fester zu mir.

„Jade begleitet mich zur Hochzeit."

Ihr Blick fliegt augenblicklich zu mir, während sie an einem der Sträuße die Dekoration befestigt.

„Die junge Frau, die für die Genehmigung des Bauprojekts zuständig war?", fragt sie irritiert.
„Genau die." Ich lege den fertigen Strauß zu den anderen und reibe mir die Hände. Die Dornen der Rosen hatten mich vorhin überrascht, ich hatte schon lange keine mehr in den Händen gehalten.

„Seid ihr Freunde?", möchte sie nun wissen. Sie reicht mir eine Handcreme und deutet auf meine zerkratzten Finger.

„Könnte man so sagen, ja."

„Ist es wegen Asteria?"

Ich stelle die Handcreme zurück und sehe sie an. Um ihre Augen haben sich feine Sorgenfältchen gelegt. Den Namen hatte ich lange nicht mehr aus ihrem Mund gehört.
„Ich möchte einfach nicht alleine hingehen. Aber ja, vielleicht ist das auch ein Grund", gestehe ich.

Seit der Therapie spreche ich öfter mit meiner Mutter über meine Gefühle. Eigentlich hätte ich meinen Bruder mitgenommen, aber der ist momentan mit Hanna auf einem Roadtrip. Und ehrlich gesagt, Jade ist wirklich in Ordnung. Neulich hat sie mir sogar ein paar Outfits für die Hochzeit gezeigt.

„Bist du nervös?", fragt sie, während sie abgefallene Blätter einsammelt und wegwirft. Für einen Moment beobachte ich sie einfach nur. Dann vibriert mein Handy. Das muss Jade sein.

„Ein wenig, ja."

Sie nimmt drei Sträuße in die Hand und deutet zu mir.
„Das musst du nicht sein. Alles wird seinen Weg finden. Es ist völlig normal, wenn dich die Situation nervös macht, das zeigt nur, dass sie dir etwas bedeutet. Vielleicht solltest du mit ihr reden. Ich mochte sie."
Sie reicht mir die Sträuße und greift nach den restlichen. Gemeinsam gehen wir hinaus und laden die Blumen in meinen Jeep, im Sportwagen wäre dafür kein Platz gewesen.

Im selben Moment hält ein Taxi vor unserem Garagenhof. Jade steigt eilig aus. Sie trägt ein elegantes, seidenbezogenes Kleid, das ihre braunen Augen besonders betont. Mit einem fröhlichen Lächeln und einem kleinen Geschenk unter dem Arm winkt sie uns zu.

„Braucht ihr noch Hilfe? Ich hab noch einen Arm frei", ruft sie.
Ich nehme ihr das Geschenk ab und ziehe sie in eine Umarmung.

„Halt die Klappe, bevor du mich noch mit deiner Hihi-Haha-Laune ansteckst", sage ich grinsend zur Begrüßung. Seit wir zusammen shoppen waren und anschließend ein Eis gegessen haben, bin ich froh, sie an meiner Seite zu wissen. Sie ist unkompliziert und eigenständig.

Ich hatte ihr geholfen, sich auf Dating-Apps zurechtzufinden. Sie hatte gesagt, sie traue sich das alleine nicht. Mehrmals hat sie betont, dass der Ausrutscher im Büro wirklich ein einmaliges Ding gewesen sei. Vor allem, nachdem sie erfahren hatte, dass ich seit Asteria aus Überzeugung enthaltsam lebe.

𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt