76. Parfüm

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Neues Kapitel! Have fun mausis !

Asteria

Holy Fuck. Jesus Christ. Oh mein Gott.

Welche Wörter fallen mir noch so ein, um mein Gefühlschaos einordnen zu können? Ist es überhaupt möglich meine Gedanken sortieren zu können, wenn man so derart aus der Fassung getrieben ist?

„Das ist so herb, wie kannst du das trinken?"

Jess starrt mich ungläubig an, als sie das Weinglas auf dem Tresen abstellt. Ich sehe zu ihr rüber und schweige. Sie sitzt auf einem Barhocker, während ich an der Bar mit dem Rücken angelehnt stehe und an meinem Rotwein nippe.

„Was spinnst du wieder in deinem Kopf zusammen?", fragt sie nun.

„Hast du ihn gesehen?", frage ich perplex.

Ihre Antwort kommt schneller als ich dachte.

„Jeder hat ihn gesehen, Asteria."

Ich schweige weiter. Sehe den Menschen beim Tanzen zu, wie sie miteinander reden und über Witze lachen, die sich sicherlich um die Schulzeit drehen. Es sind viele Gäste gekommen, fast alle meiner Freunde konnten zusagen. Lilac, Accio und Taylan konnten leider nicht. Sie sind noch im Urlaub, meinten sie.

Kyrian legt irgendwo wieder seine Line, um zu koksen und Daxton versucht die beiden Hunde von Mariella im Zaun zu halten. Er meinte, er hatte sie schon immer gehasst, weil er allergisch gegen Hunde ist, aber am Tag ihrer Hochzeit, hatte sie sich diesen Wunsch erlauben lassen. Daxton der Hundesitter. Fast schon lustig, wenn ich nicht so verdammt zerrissen wäre.

„Die Frage ist, hast du sie gesehen?" Ich drehe den Kopf zu ihr und nippe am Glas. „Noch ein Wort und ich kipp mir dieses Glas übers Kleid, um verschwinden zu dürfen."

Jess lacht leise. „Denkst du sie daten sich?", fragt sie. Meine Augen senken sich. Will sie mich wütend machen?

„Soll er doch", sage ich bloß. Mein Blick wird starr, als ich daran denke, wie besorgt sie klang, als er sich die Lippe sauber machte.

Er sah so... hinreißend aus. So nah und so verdammt weit weg. Am liebsten hätte ich ihm meinen Nachtisch ins Gesicht geschmiert.

Für das dass er es wirklich gewagt hatte, hier aufzukreuzen.

Mit einer schönen Frau.

Ich habe keine Begleitung. Aven und Silver gehören nicht zu mir. Die beiden Brüder haben sich hier mit Kyrian verabredet, um beim Kellnern auszuhelfen.

Aven ist wahrlich attraktiv und ich mag seine außergewöhnlichen Tattoos, aber ich hatte ihm sofort klar gemacht, dass ich nur platonisches Interesse habe. Er hatte das akzeptiert.

Jess erhebt sich vom Stuhl und kommt näher zu mir. „Asteria, bist du etwa eifersüchtig?", fragt sie nun lächelnd.

„Jess, was wird das?", frage ich angekratzt. Warum wirkt sie plötzlich so heiter?

„Rede doch mit ihm, was hast du schon zu verlieren", sagt sie leicht hin. Ich trinke mein Glas leer und stelle es ab. „Ich bin hier um Spaß zu haben, nicht um ihm hinterher zulaufen." Sie verstummt.

Ich blicke nach vorne und entdecke Damino, wie er seiner Begleitung etwas ins Ohr flüstert. Ich muss hier weg, irgendwo anders hinschauen, bevor mir schlecht wird.

„Lass uns etwas zu essen holen, ich hatte noch nichts Gescheites", sage ich knapp. Jess verzieht das Gesicht. „Na gut, aber dann gehen wir auf die Tanzfläche, ja?"

Sie greift nach meinem Arm und ich nicke nur zur Antwort. Wir bahnen uns den Weg frei, bis wir das große Buffet am linken Ende des Tanzsaals erreichen. Ich nehme mir einen Teller und gebe Jess ebenfalls einen. Nachdem ich mir Salat, einen Fleischspieß und etwas französischen Käse aufgeladen habe, sehe ich zu Jess. Sie starrt auf ihren Tomate-Mozzarella-Spieß, als würde sie ihn nach Auffälligkeiten durchsuchen. Ich beiße in den Käse, als ich bemerke, wie sie mürrisch den Blick zur Seite wendet.

𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt