Damino
Sie sitzt in meinem Auto.
Ich kneife mir in den linken Daumen, um die Realität der Situation zu begreifen. Der Druck des Nagels auf meiner Haut bringt mich zurück in den Augenblick.
Als ich die Hüfte anhebe, um meine Regung zu verbergen, bemerke ich ihren forschenden Blick.
Dann strecke ich ihr die Hand entgegen. Sie mustert sie skeptisch.
„Ich möchte mich für damals entschuldigen", sage ich in die Stille hinein. Schon von Anfang an wollte ich das, weil ich es ihr schuldig bin.
Sie legt die Finger nicht in meine Hand, sondern umschließt mein Handgelenk. Ein Lächeln spielt auf ihren Lippen, als sie sich näher beugt.
Im nächsten Augenblick spuckt sie in meine Handfläche und klatscht sie mir ins Gesicht. Das scharfe Geräusch hallt im großen Wageninneren wider.
„Oh." Ich wische mir die feuchte Wange und hebe eine Braue.
„Das wollte ich schon die ganze Zeit tun", sagt sie mit einem Grinsen. Ihre Augen glänzen schelmisch, fast kindlich, wie bei jemandem, der eben einen lange ersehnten Triumph errungen hat.
Vielleicht liegt es an dem Kuss von vorhin, doch ihre Geste gefällt mir. Mit dem Daumen verstreiche ich die Spucke über meine Wange und führe ihn anschließend an meine Lippen. Langsam lecke ich ihn sauber, während sie mich fasziniert beobachtet.
„Ich hatte mir schon gedacht, dass du mir nicht so leicht verzeihen würdest", murmele ich.
Sie zuckt zurück und wirkt überrascht. „Bist du nicht angeekelt?"
Ein Grinsen verzieht meine Mundwinkel. „Alles, nur nicht angeekelt."
Ihre Stirn legt sich in Falten, als sie weiter meine Wange mustert. „Du bist völlig freaked out, ernsthaft."
Ich erwidere nichts, sehe sie nur an.
„Soll ich dir zeigen, wie leid es mir tut, wenn meine Worte dir nicht genügen?" Meine Stimme ist nun leiser.
Schnell wendet sie den Blick ab, hinaus in den dunklen Himmel. „Eigentlich will ich nur, dass du zur Therapie gehst und endlich deinen Scheiß auf die Reihe kriegst." Ihr Tonfall ist plötzlich hart, unerbittlich.
„Bin ich", sage ich knapp.
Ihr Kopf fährt ruckartig herum, Augenbrauen angespannt, die Lippen zu einer Linie gepresst. „Bist du?"
„Ja. Seit einem halben Jahr."
Sie beugt sich näher und sucht in meinem Gesicht nach dem kleinsten Anzeichen einer Lüge. Ihr Gewicht verlagert sich, eine Hand stützt sich am Sideboard ab. Ihre Augen sind schmal und durchdringend. Unvermeidlich gleitet mein Blick zu ihrem Dekolleté, wo der Stoff ihres blauen Kleides verrutscht ist. Ihr Duft hüllt mich wie eine schöne Sünde ein, die danach schreit aufgedeckt zu werden.
„Was war der ausschlaggebende Grund?", hakt sie nach.
Ich greife eine lose Haarsträhne, drehe sie zwischen meinen Fingern und neige mich näher. „Du."
„Ich?" Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Hauch.
Ihr Blick wandert suchend zwischen meinen Augen, als könne sie den Zusammenhang nicht begreifen. Ich lasse die Strähne los, lege einen Finger unter den dünnen Träger ihres Kleides und streiche langsam über die Haut, bis ich den Ansatz ihrer Brust erreiche.
„Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, aber seit dem Tag des Videos habe ich mich gehasst. Nein. Ich konnte mich selbst nicht ertragen, wegen dem, was ich dir angetan habe."
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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆
Romance„𝑺𝒂𝒈 𝒎𝒊𝒓, 𝒘𝒊𝒆 𝒅𝒖 𝒅𝒊𝒄𝒉 𝒇ü𝒉𝒍𝒔𝒕", höre ich seine Stimme, leise und eindringlich. Ich suche nach einer Antwort, doch mir fehlen die Worte. Sein weiterer Stoß wird tiefer und ich stöhne ein weiteres Mal widerwillig. „Wenn du mir nicht...
