Asteria
Neues und vor allem aufbrausendes Kapitel! Bin sehr gespannt wie ihr es findet. Schreibt mir gerne, wie ihr es fandet. Viel Spaß :)
„Bist du öfter hier?"
Der Typ mit den Tattoos entlang seines Halses sieht zu mir. Sie wirken ungestüm, und die meisten sind in einem tiefen, dunklen Blau gestochen. Es spiegelt seine Augenfarbe wieder, in denen ich helle Sprenkel erkenne.
Er zündet mir die Zigarette an, während ich ihn anlächle. „Das würdest du gerne wissen, hm?", antworte ich. Funken steigen am Ende meiner Kippe auf, während ich den Geschmack des Nikotins schmecke. Seine Finger umschließen sein kleines Feuerzeug, bevor er seine eigene Zigarette anzündet. „Ein Gesicht wie deines hätte ich mir sicher gemerkt und ich vergesse selten."
Er bläst mir den dicken Rauch entgegen, als ich meinen Blick hebe. „Ist das deine übliche Pickup-Line, um dein Bett warm zu halten?" Ich klinge zu amüsiert, zu heiter. Meine Hüfte lehnt gegen das Ende einer Parkbank. Sie ist voller Graffiti verunstaltet, so dass man kaum erkennen kann, welche ursprüngliche Farbe sie einst hatte.
„Wirke ich wie der Typ, der gerne Anmachsprüche verteilt?"
Ich sehe ihn mit einem genaueren und filternden Blick an. Er trägt eine dunkle, ausgeleierte Denimjacke mit verschiedenen Patches darauf. Seine Hose ist weit und an manchen Stellen zerfranst. Mir fällt seine silberne Halskette auf, an deren unterem Ende das Symbol eines Haies hängt. Als ich den Blick hebe, bemerke ich die weißen Wimpern, durch die er mich ansieht. Er sitzt auf der Parklehne und hat die Zigarette zwischen seinen Lippen gepresst.
„Du könntest der Typ dafür sein, ja."
Er nimmt die Zigarette wieder aus dem Mund und ascht neben sich ab.
„Dein Urteilsvermögen ist gut. Was hat mich verraten?"
Ich ziehe an der Glimmstange, bevor ich ihm antworte.
„Deine Kette", sage ich. Er beginnt zu lachen, als er an sich hinab sieht und sie zwischen seine Finger nimmt.
„Wie heißt du?", fragt er lässig. Ich lege den Kopf etwas zur Seite und bemerke im Hintergrund Daxtons Gespräch. Er unterhält sich mit jemandem, den ich nicht kenne. Sie scheinen angeregt im Gespräch verwickelt zu sein. Ich sehe wieder zu meinem Gesprächspartner. Ich muss an seine Frage denken.
„Damals, als meine Mutter ihre Unschuld unter einem Sternenhimmel verlor, hatte sie sich unsterblich in den griechischen Jungen namens Ares verliebt und sich geschworen, seine Liebe in ihrem zukünftigen Kind weiterleben zu lassen. Ich kam und wurde ihr kleiner Stern, wofür der Name Asteria steht."
Er sieht mich schweigend an.
Grauer Rauch qualmt zwischen uns hin und her. Ich verstehe seine Reaktion. Die Antwort war viel und definitiv zu tiefgründig. Ich vermute auch nur, dass es zumindest die Nacht war, in der sie ihre Unschuld verlor. Als Kind erzählte sie oft, dass jene Nacht die war, in der sie das erste Mal liebte.
Normalerweise spreche ich nicht gerne über meine Mutter, aber dieses Detail hatte sich so sehr in mein Herz geprägt, dass ich ihre Hingabe zum Namen ehren musste. Sie nannte mich oft nur „Sternchen", wenn ich Blödsinn im Sinn hatte und die kleine Wohnung mit meinen Malereien auf dem Boden verwüstete. Ich weiß noch, wie ich damals versuchte, mich zu verteidigen, weil wir keine Blätter zum Malen da hatten. An jenem Tag hatte meine Mutter mir die Erlaubnis erteilt, auch die Wände mit meinen Ideen zu bemalen. Irgendwann sah unsere Wohnung aus wie ein einziges Kinderzimmer, was jedoch etwas Wärme in die kalte Bude brachte.
Ich hatte seit unserem Gespräch auf dem Berg keinen Kontakt mehr zu ihr. Den Zettel mit ihrer Nummer darauf trage ich in meiner Handyhülle noch immer mit mir herum. Ich kann mich nicht davon trennen. Es ist wie ein Fluch, der mich nicht loslassen möchte. Ich weiß weder, wo sie lebt, was sie tut, noch ob sie noch in Kontakt mit Jean ist. Er redet nicht mehr über sie.
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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆
Romance„𝑺𝒂𝒈 𝒎𝒊𝒓, 𝒘𝒊𝒆 𝒅𝒖 𝒅𝒊𝒄𝒉 𝒇ü𝒉𝒍𝒔𝒕", höre ich seine Stimme, leise und eindringlich. Ich suche nach einer Antwort, doch mir fehlen die Worte. Sein weiterer Stoß wird tiefer und ich stöhne ein weiteres Mal widerwillig. „Wenn du mir nicht...
