Hey! Neues und vor allem langes Kapitel. Voten und kommentieren nicht vergessen :)
Asteria
Das Klacken meines Motorradhelms erklingt, als ich ihn geübt öffne. Eine angenehme Sommerbrise wühlt mein Pony in alle Richtungen durcheinander. Ich streiche es kurz glatt und hänge den Helm über meine Schulter. Mit einer langsamen Bewegung ziehe ich den, wohlgemerkt pink besprühten Schlüssel heraus und schnalze bei dem Gedanken an die Farbe mit der Zunge.
Jess hat mir das Motorrad zu meinem Geburtstag dieses Jahres geschenkt. Sie hat sie nicht mehr alle, das wurde mir an diesem Tag klar. Ihre einfache und knappe Begründung lautete, dass ich mir das bestmögliche Gefährt für meine Freiheit verdient hätte. In diesem Fall war es ein komplett neonblaues Motorrad.
Ich fragte sie, wie sie es sich leisten konnte, doch sie winkte nur ab und meinte, es habe ihrem Vater gehört, der es ihr schenkte, obwohl sie es gar nicht wollte. Ich glaubte ihr nicht. Das Ding war nagelneu. Mein Gewissen fraß mich auf, sobald ich meinen Führerschein hatte und die erste Runde gefahren war.
Aus diesem Grund versprach ich ihr im Gegenzug einen Urlaub auf den Malediven. Das freute sie sogar, aber sie meinte, ich müsse mir keine Sorgen machen, es sei alles gut.
Und nun? Naja, jetzt fahre ich täglich meine Runden, genieße tatsächlich jedes Stückchen Freiheit, das mir entgegenweht, und kann mich kaum davon losreißen. Ich kann mein Glück bis heute nicht fassen. Genau deshalb behüte ich die Maschine wie mein Neugeborenes.
Jess nennt diese neue Obsession fanatisch, ich hingegen nenne es Wertschätzung. Man kann es sehen, wie man will. Fakt ist, dass ich mich noch nie so frei gefühlt habe.
Mein Blick fällt auf den großen mexikanischen Foodtruck zu meiner Rechten. Vor der Ausgabetheke tummeln sich mehrere Menschen, einige sitzen an den grünen Bistrotischen direkt daneben. Lichterketten hängen vom gelb lackierten Truckdach, und irgendwoher klingt leise Radiomusik. Die Stimmung ist gut, gerade herrscht die größte Stoßzeit des Tages. Abends, wenn viele vorbeifahren und an diesem funkelnden Ort Halt machen, lockt sie der kulinarische Genuss hierher. Mein absolutes Lieblingsgericht ist mit Abstand der Crunchy Taco, damit kann man nichts falsch machen. Aber eigentlich schmecken alle Gerichte fantastisch. Ich habe Glück dass ich hier nur Teilzeit arbeite. Sonst wäre ich Stammkundin.
Ich kann es ihnen also nicht verübeln.
Vor etwa einem Jahr, kurz nach meinem Schulabschluss, wurde ich ebenfalls darauf aufmerksam und hatte mich auf eine Stellenanzeige beworben. Sie nahmen mich noch am selben Tag, da die Nachfrage hoch war. Als Elli davon erfuhr, reichte sie ebenfalls eine Bewerbung ein und bekam zwei Tage später die Zusage. Wir versuchen immer, unsere Schichten gemeinsam zu legen, doch unser Chef scheint davon nicht allzu begeistert zu sein. Ich vermute, er weiß genau, wie schnell wir uns ablenken lassen würden.
Ich sehe mich um, entdecke jedoch nirgends die gelbe Schürze, die wir als Personal tragen müssen. Wahrscheinlich ist sie in der Küche, dem Bereich, den man von der großen Theke aus kaum einsehen kann.
Gerade als ich mich dem Foodtruck nähere, winkt mir Antonio zu. Sein Dreitagebart ist sein unverkennbares Merkmal, ebenso wie sein breites Lächeln, in dem ein schiefer Zahn in der Mitte hervorblitzt.
„Hey, na? Hast du heute doch Schicht?", fragt er mich heiter. Er bedient gerade einen Gast, kommt dann jedoch mit einer Umarmung auf mich zu.
„Hey. Nein, ich habe tatsächlich erst morgen Schicht. Hast du vielleicht Elli gesehen?" Er lässt mich los und hält mich für einen kurzen Moment an den Schultern fest. „Elli ist eine rauchen gegangen, hinterm Truck", meint er beiläufig.
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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆
Romance„𝑺𝒂𝒈 𝒎𝒊𝒓, 𝒘𝒊𝒆 𝒅𝒖 𝒅𝒊𝒄𝒉 𝒇ü𝒉𝒍𝒔𝒕", höre ich seine Stimme, leise und eindringlich. Ich suche nach einer Antwort, doch mir fehlen die Worte. Sein weiterer Stoß wird tiefer und ich stöhne ein weiteres Mal widerwillig. „Wenn du mir nicht...
