Asteria
Ich versuche mich neu. Probiere neue Dinge und ich liebe es sogar. Ich fühle mich ein kleines Stückchen mehr wie ich.
"Beachte die Reihenfolge und lass dir Zeit, ja?" Eine sanfte Stimme dringt zu mir durch.
Ich sehe von meinem blauen Garn nach oben und sehe in grüne Augen. Halte meinen Blick standhaft und rühre mich nicht. Ich warte auf eine Reaktion ab.
"Asteria?"
Ich schmunzle, als ich ihren verwirrten Gesichtsausdruck bemerke. Eine helle kurze Haarsträhne fällt ihr vor die Nase.
"Elli."
Sie sieht von meinem intensiven Blick weg und schüttelt leicht den Kopf. Das strahlende Sonnenlicht wirft helle Streifen auf ihre linke Gesichtshälfte. "Du sollst nicht mich anschauen, sondern auf deine Häkelnadel, ernsthaft", sagt sie klagend. Ich lasse meine Nadel in meinen Schoß fallen und lege die angefangene Socke zu Boden. Dann lehne ich mich weiter nach vorne und hebe meine Hand in Richtung ihrer Wange. Mit einer einfachen und langsamen Bewegung streiche ich ihr die lose Haarsträhne hinter ihr Ohr.
"Ich sehe dich einfach gerne an", sage ich zur Antwort. Sie lächelt bei der Berührung und greift nach meiner Hand, um sie anschließend auf ihre Brust zu legen, auf die Seite ihres Herzens. "Fühlst du das? Das passiert, wenn du so mit mir redest", sagt sie frei heraus. Das Pochen ihres Herzen dringt durch das dünne Oberteil bis zu meinen Fingerspitzen.
Ein Herzschlag, der wegen mir so stark schlägt. Mich daran erinnert, wie viel ich überwunden konnte und auf mich genommen habe. Geduld und viele Tränen haben mich gelehrt, nicht aufzugeben und für meine Ziele einzustehen.
"Deine Worte heilen mich", sage ich leise und löse mich aus ihrem Griff. Ich gleite an ihrem Torso entlang und ende an ihrer Shorts. Dort verweilt meine Hand und mit dem Daumen streiche ich ihr kleine Kreise auf ihren entblößten Oberschenkel.
Es sind viele Monate vergangen, ich habe die Sommerferien mit meinen Freunden verbracht und mir so oft das Knie aufgeschürft, bis ich endlich den Stunt ausüben kann, der mir anfangs so schwer fiel. Ich rede nun öfter mit meinen Freunden über meine Probleme, weil ich gelernt habe, nicht alles für mich behalten zu müssen. Und das mit Elli? Zufall. Wir sind nicht zusammen. Aber wir daten uns seit langer Zeit, einfach weil ich noch nicht bereit bin für eine Beziehung. Sie sprach mich am Anfang dieses Schuljahres kurz vor den Herbstferien an und fragte mich nach einem Date. Sie war dasselbe Mädchen, welches mit mir damals auf der Halloweenparty so innig getanzt hatte und ich sie fast zu dem Zeitpunkt geküsst hätte, bevor mich...
Ich habe eine lange Zeit nicht mehr über ihn nachgedacht. Ich rede nicht Mal mehr über ihn. Ich weiß nicht, was er überhaupt so macht und wie seine Noten sind. Er hatte die Klasse kurz nach unserem letzten Abschied gewechselt. Seitdem sah ich ihn wenn überhaupt noch im Psychologie Kurs, wo er jedoch schweigsam seine Stunden verbrachte. Wir sahen uns nicht mehr an, wir sprachen nicht mehr und ich war froh darüber. Jedoch zerrte jede Kraft meines Körpers an mir, wenn ich an ihm vorbeigehen musste, nur um nicht nachzufragen, wie es ihm geht. Was seltsam ist, weil ich vor unserem Abschied mich das nie gefragt habe. Einen Monat noch und ich werde meinen Abschluss machen und endlich dieses Internat verlassen können.
Eine leichte Berührung entlang meiner Lippen lassen mich meine Gedanken verdrängen.
"Ich liebe es wenn du so nachdenklich bist, aber ich mag dich noch ein wenig mehr, wenn du mir deine Gedanken auf meine Lippen legst und sagst, was dich beschäftigt." Sie ist mein innerlicher Frieden. Sie hat es irgendwie mit ihren süßlichen und lieblichen Art geschafft, mich aus meinem dunklen Verließ heraus zu locken, meine Lebensfreude zu erwecken. Sie ist wie ein heller Sonnenschein an einem sehr trüben Tag, wenn man in den Himmel hinauf schaut. Sie verurteilt mich nie und ist sanft.
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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆
Romance„𝑺𝒂𝒈 𝒎𝒊𝒓, 𝒘𝒊𝒆 𝒅𝒖 𝒅𝒊𝒄𝒉 𝒇ü𝒉𝒍𝒔𝒕", höre ich seine Stimme, leise und eindringlich. Ich suche nach einer Antwort, doch mir fehlen die Worte. Sein weiterer Stoß wird tiefer und ich stöhne ein weiteres Mal widerwillig. „Wenn du mir nicht...
