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Als ich am nächsten morgen aufwachte, war das Bett leer. Verwundert setzte ich mich auf und sah mich um. Die Balkonttür stand einen Spalt breit auf und so zog ich mir meine Jacke über und ging hinaus. Tatsächlich dort stand er, tief in Gedanken versunken und schien vollkommen abgetreten.

I: Pablo?

Er zuckte fürchterlich zusammen und sah mich geschockt an.

I: Tut mir leid. Woran denkst du?

Ich schlang meine Arme um ihn herum und legte den Kopf an seine Brust. Er schlang ebenfalls seine Arme um mich und sah über den großen Garten hinweg.

P: Vieles.... Vor allem an nachher....

I: Du schaffst das..

P: Ich muss ja wohl... Aber ich möchte nicht das Antonio oder so mich so sieht so...

I: So verletzlich?

Er nickte betreten. Ich drückte ihn an mich und sah zu ihm auf.

I: Antonio kennt dich und deine Eltern länger als ich es tue. Vor ihm brauchst du nichts zu befürchten. Generell nicht... Außerdem bin ich ja auch noch da und bin für dich da

Erneut nickte er und versteckt das Gesicht in meinen Haaren. Einige Minuten verweilten wir so und beschlossen dann rein zu gehen und Clara zu wecken um frühstücken zu gehen. Nach dem Frühstück gingen wir wieder hoch und machten uns langsam fertig. Ich zog mir das schwarze Kleid an und Band mir die Haare zu einem Dutt zusammen. Make-up ließ ich weg und zog Clara ebenfalls ein schwarzes Kleid an. Pablo trug einen schlichten Anzug und wartete bereits auf uns. Er sprach kein Wort und so gingen wir runter wo auch die anderen warteten. Alle genau wie wir in schwarz gekleidet. Wir gingen zum Auto und stiegen ein.

Ich fragte mich jedesmal wie wir alle hier reinpassten. Doch diese Tatsache rutschte schnell in den Hintergrund, als German den Wagen startete und losfuhr. Die ganze Fahrt über schwiegen wir und sahen stumm aus dem Fenster. Viel zu schnell kamen wir an und stiegen aus. Mamá war bereits da und kam auf uns zu. Sie hatte es nicht eher her geschafft aber das war nicht weiter dramatisch gewesen. Sie umarmte Pablo erstmal herzlich und sprach ihm ihr Beileid zu.

Auch mich drückte sie fest an sich und begrüßte die anderen. Sie nahm Clara auf den Arm und dann machten wir uns auf den Weg zur Trauerhalle. Mit jedem Schritt den wir näher kamen wurde Pablos Laune schlechter und er begann auch leicht zu zittern als wir die große Halle betraten. Es waren schon viele Leute da. Die meisten kannte ich garnicht.

Ein paar Gesichter kamen mir bekannt vor von Geburtstagen beispielsweise aber das waren nur recht wenige. Einige kamen schon auf uns zu und schlossen Pablo in die Arme und gaben uns anschließend die Hand. Wir setzten uns auf unsere Plätze in der ersten Reihe und auch alle anderen fanden sich auf ihren Plätzen ein.

Der Pfarrer begann vorne zu sprechen und der Saal verstummte. Während er über das Leben der beiden sprach, bemerkte ich wie Pablo neben mir erneut anfing zu zittern. Er griff nach meiner Hand die auf meinem Schoß lag und verschränkte unsere Finger miteinander. Er hielt sie fest umschlossen bei sich und klammert sich praktisch daran. Ich drückte sie beruhigend und spürte das er sich ein klein wenig beruhigte. Ich musste jetzt für ihn da sein und ich hoffte das es ihm helfen würde.

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