Kapitel 17: Hau ab!

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„Das einzige was ich dir vielleicht anbieten könnte wäre irgendwann eine Freundschaft?!", sagte ich leise und entfernte meine Hände von seinen.

„Freundschaft?", sagte er etwas lauter und schnaubte. „Ich will keine Freundschaft. Ich will dich. Dich und den Prinzen. Und ich will dich als meine Freundin, irgendwann als meine Frau. Nicht als eine Freundin. Als ob jemals eine Freundschaft zwischen uns funktionieren würde. Da glaubst du selbst doch nicht wirklich dran, oder?"

„Mar, entweder das oder gar nichts. Es ist deine Entscheidung. Zuerst wollte ich gar nichts mehr mit dir zu tun haben! Wenn das, was du gerade gesagt hast stimmt, dann stimmst du der Freundschaft zu, wenn nicht dann nicht.", sagte ich mit ziemlichen Selbstbewusstsein, woher ich das auf einmal hatte wusste ich nicht, aber ich musste stark bleiben.

„FUCK!", fluchte er und ging auf und ab. Murmelte immer wieder etwas vor sich hin, aber ich verstand es nicht. Ich schaute wieder zur Maus, die aber immer noch tief und fest schlief und dann wieder zu Mar, der stehen geblieben war und mich anschaute.

„Besteht eine Hoffnung, dass wir wieder zusammen kommen? Irgendwann?", fragte er und schaute mich gespannt an. Ich biss mir auf die Lippe und senkte meinen Blick und schüttelte vorsichtig den Kopf. Nein. Nein, ich konnte es ihm nicht verzeihen. Ich konnte es nicht vergessen.

„NEIN MEL! NEIN!", schrie Mar auf einmal und lief zurück. Ich zuckte zusammen, als er so schrie und schaute ihm hinterher. Wohin lief er? Ich merkte wie mir die Tränen kamen. Die fast sofort auf meiner Wange einfroren. Wieso fühlte es sich so scheiße an? Wieso war ich nicht erleichtert das es raus war und wir eine Freundschaft aufbauen könnten, alleine schon wegen dem Würmchen?

Ich ging langsam mit der Maus zurück, die Stunde war eh fast vorbei und ich wollte wissen, wo Mar war. Kaum war ich am Haus angekommen hörte ich Mar schon schreien. Ich schluckte und klingelte. Tessa machte mir voller Sorge die Türe auf und schaute mich an.

„Keine Ahnung was bei euch los ist, aber er dreht ab Mel.", sagte Tessa zu mir und ich schloss kurz meine Augen. Was sollte ich machen? Hoch gehen? Unten bleiben? Nach Hause gehen? Fuck. Das war doch alles nicht normal.

Ich öffnete die Augen und schaute zu Tessa, die besorgt nach oben schaute. Ich schob den Kinderwagen rein und lief hoch und ging ohne anzuklopfen in Mars Zimmer. Er schmiss mit einem wisch wieder alles vom Schreibtisch und ging sich durch die Haare, ballte die Hände zu Fäusten und schlug gegen die Wand, mit voller Kraft. Fuck. Die Knochen knackten, aber das schien ihm noch nicht mal aufgefallen zu sein.

Ich schaute in sein Gesicht, welches ziemlich nass war. Fuck. Ich ging langsam ins Zimmer und schloss die Türe hinter mir. Als er wieder gegen die Wand hauen wollte, schrie ich schon fast seinen Namen, er schaute kurz zu mir, drehte sich weg und schlug wieder gegen die Wand. Sein Körper zitterte. Verdammt. So außer sich hatte ich ihn noch nie gesehen.

„GEH!", schrie er und schlug wieder gegen die Wand. Ich schluckte und ging einen Schritt auf ihn zu. Gab seiner Aussage keine Beachtung. Mar fluchte, schniefte, schlug und schrie. Ich ging vorsichtig weiter auf ihn zu. Mein Herz raste. Ich konnte nicht einschätzen was er machen würde. Und wenn ich ehrlich war, hatte ich Angst vor ihm, aber ich musste ihn dazu bringen damit aufzuhören. Immerhin war ich daran schuld.

„GEH MELODY! GEH EINFACH!", schrie er und ließ mich wieder zusammen zucken. Ich schüttelte nur den Kopf und ging weiter auf ihn zu. Er schlug wieder gegen die Wand. Fuck. Konnte er damit vielleicht mal aufhören? Es brachte doch eh nichts. Was erhoffte er sich davon? Damn.

„Hör auf Mar.", sagte ich in normaler Lautstärke und hatte ihn fast erreicht.

„NEIN! VERPISS DICH EINFACH! HAU AB UND GEH MILO ODER SONST WEM FICKEN!", knallte er mir ins Gesicht und da knallte nun auch eine Sicherung bei mir durch. Ich holte aus und scheuerte ihm wieder so feste wie es ging eine.

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