Es fühlte sich nicht so an, als wenn ich ihn 9 Wochen nicht mehr gesehen hatte und auch nicht mehr mit ihm gesprochen hatte. Es war alles irgendwie wie immer, obwohl wir beide nicht mehr zusammen waren und unsere eigenen Wege gingen.
„Ich glaub ich bin satt.", sagte er, als ich ihm die nächste Gabel mit Kartoffelsalat hin hielt. Ich schüttelte den Kopf und hielt sie weiter vor seinem Mund, er öffnete ihn wieder und ich steckte die Gabel wieder in seinen Mund. Nahm mir zwischendurch immer wieder eine kleine Frikadelle mit Zaziki und ließ sie in meinem Mund verschwinden.
Ich schmierte ihm das Brot und gab es ihm, immerhin konnte er das wohl selber essen, ohne meine Hilfe. Und er aß es. Nachdem ich ihm die zwei Würstchen noch untergeschoben hatte und ein paar kleine Frikadellen waren die 2 Teller leer. Ging doch.
„Nachtisch?", fragte ich lächelnd, aber er schüttelte schnell den Kopf.
„Auf keinen Fall. Ich platze sonst.", sagte er und legte sich auf das Kopfkissen. Ich grinste und stellte die Teller vom Bett runter und schaute mich im Raum wieder um.
„Du müsstest mal wieder aufräumen und dringend deine Bettwäsche waschen.", sagte ich und schaute zu ihm. Er hatte die Augen geschlossen.
„Ich weiß. Tut mir leid, dass es hier so aussieht.", sprach er und öffnete wieder seine Augen.
„Wieso? Du musst hier drin wohnen und nicht ich.", antwortete ich ihm leise und schaute wieder in das Zimmer.
„Trotzdem. Aber du solltest euer Geschenk vielleicht einmal aufmachen! Aber Mel, versprich mir eins, ja?", fragte er und hatte somit wieder meine volle Aufmerksamkeit.
„Oh. Stimmt. Sorry vor lauter Babygeschlecht habe ich das komplett vergessen. Was soll ich dir versprechen, Mar?", sagte ich und nahm den Umschlag in meine Hand.
„Nimm es an!", sagte er und ich schaute ihn fragend an. Schaute zum Umschlag und dann wieder zu Mar, der sich wieder hingesetzt hatte und meine Reaktion genau beobachtete.
„Mal gucken.", sagte ich und öffnete den Umschlag. Ein Brief.
Was hatte es in dieser Familie auf sich, dass sie immer Briefe schreiben mussten? Ich runzelte die Stirn und schaute zu Mar, der mich gespannt ansah. Ich öffnete den Brief und fing an zu lesen.
Liebe Mel, liebes Würmchen!
Ich weiß, ich habe vieles, wenn nicht sogar alles kaputt gemacht und ihr könnt mir glauben - es tut mir leid. Mehr als alles andere. Wenn ich könnte würde ich es sofort rückgängig machen. Ich habe das Wichtigste in meinem Leben verloren – euch zwei.
Aber daran bin ich alleine Schuld, das weiß ich.
Ich habe unsere Zukunftspläne kaputt gemacht, habe dein Vertrauen verloren.
Jedoch möchte ich, dass ihr zwei immer in Sicherheit seid und euch an eure gemeinsame Zeit miteinander gewöhnt.
Ich habe mir lange Gedanken gemacht, was ich euch zu Weihnachten schenken sollte, aber es war nie das perfekte dabei. Nie das, was für euch reichen würde, aber Mum hatte mich auf eine Idee gebracht, die ich direkt gut fand. Ich weiß, dass du gleich komplett austicken wirst, aber Mel glaub mir, es ist für dich und das Würmchen das beste!
Überleg vielleicht erst und mach dir deine Gedanken darüber.
Bitte.
Ich liebe euch.
Marlon
Ich schaute ihn lange an und wusste nicht was ich machen sollte. Was bedeutete das alles wieder? Er liebte uns? Immer noch? Wieso hatte er das nur getan. Wieso? Ich brauchte antworten, obwohl sie das geschehende auch nicht mehr rückgängig machen würden, aber ich wollte es einfach verstehen.
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Summer Time
Romance[Teil 3] Irgendwas war immer noch zwischen Melody und Marlon. Es ging einfach nicht, dass sie nichts mehr miteinander zutun hatten. Sie brauchten einander. Vielleicht sogar mehr als jemals zuvor. Die Geburt stand an und Marlon wurde klar, dass er 's...
