Kapitel 6: Tannenbaum

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Ethan und Milo trugen die Kästen in den Keller und ich stellte, nachdem ich mich 10 mal umgeschaut hatte, die Tüten in Tessas Küche. Ich wollte Marlon noch nicht sehen.

Tessa schaute und nickte bei allem, also war alles richtig. Milo nahm seine Tüte mit den ganzen Süßigkeiten und fragte Tessa, ob er sie bei ihr lassen konnte. Sie stimmte ihm zu und er räumte die Sachen in den Wohnzimmerschrank von Tessa.

Ich schaute zur Maus, die ich bis dahin noch gar nicht beachtet hatte und ging zu ihr. Nahm sie von der Decke und küsste sie immer wieder und stellte mich mit ihr neben Tessa und schaute was Tessa machte. Sie bereitete schon einige Sachen vor und ich fragte, ob ich ihr helfen sollte, aber sie verneinte und meinte, dass ich mich lieber weiter um die Maus kümmern sollte. Ich nickte und setzte mich mit der Maus auf die Couch und streichelte ihr immer wieder über die Hände.

„Wie sieht es mit dem Weihnachtsbaum aus, Mum? Sollen wir ihn schon mal aufstellen? Oder willst du das Morgen machen?", fragte Ethan Tessa die zu im schaute und überlegte. Weihnachtsbaum. Ich liebte es Weihnachtsbäume zu schmücken! Ich drehte mich zu Tessa und schaute sie mit großen Augen an.

„Kannst du oder ihr von mir aus schon heute machen, dann ist das schon mal aus den Füßen!", sagte Tessa und ich strahlte.

„Ich helf dir!", sagte ich schnell und stand mit der Maus wieder auf. „Welche Farbe soll es dieses Jahr sein, Tessa?"

„Dunkelrot, so wie der Adventskranz!", sagte Tessa und ich nickte.

„Ich stell mit Milo den Baum dann auf oder Milo?", fragte Ethan und Milo verdrehte die Augen und nickte. Der Onkel des Würmchens lief in den Keller, der andere lief raus. Ich schaute ihnen nur hinterher und schaute dann zu Tessa, die mich anlächelte. Okay. Und was sollte ich nun machen?

„Wo sind die Kugeln und der ganze Kram? Dann kann ich mich auch schon mal nützlich machen. Meinst du Mar wird runter kommen? Ich wollte ihn eigentlich nicht sehen. Habe irgendwie Angst davor. Naja, es ist seltsam.", redete ich drauf los und Tessa kam zu mir und drückte mich auf den Stuhl.

„Mel, ich weiß nicht, ob er runter kommen wird, aber so wie er in letzter Zeit drauf ist glaube ich da eher nicht dran. Aber du musst mit ihm reden. Ihr müsst das klären. Das ganze Versteckspiel ist nicht gut für dich und das Kind. Es ist purer Stress, auch wenn du es nicht zugeben willst. Das wissen wir beide. Das was er gemacht hat war scheiße, mehr als nur scheiße, aber meinst du nicht, dass er wenigstens verdient hat, dass du ihm die Chance gibst es dir zu erklären, wobei ich nicht weiß, was er dir da erklären will, aber hör ihm zu. Soviel ich weiß, hast du ihn die letzten 9 Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen, oder? Glaub mir, wenn du ihn siehst erschrecke dich nicht. Er sieht nicht mehr so aus, wie er ausgesehen hat, als ihr euch getrennt habt. Er verzweifelt langsam, Mel. Du weißt, ich verachte sein Verhalten euch gegenüber und stelle mich nicht auf seine Seite, sondern auf deine, aber hör es dir einfach an. Auch wenn du nicht mehr mit ihm zusammen kommen willst und er für dich gestorben ist musst du auch an das Kind denken. Er wird nun einmal der Vater sein und das Kind braucht beide Elternteile und eins kann ich dir sagen, er liebt euch. Er liebt euch mehr als alles andere.", sagte Tessa ernst und stellte sich wieder hin. Ich wusste nicht was ich dazu sagen sollte, es war seltsam.

Sie hatte mal wieder recht, es war Stress. Ich machte mir immer wieder Gedanken darüber, wie ich ihm am besten aus dem Weg gehen kann, wie ich nicht in seine Nähe gelangte, wie ich alles versuchte, damit ich ihn nicht sah und mit ihm sprechen musste. Hatte er es verdient, mir das zu erklären? Was gab es da auch schon zu erklären? Ich hatte es gesehen, es hatte mich verletzt und danach war es bei uns vorbei. Und wieso sollte ich mich erschrecken? Wie sah er aus? Was hatte er gemacht? Sah er so aus wie sein Zimmer? Obwohl, dass glaubte ich eher nicht, da Mar eigentlich immer ziemlich wert auf sein Äußeres gegeben hatte. Sicher brauchte das Kind beide Elternteile, aber ich wusste nicht, wie ich das machen sollte. Ich wollte ihm nie das Kind vorenthalten, schließlich waren wir beide die Eltern, egal ob wir getrennt sind oder nicht. Er liebt uns? Wenn er das machen würde, hätte er das ganze auf dem 18ten Geburtstag von Milo nicht gemacht.

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