Umso näher wir dem Haus kamen, umso schneller schlug mein Herz. Mir wurde schlecht. Richtig schlecht. Meine Hände schwitzten, obwohl es extrem kalt war. Ich fühlte mich unwohl. Meine Schritte wurden immer langsamer und kleiner.
Milo schaute zu mir und runzelte seine Stirn, hakte sich bei mir unter und zog mich fast schon mit sich. Ich sträubte mich ziemlich. Ich hatte so eine Angst. Ich probierte mich zu beruhigen und meinen Atem wieder zu normalisieren, aber das klappte kein bisschen. Kurz vor der Türe wäre ich am liebsten weit weg gelaufen und hätte mich davor versteckt, aber das war kindisch. Wir mussten irgendwann wieder miteinander reden und uns in die Augen sehen, auch wenn es komisch war.
Neo drückte die Klingel. Ich zuckte zusammen, ging wieder einen Schritt zurück und wollte noch einen zurück gehen, aber Milo hielt mich fest und schaute mich lange an. Jedoch sagte er nichts und schaute wieder zur Türe, die von Tessa und der Maus aufgemacht wurde.
Und zack. Meine Aufmerksamkeit galt der Maus. Ich vergaß alles um mich herum. Sah nur dieses zuckersüße dunkelrote Kleid und das passende Stirnband dazu. Oh Gott. Sie war so extrem hübsch. Sie war das süßeste überhaupt. Ich musste mich nur auf die Maus konzentrieren und der Rest würde von alleine kommen. Ich vergaß meine Nervosität. Ich vergaß, dass ich Marlon gleich sah. Ich vergaß den Hunger.
Ich folgte den anderen rein, zog meine Jacke und meine Schuhe aus, nahm mir die High Heels aus den Tüten, die ich eben schon nach hier gebracht hatte und zog sie mir an. Meine Nervosität war wieder da. Scheiße. Ich schluckte, schloss kurz die Augen und holte tief Luft und trat in die Küche.
Jedoch anders als wie erwartet war nirgendwo Marlon zu sehen. Ich stieß die Luft aus und versuchte mich wieder zu beruhigen. Tessa die meine Panik anscheinend gesehen hatte gab mir die Maus und sagte, dass ich mich doch so lange auf die Couch setzen sollte und ein wenig auf die Maus aufpassen sollte. Ich nickte schnell und ging zur Couch.
Da wir die ersten waren, brauchte ich auch noch niemanden zu begrüßen und ließ mich auf die Couch nieder. Legte Rose gegen meine Schulter und streichelte ihr immer und immer wieder über den Rücken.
Gedankenverloren schaute ich mich im Wohnzimmer um. Überall waren die Lichterketten an, sowohl an den Fenstern, als auch am Weihnachtsbaum. Auf dem Wohnzimmertisch waren die Kerzen des Adventskranzes an, im Hintergrund lief leise Weihnachtsmusik. Das Essen roch man überall, was meinen Magen wieder zum Knurren brachte. Unter dem Weihnachtsbaum lagen schon einige Geschenke. Ich stand mit der Maus auf, ging zu meinen Tüten und nahm sie. Legte die Geschenke, wo ich überall den Namen drauf geschrieben hatte, unter den Baum. Außer das für Marlon, das ließ ich erst einmal in der Tüte, damit er es nicht sofort bekommen würde.
Aber wo war er? Machte er sich noch fertig? War er im Keller? Oder war er noch unterwegs? Kam er vielleicht erst gar nicht runter? Das Letzte wäre für mich natürlich das Beste gewesen, aber ich glaube die anderen wären davon gar nicht begeistert, schließlich gehörte er zur Familie. Egal, was er gemacht hatte und was zwischen uns war, schließlich war ich hier der 'Gast' und nicht er.
Es war alles seltsam. Bei jedem Klingeln zuckte ich zusammen, bei jedem Geräusch was ich hörte schaute ich zur Treppe, aber er kam nicht.
Tessa, Sofia und die anderen stellten den Kartoffel- und Nudelsalat auf den Tisch, dazu das selbstgebackene Stangenbrot, die Frikadellen, die Würste, die Forellen, die Kräuterbutter, den Zaziki und diverse Soßen. Emma, Ava und Fiona deckten den Tisch.
Marv und Neo holten einige Flaschen aus dem Keller und stellten sie in den Kühlschrank. Die Kinder unterhielten sich miteinander, nur ich saß mit der Maus auf der Couch und beobachtete alles nur und machte mir immer wieder Gedanken was ich machen sollte, wenn Marlon runter kommen würde.
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Summer Time
Romance[Teil 3] Irgendwas war immer noch zwischen Melody und Marlon. Es ging einfach nicht, dass sie nichts mehr miteinander zutun hatten. Sie brauchten einander. Vielleicht sogar mehr als jemals zuvor. Die Geburt stand an und Marlon wurde klar, dass er 's...
