9. Backstage Pt.2

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Chapter 9

Völlig allein und ohne Unterstützung lief ich durch die menschenleeren Gänge, in denen ich mich vorher verirrt hatte. Ich ging ohne jemanden, weil ich der Meinung war, dass es besser so wäre. Falls Jeongguk die Suche nach mir aufgeben und zurückgehen würde, wäre es besser, wenn die restlichen Jungs dortblieben. Keiner würde mehr verloren gehen und sie könnten direkt auf die Bühne, was sie allmählich mussten. Auf den Fluren waren überall Lautsprecher, die die Live-Musik wiedergaben und die mir sagen würden, wann die Bangtan Boys dran wären. Bevor ich den Raum verlassen hatte, um nach Jeongguk zu suchen, hatte ich ihm eine Nachricht geschrieben, in der ich ihn über alles aufklärte.

Seine Antwort darauf war nur, dass er immer noch vor diesem Raum warten würde, was für mich eine Erleichterung war. Es war einzig und allein meine Schuld gewesen, wieso Jeongguk verloren durch die Gänge irrte. Erst heulte ich rum, dass er mich suchen kommen sollte und dann hatte ich ihn einfach vergessen, wie mies von mir. Tatsächlich wollte er mich suchen und mir helfen, was ich gerade echt süß fand. Ich war es ihm echt schuldig, dass ich ihm jetzt entgegen kam. Zudem wollte ich die anderen beiden anderen, die ich heute kennengelernt hatte, nicht verärgern, denn sie schienen so schon gereizt. Jimin, Taehyung, Jin und Hoseok waren sicherlich nicht sauer, hoffte ich jedenfalls. Aber Jeongguk war der Hauptgrund dafür, weshalb ich ihn suchte und nicht, weil ich Angst davor hatte, die anderen zu verärgern.

Meine Schritte wurden immer größer und ich immer nervöser, was man mir nicht verübeln konnte. Zwar kannte ich den Weg inzwischen schon, aber bis ich dort ankam, würde einige Zeit vergehen. Nicht viel, aber ich wusste ja nicht genau, wann man Jeongguk gebrauchte. Während ich alleine so umher rannte, wünschte ich mir echt, dass ich einen der Jungs mitgenommen oder zumindestens Jeongguk schon gefunden hätte. Mir war gerade echt nach reden. >Ich bin bald da.< Dies schrieb ich ihm, als ich mir sicher war, gleich da zu sein. Mein Handy hielt ich ununterbrochen in der Hand, um jede seiner Nachrichten sofort lesen zu können, falls er mir welche schicken würde.

Nach der Nachricht packte ich jedoch mein Handy weg, da ich keine Antwort brauchte, weil ich mir sicher war, gleich auf ihn zu treffen. Kurz bevor ich diese Ehre hatte, sprangen Gedanken in meinen Kopf. Fragen über Fragen stellten sich mir. Wie würde er reagieren? Wäre er vielleicht sauer, erleichtert oder .. glücklich? Na ja, die erste Option wäre natürlich nachvollziehbar, aber mir wären die anderen beiden viel lieber. Ich hatte ihn noch nie wütend erlebt, doch, ehrlich gesagt, wollte ich es auch nicht. Die nettesten Personen oder die, die ziemlich ruhig waren, könnten richtig zornig werden, wenn man es auf die Spitze trieb. Persönlich kannte ich das nur von einer meiner Freundinnen, die im Grunde ein ruhiges Gemüt hatte. Einmal hatte ich sie während einer Konversation sooft unterbrochen, ohne es zu merken, sodass sie nicht anders konnte und mich angeschrien hatte.

Anfangs war ich total schockiert und sprachlos, doch im Nachhinein brach ich in Gelächter aus. Also falls Jeongguk meinte, er müsse sauer auf mich sein, würde er die gleiche Reaktion kriegen. Das wollte ich nur mal so erwähnen. Jedenfalls ließ mich das noch unruhiger werden, was die Sache auch nicht gerade besser machte. Ich war mir sicher, dass ich gleich dort ankommen und auf ihn treffen würde. Heute hatte ich ihn ja nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommen, oder? Fühlte sich echt komisch an, alle außer ihn gesehen zu haben und trotzdem mit ihm zu schreiben. Eigentlich schrieb ich fast jeden Tag mit ihm, seitdem er meine Nummer hatte. So hatte ich tagtäglich das Gefühl, er sei in meiner Nähe.

Keine Ahnung, wieso wir das taten, aber es wurde schon zur Routine. Zum Glück gab es aber nicht solche schnulzigen "Guten Morgen"-Nachrichten, die ich echt nicht ausstehen konnte. Einer von uns schickte dem anderen ein Bild von irgendetwas Lustigem oder Normalen, wie z.B. von der Gangnam Station, und schon kamen wir ins Gespräch. Obwohl wir uns nur für sehr kurze Zeit kannten, hatten wir schon eine ordentliche Freundschaft entwickelt, würde ich jetzt sagen. Ok, wir waren jetzt eindeutig nicht die ABFFAL, wie einige es nennen würden, aber ich sah uns schon als Freunde an. Das war der Grund, wieso wir miteinander schrieben, fiel mir gerade ein. Wenn ich so darüber nachdachte, würde er bestimmt nicht böse auf mich sein. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen.

Bulletproof DesireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt