„Frost!", rief der Joker mit einem Grinsen im Gesicht, als er den Flur runter ging, Harleen noch immer im Schlepptau. Ein großer Mann mit Bart und Anzug kam mit einem Maschinengewehr in der Hand auf sie zu. Die Psychologin hatte sich von ihrem Patienten durch halb Arkham ziehen lassen. Sie wusste, dass es nichts bringen würde sich zu wehren. Und irgendwie wollte sie das auch nicht, obwohl wahrscheinlich kein Blut mehr durch ihren Unterarm floss, weil der Griff des Jokers so fest war. Und doch saß der kleine Engel auf ihrer linken Schulter und schüttelte energisch den Kopf. „Der Wagen steht draußen, Boss. Die halbe Gang ist hier und stiftet so lange Chaos bis du weg bist." Frost war einen Kopf größer als sein Anführer und doch sprach er mit großem Respekt vor ihm. „Gut, ich muss aber noch etwas erledigen. Ach und", plötzlich schubste er Harleen in die Arme des Anhängers, „Kümmer du dich um die Kleine. Mit ihr hab ich auch noch was vor." Und schon wandte der Joker sich von ihr ab und ging wieder in die entgegengesetzte Richtung. „Geht klar, Boss", rief Frost ihm hinterher. Das Gefühl, dass sie falsch gehandelt hatte wurde stärker. Der Anhänger zog sie durch die Gänge. Immer wieder waren Explosionen, Schüsse und Schreie zu hören, die Harleen immer wieder erschaudern ließen. Einmal war sogar sein Lachen zu hören. Plötzlich stieß Frost sie in einen Raum. Sie hatte nur kurz Zeit sich umzusehen. In den wenigen Sekunden konnte sie nur erkennen, dass es ein Behandlungszimmer war, in dem sie sich geschworen hatte nie irgendeinen ihrer Patienten zu therapieren. Sie hörte wie die Tür schnell geschlossen wurde und spürte dann wieder zwei starke Hände, die nach ihren Oberarmen griffen und sie niederdrückten. Und schon befand sie sich auf der Liege, vor der es ihr so sehr graute. „Lass mich los!", schrie sie. So langsam bekam sie doch Panik und zappelte und strampelte mit den Beinen, versuchte Frost in den Bauch zu treten. Doch es gelang ihr nicht, denn der Anhänger war hier nicht allein. Zwei weitere Hände hielten sie an den Knöcheln fest und drückten ihre Beine runter. Bald war sie an die Liege festgeschnallt und konnte sich keinen Millimeter mehr bewegen. Sie schaute sich panisch und frustriert um. „Lass mich gehen, bitte!", bettelte sie, während Tränen anfingen ihre Augen zu füllen. Frost tat nichts und schaute nur emotionslos auf sie herab. Nach einer Zeit gab sie auf. Es brachte sowieso nichts. Sie starrte nur die Decke an und vergaß die Zeit. Doch plötzlich wurde die Tür aufgerissen. Harleen wandte schnell den Kopf in die Richtung. Dort stand der Joker, oberkörperfrei, eine Schnittwunde am rechten Arm, das Blut lief in dünnen Striemen seine Hand herunter. Und dann war da das Grinsen, dass seine tiefroten Lippen schmückte. Er sah anders aus. Lebendiger. „Na wen haben wir denn da?" Er kam langsam auf sie zu. Sie atmete unruhig ein und aus. Plötzlich wurde es ganz hell. Harleen kniff die Augen zusammen. Die Lampe neben der Liege leuchtete ihr nun direkt ins Gesicht. „Ich habe alles getan, was du wolltest", sagte sie ihm klar und deutlich ins Gesicht, „Ich habe dir geholfen!" Er lächelte nur und schüttelte den Kopf. „Du hast mir geholfen... was, dadurch meine Erinnerungen wegzunehmen?! Meinen Kopf von all dem, das mir was bedeutet, zu leeren?!", plötzlich schlug er mit der Faust gegen die Liege, direkt neben dem Kopf der Psychologin, sodass diese zusammenzuckte, „Nein... Du hast mich in einem dunklen Loch von Zorn und Verwirrung zurückgelassen..." Sie schaute ängstlich zu ihm auf. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Der Teufel schaute etwas besorgt zwischen ihnen hin und her. Der Engel hatte sich auf ihre Brust gestellt und schaute sie mit einem Ich-habs-dir-doch-gesagt-Blick an. „Aber das ist ja dein Job, Doktor Quinzel. Und wenn du meinst, dass das Helfen ist...", plötzlich war sein Gesicht nur noch ein paar Zentimeter von ihrem entfernt, „Dann helfe ich dir nun auch..." Dann entfernte er sich wieder von ihr und sie blickte ihn nur verwirrt an. „Was willst du tun, Mr. J? Mich umbringen?!" Er lachte. „Was?", das Lachen wurde lauter, „Nein, ich werde dich nicht umbringen... Ich werde dir nur wehtun. Sehr, sehr wehtun." Harleen bemerkte die zwei metallenen Gegenstände in seinen Händen. Sie schaute ihn entschlossen an. „Denkst du? Ich werde es aushalten..." Er pausierte und schaute sie etwas nachdenklich an. Dann streckte er eine Hand in die Richtung des Anhängers, der noch immer neben der Liege stand. Er reichte seinem Boss etwas. Plötzlich hörte sie das peitschende Geräusch eines Gürtels und schon befand sich das Leder zwischen ihrem Ober- und ihrem Unterkiefer. „Ich würde es nicht wollen, dass du die zerbrichst", er strich ihr über die Schläfen, strich alle Haarsträhnen weg, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatten, „Perfekte, weiße Zähne...", er schaute sie gespielt mitleidig an und, wenn sie sich nicht täuschte, erkannte sie etwas Eifersucht in seinen sturmgrauen Augen, „Wenn der Saft dein Gehirn durchspült." Sie schaute ihn noch einmal panisch an und dann spürte sie das heiße Metall an ihren Schläfen. Die Blitze schossen durch ihren Kopf. Sie kniff die Augen zusammen und es wurde alles für einen Moment lang schmerzhaft schwarz. Sie sah etwas. Es waren zwei Figuren. Beide wurden von Blitzen getroffen. Die eine wurde immer kleiner, schrie und wand sich unter Schmerzen, die andere wurde immer und immer größer, verwandelte sich in ein großes, muskulöses Monster. Dann waren die grellen Blitze verschwunden. Vor ihrem inneren Auge stand ein Teufel, viel mächtiger und größer als früher. Neben ihm lag eine kleine, tote Gestalt. Der Engel war gestorben, der Teufel hatte nun die absolute Macht über ihre Gedanken. Plötzlich verschwamm das Monster vor ihren Augen und es wurde alles langsam wieder heller. Das Bild wurde immer schärfer. Sie Blickte direkt in den Lauf einer Pistole. Erschrocken wich sie zurück, drückte ihren Kopf nur noch mehr gegen die dunkle Lehne. „Jonny!", hörte sie plötzlich eine Stimme, die ihr Herz höher schlagen ließ. Sie schaute kurz unter Schmerzen auf und fiel wieder zurück. Da stand der Joker, der lila Mantel hing locker von seinen Schultern, der Blick finster, den Kopf schüttelnd, als ob er damit „Nein" sagen wollte. Und schon wurde die Pistole von ihr weggezogen. Sie blickte nur noch einmal in das Gesicht von Frost. Dann brach sie erschöpft in sich zusammen und es wurde alles schwarz. Wieder.
Uuuuuuuund es ist aus und vorbei mit Harleen Quinzel. Ich hoffe es hat euch gefallen :)

DU LIEST GERADE
Emergency Exit Madness - Abgebrochen
Fanfiction"I'm not crazy - I'm just insane." Harleen Quinzel. Eine Psychologin im Arkham Asylum, gefangen in ihrer eigenen Einsamkeit. Sie trägt ein gebrochenes Herz mit sich rum - Sie hat niemanden. Ihre einzigen Freunde sind ihre Patienten im Asylum. Doch a...