Weiß

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Die Schmerzen durchzogen ihren Kopf wie Nadeln. Sie öffnete langsam die Augen. Es war alles unscharf. Alles weiß. Alles so hell, sodass es ihre Kopfschmerzen nur noch mehr verstärkte. Plötzlich bewegte sich etwas. Es war ein Kontrast. Ein dunkler Kontrast gegen die weißen Wände. „Sie ist wach!", dann spürte sie zwei warme Hände an ihren Wangen, „Harleen! Harleen, hörst du mich???" Das Bild war noch immer verschwommen, doch diese Stimme. Sie kam ihr bekannt vor. „B-Byron?", murmelte sie und schaute in das unscharfe Gesicht. „Ja, ich bin es, Harleen", sie konnte sich denken, dass er lächelte, „Wie geht es dir?" Sie antwortete nicht auf seine Frage. Die Kopfschmerzen waren so stark, dass es ihr schwerfiel nachzudenken. „Grässlich...", antwortete sie nach einer Weile. Sie versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen. Jeder Millimeter ihres Körpers brannte. Byrons Gesicht wurde langsam immer schärfer und so langsam konnte sie erkennen, dass er sie nicht alleine anschaute. Hinter ihm stand ein weiterer Mann mit weißem Kittel. Eine Sekunde lang fürchtete sie, dass es Dr. Arkham oder gar Dr. White war, doch sie erkannte ihn nicht. „Wo bin ich hier?" „Gotham Hospital", antwortete der fremde Mann. „A-aber warum?" Sie schaute ihren Lieblingswächter erwartungsvoll an. „Ich fand dich nach dem Anschlag auf das Asylum ohnmächtig in einem Elektroschocktherapieraum auf der Liege", er schaute sie besorgt an, „Du warst festgekettet und du hattest diese schrecklichen Brandnarben an den Schläfen." Und plötzlich erinnerte sie sich. An die Schmerzen. An die Folter. An das Grinsen. An das Lachen. An ihn. „Der Joker...", murmelte sie. „Was?", fragte Byron und schaute sie fragend an. „Nichts", antwortete die Psychologin und grinste. Ja, sie grinste. Trotz Schmerzen, trotz allem, was passiert war. Eigentlich sollte sie ihn ja hassen. Ihn für das was er ihr angetan hatte hassen. Doch das tat sie nicht. Sie grinste, weil sie an ihn dachte. Sie grinste, weil sie ihn liebte. Den Joker. Sie liebte den Joker. Und sie war nicht mehr Harleen Quinzel. Dr. Harleen Quinzel. Nein. Sie fühlte sich anders. Sie war anders. Sie war Harley. Sie war endlich durch den Notausgang getreten. Und nun? Nun war sie gerettet. Gerettet vor dieser grässlichen Welt. „Harleen?" Sie schaute auf. „Hm?" „Ist alles okay?" „Ja...", sie starrte die weiße Decke an, „Es könnte nicht besser sein." Und dann grinste sie wieder. Sie fühlte sich so anders. So verrückt. „Byron?", sie schaute wieder auf, „Wann komme ich hier raus?" „Vielleicht drei Tage", meinte der Arzt und lächelte sie an. „Gut", sagte sie schnell und piepsig und grinste zurück. Sie bemerkte den fragenden Blick des Wächters, doch sie ignorierte ihn einfach nur. Die Kopfschmerzen waren wie verflogen. In ihrem Kopf grinste der Joker sie an. Es war ein liebliches, freches Grinsen. Und sie grinste zurück. Und zwar nicht nur in ihrem Kopf. Sie war bereit. Bereit ihr Leben zu verändern, es ganz auf den Kopf zu stellen. Für ihn.

Es ist viel zu kurz, ich weiß... Sorry :(

Emergency Exit Madness - Abgebrochen Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt