-eine Stunde vorher-
„Puddin...?" „Ich erschieß dich gleich." „Och... waruuüm?", ein freches, fast schon lallendes Kichern. Er spürte den warmen Atem an seiner Schulter. Sie hatte sich an ihn gelehnt, die eine Gesichtshälfte etwas gequetscht, die Augen geschlossen. Ihre nackten Beine hatte sie von sich zur Seite gestreckt, die dunkelroten Stiefel, die sie vor ein paar Minuten noch getragen hatte, standen vor dem Sofa. Der eine war umgefallen. „Loss mich raten... nur sie – nuuur sie darf dich soo nöennenn...?" Es fehlte nur noch der Schluckauf. Der Riddler saß grinsend gegenüber auf dem Sessel, seine Trunkenheit konnte man deutlich sehen... und hören. J verdrehte die Augen. „Isch woiß du wüurdest das niiieeee zuuugeben...", der rätselstellende Verbrecher legte eine Kunstpause ein, „...üaaber iihr zwei seid schooon echt..." Der Grünhaarige schob die nichtvorhandenen Augenbrauen nach oben. „...schööooen eeescht-" Der Riddler wurde unterbrochen als plötzlich die große, zweiflügelige, schwarze Tür aufgestoßen wurde und einige Männer in den Raum gestürmt kamen. Während Eddie fast von seinem Sessel gefallen wäre, musterte der Joker die Truppe nur mit einem nichtssagenden Blick. Sie alle waren bewaffnet, einige mit Schusswaffen, andere hielten scharfe Messer mit blitzenden Klingen in den Händen. Die schwarzen Masken vermummten ihre Gesichter. Sie atmeten schwer, alle ihre Atemzüge zusammen klangen wie eine wütende Welle, die sich über die sich sonnenden Besucher eines Strandes hermachte. „Wass wolln diiee dönn?", fragte der Riddler, so besoffen, dass er wohl die Gefahr nicht richtig einschätzen konnte. „Wir sollen Grüße von unserem Boss ausrichten...", antwortete der eine, der die Gruppe anscheinend anführte, mit tiefer Stimme. „Und wer soll das bitte sein?", fragte der Joker mit genervter Miene, offensichtlich nicht so angespannt und verängstigt, wie jede andere Person es in dieser Situation sein sollte. Er legte seinen Blick absichtlich nicht auf die vergoldete Pistole, die vor ihm auf dem Kaffeetisch verweilte. Die Frau, die, wie auch immer, noch schlafend an seiner Schulter lehnte, hatte er natürlich auch nicht vergessen. „Vom Pinguin." Und plötzlich richteten sich alle Waffen auf das Verbrecherpaar. Der Superschurke verengte die Augen. Wie auch immer dieses Pack es in sein Versteck geschafft hatte, sie würden für ihre Taten büßen müssen. Noch bevor irgendeiner der mit Schusswaffe ausgerüsteten Idioten abdrücken konnte, versetzte er dem Kaffeetisch so einen Stoß mit dem Fuß, dass die dadurch entstehenden physikalischen Kräfte seine Pistole in hohem Bogen in seine Richtung fliegen ließen. Er fing sie geschickt mit beiden Händen auf, beachtete die durch seine Aktion umgefallenen Weingläser nicht und begann die Typen abzuschießen. Das Geräusch der Schüsse hallte laut den Flur hinunter, denn die Tür stand noch immer weit offen. Einer nach dem andern fiel zu Boden, aus den präzise getroffenen Kopfwunden blutend. Hirnmatsch flog durch das Zimmer und rutschte, blutige Spuren hinterlassend, die Wände hinunter. Der Blick des Jokers war kalt, für ihn reagierten die Eindringlinge fast wie in Zeitlupe, so schnell und geübt zielte er mit ernstem Gesicht auf seine Beute. Es fiel nur ein einziger Schuss aus der anderen Richtung, der ihn um einige Zentimeter verfehlte und neben seiner rechten Seite ein Loch in das schwarze Leder des Sofas bohrte. Nach wenigen Sekunden standen nur noch die mit Stichwaffen ausgerüsteten Männer vor ihm, das blutige Massaker um sie herum mit weiten Augen betrachtend. Der Täter würdigte der noch immer so halb an ihm lehnenden Frau einen kurzen Blick, legte sie, wissend, dass seine Gegner zu geschockt waren, um schnell was gegen ihn anzurichten, vorsichtig aufs Sofa und wandte sich ihnen dann erneut im Aufstehen zu. Währenddessen zählte er die Übriggebliebenen. Es waren noch sieben. „Sooo... wer hat noch Lust der Hölle einen Besuch abzustatten?", ein breites Grinsen verformte die rubinroten Lippen des Schurken, während jeder ihn ahnungslos anstarrte, „Alle? Sehr schön." Wie auf Knopfdruck setzten sich die Typen in Bewegung. Während zwei schlau genug waren nach den Schusswaffen ihrer verstorbenen Mitspieler zu greifen, stürmten die anderen fünf einfach auf ihn los. Der erste, der bei ihm ankam, wurde mit einem dumpfen Geräusch ins Gesicht geschlagen und mit unerwarteter Kraft über das Sofa und die friedlich schlafende Harley Quinn geworfen. Noch nicht tot. Während seines Wurfs hatte der Grünhaarige Nummer Eins das Messer entrissen, welches er mit geschicktem Zielen in der Brust von Nummer Fünf versenkte, der gerade die Schusswaffe hinter Eddies Sessel entsichert hatte. Tot. „Mach dich nützlich!", rief der Joker dem zu einer Kugel zusammengerollten Riddler zu, obwohl ihm ziemlich klar war, dass er und seine noch immer schlummernde Geliebte wohl eher nicht besonders hilfreich sein würden. Nummer zwei stand nun türmend vor ihm auf dem Kaffeetisch. Vielleicht erhoffte er sich ja durch den erheblichen Größenunterschied dem Grünhaarigen Angst zu machen. Das war ein lächerlicher Versuch. J hielt ihm nur die goldene Pistole gegen die Brust und drückte ab. Tot. In der Zwischenzeit hatte sich Nummer Eins wieder aufgerappelt und wollte von hinten angreifen. Wie dumm nur von ihm, nicht zu wissen, dass der Joker ihn die ganze Zeit schon eingeplant hatte. Wieder als Wurfobjekt ausgenutzt, warf er Nummer Eins über seine Schulter in Richtung Nummer sechs, der gerade in dem Moment abdrückte. Die Kugel durchbohrte den fliegenden Körper von Nummer Eins, der schwer auf Nummer sechs landete und ihn für kurze Zeit unter sich gefangen halten würde. Tot. Noch nicht tot. Nummer Drei, Vier und Sieben stürmten alle gleichzeitig an, doch bevor sie ankamen, hatte der Joker sich schon mit Leichtigkeit über das Sofa geschwungen und hielt nun lachend ein goldenes Maschinengewehr vor der Brust, das vor wenigen Sekunden noch an der Wand mit den vielen Waffen gehangen hatte. Die ratternden Schüsse hallten durch den Raum. Tot. Tot. Tot. Er hörte nur noch, wie Nummer Sechs sich ächzend versuchte von unter Nummer Eins zu befreien. Er ließ das Maschinengewehr fallen und schlenderte rüber zur Tür, wo der Strampelnde lag, nicht ohne jedoch das Messer aus der Brust von Nummer Fünf zu ziehen. Als er in das Sichtfeld des Mannes trat, gefror dieser zu Eis und strampelte kein Stückchen mehr. Der Grünhaarige beugte sich etwas vor. „Dann erzähl mir mal bitte was der Plan war." Es dauerte eine Weile, bevor Nummer Sechs stammelte: „Rache." J verdrehte die Augen und stieß den toten Körper von Nummer Eins von ihm runter, packte den Typen am Kragen und drückte ihn kräftig gegen die Wand, sodass Nummer Sechs laut aufkeuchen musste. „Und genauer?", fragte er und hielt ihm das Messer an die Kehle. „Ich- ich- ich-" Der Joker riss ihm plötzlich die Maske vom Gesicht. Den Kopf schieflegend betrachtete er ihn. „Ich kenn dich doch..." Er kniff die Augen zusammen, bevor er gnadenlos Nummer Sechs in die Kehle stich. Von ihm kam nur noch ein gurgelndes „Neeeeiiiinnnn...", während er langsam die Wand runterrutschte eine blutige Spur von seiner Hand hinterlassend. Tot. Doch der Superschurke hatte sich schon längst umgedreht, bevor Nummer Sechs den Boden überhaupt erreichte. Wut hatte sich in ihm ausgebreitet, ein Gefühl, das man ihm ausnahmsweise mal ansehen konnte. Er ließ die blutige goldene Waffe auf dem Kaffeetisch fallen und ging zu jedem der Toten und entriss ihnen die Masken. Wie konnten diese Arschlöcher nur?? Sie hatten alle für ihn gearbeitet. Das würde Ärger geben...
Hinter ihm ertönte plötzlich ein dumpfer Aufprall. Der Grünhaarige wandte sich der Quelle blitzschnell zu, jedoch traf sein drohender Blick nur den Riddler, der gerade ungeschickt versuchte sich vom Boden zu erheben. Er war wohl von seinem Sessel gepurzelt. „S-sind ölle wegh?", fragte er, als beide seiner Füße auf festem Untergrund standen. Die Augen verdrehend antwortete der Joker nur mit einem knappen „Ja". Ihm von der geheimen Identität seiner ehemaligen Anhänger zu erzählen würde er lassen. Auch wenn er wieder nüchtern war. Man konnte ja niemandem mehr trauen. Der Riddler stolperte in Richtung Couch, wo Harley, wie auch immer, noch friedlich schlummernd lag. „Joa Harley, schlofen is ne jute Iddeeee..." Er blieb hinter dem Ledersofa stehen, schwankte und fiel mit dem Gesicht voran wieder auf den harten Boden. Es kam nur noch ein leises „Aua" aus seiner Richtung und dann nur noch schnarchen.
-zurück in der Gegenwart-
Der Riddler lag auf dem Bauch, er blickte mit einem Auge seines gequetscht aussehenden Gesichts auf. „Oh, hallo Harley", murmelte er halb in den Betonboden. Harley hörte ein leises Schnaufen aus der Richtung ihres Geliebten. „Wie ich sehe bist du wieder du selbst." „Aber jetzt habe ich wirklich gewaltige Kopfschmerzen", seufzte der am Boden liegende. Harley konnte sich ein kleines Lachen nicht verkneifen. Sie ließ sich wieder auf die gepolsterten Lederkissen des Sofas plumpsen und warf ihrem Puddin' einen flüchtigen Blick zu, der sie vielsagend anschaute. „Ich erklär dir alles später", flüsterte er. Sie lächelte. Er vertraute vielleicht niemandem, aber sie war für ihn kein Niemand mehr.
Hallo zusammen, ich dachte ich meld mich mal wieder. Ich werde versuchen wieder öfter zu schreiben, aber ich kann leider nichts versprechen. Ich werde aber mein Bestes geben :)
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Emergency Exit Madness - Abgebrochen
Fanfic"I'm not crazy - I'm just insane." Harleen Quinzel. Eine Psychologin im Arkham Asylum, gefangen in ihrer eigenen Einsamkeit. Sie trägt ein gebrochenes Herz mit sich rum - Sie hat niemanden. Ihre einzigen Freunde sind ihre Patienten im Asylum. Doch a...
