Sie wollte es nicht wahr haben. Warum er? Er war ein Schwerverbrecher. Ein Psychopath. Ein Killer. Ihr Patient. Sie konnte es schon spüren, wie der Leopard seine scharfen, spitzen Zähne in das Fleisch der Gazelle grub. Er hatte sie fest im Griff. Und es schmerzte, doch irgendwie wollte sie das auch. Irgendwie genoss sie es. Sie wollte irgendwo in sich drin weg von hier. Weg von diesem Leben. Und er half ihr dabei. Er war der Ausgang. Der Notausgang. Verrücktheit. Sie schlug sich gegen die Stirn. Nein, das durfte sie nicht. Sie durfte sich ihm nicht hingeben. Er war gefährlich und sie lief geradewegs in seine Falle. Doch er war so verlockend. Nein! Sie durfte das nicht! Es fühlte sich falsch und doch so richtig an. Er war ein Prinz. Ein Prinz des Bösen, der Dunkelheit, des Lachens. Sie war nur eine der einfachen Leute. Sie könnte niemals mithalten. Außer sie wurde wie er. Würde sich von der Menge abheben, anders sein als alle anderen. Dann hätte sie vielleicht eine Chance. Ihre Gedanken hatten sich gespalten. Die eine konzentrierte sich darauf von dem Joker wegzukommen, die andere wollte seine Zelle aufschließen und mit ihm lachend davonrennen. Mal hatte die eine die Oberhand, mal die andere. Und sie hasste es. Sie hatte Angst vor ihm und doch war sie in ihn verliebt. Ihre Gedanken bekämpften sich. Sie konnte sich nicht konzentrieren. Aber sie hatte nicht mehr viel Zeit. Morgen würde sie ihn wiedersehen. Dr. Arkham war wieder zurück. Vor Dr. White gruselte sie sich. Ihr schrecklicher Traum lag noch immer schwer in ihrer Erinnerung. Es war als ob der Joker und der Psychologe die Rollen getauscht hätten. Es machte sie darauf aufmerksam, wie schrecklich ihr Schwarm eigentlich war. Und doch war er hilflos. Eine einsame, verlassene Seele in einem verrückten Körper. Und sie wollte ihm helfen. Und doch wollte sie es nicht. Er war perfekt so wie er war. Niemals wollte sie, dass er sich änderte. Und doch wollte sie es. Sie war durcheinander. Eine Psychologin, die sich ihren eigenen Patienten verliebt hatte...................... Wie erniedrigend...
Das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie lief den grauen Flur runter und zitterte als wäre sie am Nordpol. Ihr Erzfeind kam ihr entgegen. Der kleine Harry Potter Brillen Idiot. Dr. White schaute sie grimmig an. Sie schluckte. Doch irgendwas gab ihr den Mut ihn böse ins Visier zu nehmen. Die rechte, pinke, verliebte Seite ihres Gehirns drehte durch. Die andere, linke, blaue Seite sagte, sie sollte sofort umdrehen und abhauen. Sie hatte Angst und doch Mut. Gegenteile. Es war als ob ein Teufel und ein Engel auf ihren Schultern saßen. Sie lief an ihm vorbei und verfluchte ihn gedanklich, dafür, dass er ihren Engel gefoltert hatte. Er ist nicht dein Engel, verdammt! Er ist verdammt gefährlich! – Nein ist er nicht! Er ist einfach nur... einfach nur unbeschreiblich. Der Teufel und der Engel stritten sich und schrien in ihre Ohren. Gibt es einen Aus-knopf?!, fragte ihre Vernunft die Streithähne. Sie spürte, wie die Verrücktheit ihren Rücken hochkroch. Stimmen. In ihrem Kopf. Das erste Anzeichen... Harleen, verdammt! Du wirst nicht verrückt! Sie schüttelte den Kopf. Nein, sie wurde nicht verrückt. Die graue Tür kam ihr immer näher. Die Wachen standen schon davor. Dein Schwarm ist schon da, Harley, flüsterte der kleine Teufel. Sie heißt Harleen, verdammt!, schrie der kleine Engel auf der anderen Schulter. Könntet ihr vielleicht mal die Klappe halten?! Sie verstummten. Die Wachen öffneten ihr die Tür. Die Augen des Teufels verwandelten sich in kleine Herzchen. Der Engel drehte sich um und versteckte sich hinter Harleens Dutt. „Guten Tag, Doktor." Er sah nicht besonders glücklich aus. „Hallo, Joker..." Warum nennst du ihn nicht Mr. J?! – Weil es ihr nicht erlaubt ist, du Hohlkopf und dann würde er wieder gefoltert werden. „Wie geht es dir heute?" Er zuckte nur mit den Schultern. „Wie soll es mir schon gehen? Eine Woche lang in meiner Zelle eingesperrt. Davor noch bis zum geht nicht mehr gefoltert..." Er schien wirklich nicht besonders guter Laune zu sein. „Was haben sie dir angetan?" Ja, was haben sie dir angetan??? Ich werde sie alle umbringen!, schrie der kleine Teufel und hüpfte auf Harleens Schulter hin und her. Ihr anderer kleiner Begleiter lugte aus seinem Versteck hervor. „Wenn du mich aus diesem Ding hier befreist, dann kann ich es dir zeigen." Der Teufel klatschte in die Hände. Na los! Na los, Harley! Öffne die verdammten Schnallen dieser verdammten Zwangsjacke!!! – Nein! Tu das nicht! Er ist verdammt, verdammt gefährlich! Sie überlegte kurz. „Kannst du es mir nicht einfach sagen?" „Es ist einfacher, wenn ich es dir zeige." Er lächelte. „Na gut..." Sie stand auf. Der kleine Teufel vollführte einen Siegestanz, der Engel versteckte sich wieder. Sie ging langsam und etwas unsicher auf ihn zu. Sie wusste wie gefährlich er war. Aber es war zu verlockend. So nah war sie ihm noch nie. Es fühlte sich unheimlich gut an. Sie kniete sich neben ihm hin und öffnete die erste Schnalle an seiner Seite, dann die andere auf der anderen. Dann noch die an seinem Rücken und das Ding lockerte sich. Ein Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Schwerverbrechers aus. „Aaaaahhh, das tut gut...", meinte er und streifte sich die Zwangsjacke ab. Harleen schaute ihn etwas ängstlich an. Sie wusste nicht, ob es wirklich richtig gewesen war. Doch der Teufel ermutigte sie. Sie setzte sich wieder und schaute ihn erwartungsvoll an. Zum ersten Mal sah sie seine Arme. Sie schienen ziemlich muskulös zu sein. Plötzlich stand er auf, drehte seinen Rücken zu ihr und zog sich das graue Gefängnisoberteil über den Kopf. Es fiel neben die Zwangsjacke auf den Boden. Ihre Augen weiteten sich. Der Teufel unterbrach seinen Tanz und starrte seinen Rücken an. Rote Schlieren überzogen diesen wie giftige Schlangen. Der Teufel ging in Flammen auf. Wer auch immer ihm das angetan hat, ich werde ihn umbringen! Harleen starrte die langen Wunden geschockt an. „Wie?", fragte sie, überrascht von der bedrohlichen Tiefe ihrer Stimme. „Sie haben mich ausgepeitscht, Doktor." Der Teufel stampfte wütend auf der Schulter der Psychologin rum. Der Engel hatte sich in Luft aufgelöst. Der Joker drehte sich um und schaute ihr tief in die Augen. Die Augen des Teufels hörten auf vor Wut Funken zu sprühen und starrte seinen muskulösen Oberkörper an. Mehr Tätowierungen. Die Kinnlade des Teufels klappte herunter. Oha... Der ist verdammt heiß..., schwärmte ihr kleiner Begleiter. Ihr Patient grinste sie an. „Na, Doktor? Gefalle ich dir?" Ja, ja, ja! Ich liebe dich! Bitte heirate mich!, sabberte der Teufel und rollte auf ihrer Schulter rum. Sag ihm er soll sein T-shirt wieder anziehen! Der kleine Satan schaute auf die linke Schulter. Dort stand der Engel mit verschränkten Armen und schaute den Joker mit zusammengekniffenen Augen an. Sieh an, der Spaßverderber ist wieder da... Harleen zog ihren Blick von den Muskeln weg und senkte ihren Blick. Verdammte Scheiße... Er sah wirklich gut aus. Ihre Liebe war dummerweise gewachsen........... Der Leopard hatte ihr Herz gefressen.
Ich musste andauernd lachen, während ich den Engel und den Teufel geschrieben habe. XD
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Emergency Exit Madness - Abgebrochen
Fanfic"I'm not crazy - I'm just insane." Harleen Quinzel. Eine Psychologin im Arkham Asylum, gefangen in ihrer eigenen Einsamkeit. Sie trägt ein gebrochenes Herz mit sich rum - Sie hat niemanden. Ihre einzigen Freunde sind ihre Patienten im Asylum. Doch a...
