Das Grinsen wich die ganze Zeit nicht von seinen Lippen. Es war wie sein Freund. Wie sein Begleiter. Wie sein Schatten, der ihm immer folgte. „Harleen Quinzel", er schaute sie grinsend an, „Sag mir, nennen deine Freunde dich Harley?" Sie schluckte. Sie durfte ihm nicht zu viel erzählen, sonst würde er das maßlos ausnutzen. „Erm... Ich hab nicht so besonders viele Freunde..." Mist, das hätte sie nicht sagen dürfen. Er schaute sie weiterhin einfach nur grinsend an. „Nun, jetzt hast du einen, Harley." Er betonte ihren neuen Spitznamen besonders. Sie schluckte. „Du bist immer noch nervös." Sie räusperte sich. „Nun, Mr. J, hier geht es immerhin um Sie und nicht um mich", Harleen schaute ihm tief in die Augen, „Also, wie geht es Ihnen heute?" Plötzlich fing er an zu lachen. Sie hätte von ihrem Stuhl fallen können, hätte sie sich nicht schon nervös am Tisch festgeklammert. „Was ist denn?" Er lachte weiter. Sie hätte wirklich gerne einfach ihre Sachen zusammengepackt und wäre davongerannt wie eine Gazelle – Und sein Lachen war der Leopard. Er war ein gnadenloser Fleischfresser mit einem lachenden Brüllen. „Harley, Harley, Harley – Warum so höflich? Immerhin bin ich ein Gefangener." Ein Leopard hinter Gittern – doch trotzdem jagte er der Gazelle Angst ein. Sie starrte ihn an. Stimmt – sie hatte ihn gesiezt. „Anfängerfehler." Das hätte sie schon wieder nicht sagen dürfen. Am liebsten hätte sie sich mit der flachen Hand vor die Stirn geklatscht. Er grinste sie weiterhin einfach nur an. Sie räusperte sich wieder. „Nun, wie geht es dir denn heute, Mr. J?" „Mal abgesehen davon, dass mich die Fledermaus erwischt hat und ich jetzt hier in einer Zwangsjacke in einem langweiligen, grauen Behandlungszimmer mit einer hübschen Psychologin sitze, geht es mir gut." Vorsicht Harleen, das hat er mit Absicht gesagt! „Nicht das schönste Weihnachtsgeschenk, hm?" Er starrte sie komisch an. „Hah, Weihnachten?! Wer feiert denn den Scheiß noch?" „So gut wie die ganze Welt, mal abgesehen von fast allen Insassen hier im Asylum und dir... und mir." Die letzten zwei Worte hätte sie vielleicht auslassen sollen. Er zog die nichtvorhandene Augenbraue hoch. „Wie kommt es eigentlich, dass sie einer jungen, unerfahrenen Psychologin einen hinterhältigen Mörder anvertrauen?" Sie zuckte nur mit den Schultern und schaute auf das Blatt. Dort stand eine Frage. Sie wusste nicht, ob sie ihn diese fragen sollte, aber sie war wichtig. Sie erwartete irgendwie keine Antwort. Sie erwartete nur ein Lachen und dann eine Gegenfrage. Sie schluckte und schaute zu ihm auf. „Erm... Mr. J, würdest du dich selbst als verrückt bezeichnen?" Er lachte wieder. Das hätte ihr doch eigentlich klar sein müssen, oder? „Was denkst du denn, Harley? Denkst du, dass ich verrückt bin?" „Ich glaube das denkt ganz Gotham." Das war angekommen. Er hatte aufgehört zu lachen und schaute sie komisch an. „Oh nein, ich bin nicht verrückt", das gruselige Grinsen erschien wieder auf seinen Lippen, „Ich bin doch nur total wahnsinnig. Manche Leute würden auch sagen irre, unsinnig, durchgeknallt, völlig bekloppt – Zusammengefasst bin ich geisteskrank." Sie schaute ihn mit offenem Mund an. „Harley, wach auf. Ist halt so." Wenn er es sogar selbst zugab, dann war es wirklich sehr unwahrscheinlich, dass er wirklich verrückt war. Die, die es wirklich waren, leugneten es immer. Sie wussten selbst nicht, dass sie verrückt waren. Doch er wusste es, also konnte er es nicht sein – nicht wirklich jedenfalls. „Aber deswegen bin ich ja hier – das hier ist ja immerhin eine Irrenanstalt." Sie schaute ihn immer noch überrascht an. „Was ist denn, Harley?" „Es ist nur-" Plötzlich wurde die Tür aufgestoßen. „Die Zeit ist rum." Der Wächter schaute sie auffordernd an. „Gut, erm..." In diesem Moment musste sie sich entscheiden. Sie zögerte kurz, während sie aufstand und die Blätter in die Akte steckte. „Bis übermorgen."
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Emergency Exit Madness - Abgebrochen
Fanfiction"I'm not crazy - I'm just insane." Harleen Quinzel. Eine Psychologin im Arkham Asylum, gefangen in ihrer eigenen Einsamkeit. Sie trägt ein gebrochenes Herz mit sich rum - Sie hat niemanden. Ihre einzigen Freunde sind ihre Patienten im Asylum. Doch a...
