Nachdem ich geduscht und mich umgezogen hatte, war ich bereit mich wieder meinem Training hinzugeben. Die letzten Erfahrungen saßen mir zwar immer noch in den Knochen, aber Stillstand war das letzte, dass ich nun gebrauchen konnte. Um Valentin zu stoppen, bei was auch immer er so genau in diesem Moment plante, musste ich endlich lernen mit meiner "Gabe" umzugehen, obwohl ich noch immer nicht genau wusste, wie sie funktionierte.
"Magnus?", rief ich ihn, als ich ihn ihm Wohnzimmer nicht gefunden hatte.
"Averie", sagte er erstaunt und kam einen kurzen Moment später bereits ins Zimmer geschwebt. Seine Art sich fortzubewegen glänzte durch so viel Anmut, dass es mich manchmal echt umhaute.
"Ich würde gerne, dass du mir hilfst, damit ich endlich lernen kann, damit umzugehen", erklärte ich ihm, was ihn scheinbar verunsicherte.
"Mit was genau willst du lernen umzugehen?", erkundigte er sich deshalb.
"Mit meiner "Gabe". Ich weiß noch nicht wie sie funktioniert", klärte ich ihn auf, woraufhin sich sein Gesichtsausdruck von einem vollkommen bereiten zu einem zögernden änderte.
"Willst du nicht lieber vorher ein bisschen mit mir sprechen?"
"Nein, worüber denn. Wir haben nicht so viel Zeit, also bitte hilf mir, es herauszufinden wie es funktioniert", bat ich ihn und er stimmte mir mehr übel als wohl zu. Ich legte mich auf sein Sofa und versuchte mich mental darauf vorzubereiten.
"Weißt du, was du machen musst?", fragte ich ihn und er begann langsam zu nicken, was wieder leichte Angst und Zweifel in mir hochholte. Hatte er nach meinem Verschwinden das Rätsel gelöst oder hatte er sich mit Tekin zusammengeschlossen, um mich weiterhin bearbeiten zu können ohne direkt bei Valentin zu sein.
Ich spürte wie meine Muskeln sich verkrampften als er mich in den Traum trug. Die Angst vor den Dingen, die er machen konnte, während ich hier war, bereitete mir zunehmend Sorgen. Obwohl es eigentlich egal war. Im "wachen" Zustand hätte ich mich ebenso wenig gegen ihn wehren können.
Vorsichtig sah ich mich am Ort des Geschehens um. Es war mein Albtraum, den ich schon so genau kannte und dennoch noch immer nicht wusste, warum dies alles geschah. Trotz meiner Anspannung versuchte ich mich fallen zu lassen und mich auf ihre Worte und Bewegungen zu konzentrieren. Aber nichts neues fiel mir auf. Auch nach dem sechsten und siebten Durchlauf nicht und deshalb war ich froh, als Magnus mich nach dem zehnten endlich wieder herausholte.
"Und wie fühlst du dich?", fragte er und lies seine Augen über mein Gesicht schweifen.
"Naja, könnte besser sein", entgegnete ich lediglich und bat dann um ein Getränk. Die Arbeit in dem Traum war wesentlich anstrengender als man es sich vorstellte.
"Kommst du denn voran?", erkundigte Magnus sich weiter, woraufhin ich hellhörig wurde. Sofort warf ich einen Blick in meine Umgebung.
"Averie?", erst Magnus Stimme schaffte es wieder den Fokus auf mein Gegenüber zu legen.
"Tschuldige", murmelte ich und setzte das Glas Wasser an meine Lippen, das Magnus mir gerade gereicht hatte, um etwas Erfrischung zu erlangen.
"Was ist los Averie? Wir sollten wirklich mal miteinander sprechen, bevor wir weitermachen. Was ist passiert? Warum bist du so angespannt?"
Nervös kräuselte ich meine Lippen und versuchte mir eine Antwort zurecht zu legen. Sollte ich Magnus von Tekin erzählen? Sollte ich ihn fragen, was das alles bedeuten sollte?
"Bitte sprich mit mir Averie. Du musst dich für die Arbeit fallen lassen können und im Moment bist du dafür viel zu angespannt. Außerdem hilft es dir bestimmt, wenn du die letzten Tage aufarbeitest", versuchte Magnus mich zum Reden zu bewegen.
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Hunter
FanficAverie Clark ist eine 19-jährige Waise, die nach Brooklyn gezogen ist, um hier ihr Jurastudium zu absolvieren. Sie lebt für Gerechtigkeit und den Schutz für Opfer, da ihre Eltern in ihrem Kindesalter ermordet wurden. Jedoch wandelt sich ihr Leben sc...