(46) Zukunftsprognose

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"Tut mir leid, dass ich euer Turteln unterbrechen muss, aber Izzy und ich brauchen mal bitte Averies Hilfe. Du, Alec, kannst dich ja nochmal auf den Monitoren nach Anomalien in der Stadt umsehen und Magnus bei seiner Ankunft in Empfang nehmen", erklärte Elyssia, als sie grinsend auf uns zukam. 

"Elyssia, wir", wollte Alec beginnen, aber seine Kindheitsfreundin unterbrach ihn sofort:

"Schon klar, Alec. So kommt jetzt. An die Arbeit"

Ich hievte mich hoch und folgte Elyssia aus dem Trainingsraum, wobei ich mich nicht traute, einen Blick zurück auf Alec zu werfen. Wir beide ließen ihn ohne ein weiteres Wort einfach zurück. Aber Elyssia hatte schließlich klar gemacht, was nun seine Aufgabe war, weshalb er sich auch gleich in die Arbeit stürzen konnte.

"Wir haben nur trainiert und sind dabei nachher in den Bodenkampf übergegangen", versuchte ich die Situation Elyssia zu erklären, die allerdings nur zu grinsen begann.

"Wie ich bereits sagte, es ist schon klar, was passiert ist. Aber mach dir keine Sorgen, euer Geheimniss ist bei mir sicher", fuhr sie verschwörerisch klingend fort und lächelte mich aufmunternd an. 

"Äh, ok, danke", stammelte ich etwas vor mich hin. Ich wusste nicht, wie ich genau auf diese Situation reagieren sollte, weshalb ich ihr schließlich still in Richtung Keller folgte.

"Ihr passt gut zusammen und du scheinst ihm sehr wichtig zu sein", brach Elyssia schließlich die Stille und es schien in ihren Worten nichts als Wärme mitzuschwingen und dennoch wollte ich auf der Hut sein. 

"Nein, wir sind wenn überhaupt Freunde. Ihr beiden passt gut zusammen"

Ich merkte selbst, dass ich nicht mehr wirklich über meine Worte nachdachte und scheinbar nur das Ziel verfolgte, sie möglichst nichts von meiner Zuneigung zu Alec wissen zu lassen. Gefühle waren eines der fragilsten Bestandteile eines Menschen, weshalb viele sie versuchten bestmöglich zu schützen. Vermutlich gehörte ich auch zu ihnen.

"Alec und ich sind schon seit Ewigkeiten Freunde. Wenn wir hätten zusammen sein wollen, dann wären wir es doch schon lange. Keine Sorge, jeder Blinde kann Alec aus zehn Kilometern Entfernung ansehen wie sehr er dich mag. Eigentlich steht er gar nicht auf Körperkontakt, aber bei dir scheint es ihm nichts auszumachen. Außerdem ist er jetzt erwachsen und lässt sich nicht mehr so einfach in sein Leben hereinpfuschen", erklärte sie schmunzelnd und fügte dann noch hinzu:

"Aber komm, wir sollten Izzy bei der Befragung helfen"

Sie hatte Recht, weshalb wir beide unsere Geschwindigkeit erhöhten und schließlich im Keller bei Izzy eintrafen. Sie hatte den anderen der beiden Kreismitglieder, die uns hier Gesellschaft leisteten, bereits ziemlich bearbeitet, weshalb ich sofort mein Ventil öffnete. Ich brauchte bloß noch zum Öffnen einen kurzen Blick auf seine Augen, aber sobald ich drin war, lehnte ich mich gegen die Wand seiner Zelle, sodass er mich nicht sah. Wenn er nicht wusste, dass ihm jemand in die Gedanken sah, dann würde er uns hoffentlich mehr offenbaren können.

"Also noch einmal, wo ist Valentin?", erklang Izzys eiskalt klingende Stimme, die ich nie zuvor bei ihr gehört hatte und mir sofort ein mulmiges Gefühl gab. 

Wenn du nur wüsstest, was auf euch alle zukommt

Die Geräusche ließen vermuten, dass er bereits wieder leise lachte.

"Jetzt sprich endlich", donnerte ihm Izzys Stimme erneut entgegen.

Allein euer Glaube daran, dass ihr ihn besiegen könnt ist lachhaft. Er wird euch umbringen oder euch soweit gefügig machen, dass ihr mit ihm zusammen arbeitet. Die kleine muss hier nur noch einmal aufschlagen und dann kann es losgehen.

HunterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt