"Das war keine gute Idee. Wir hätten ihn nicht gehen lassen dürfen.", verzweifelt drehte Mint sich mit ihrem Rücken zu Bühne, keine Minute länger schaffte sie es ihren Freund dabei zu zusehen, wie dieser sich beim moderieren quälte. Würde Ingo sie nicht zurückhalten, wäre sie schon längst zu ihm gestürmt, um ihn von der Bühne zu holen. "Ich... ich hätte ihn nicht gehen lassen dürfen.", schüttelte sie ihren Kopf und warf einen kurzen Blick über ihre Schulter, "Was macht er da?" In den wenigen Sekunden in denen sie ihm den Rücken zu gedreht hatte, war ihr Freund von auf, hinter die braune Ledercouch gewandt. Sein Gesicht an seine Knien gelehnt, genoss er den kurzen Moment, den er ungestört und versteckt vor den neugierigen Augen seiner Fans verbringen konnte, um neue Kraft zu sammeln. Jedenfalls hoffte sie stark, dass das der Grund für seine kurze Verschnaufpause ist und er kein zweites Mal unter starker Übelkeit litt... oder kurz davor war sich zu übergeben. Bitte lass dieses Konzert schnellstens zu Ende gehen. "Er atmet sicher nur einmal tief durch. Min vertrau ihm, Paddy ist zwar unendlich stur aber nicht lebensmüde, wenn er wirklich nicht mehr kann, dann akzeptiert er das und hört auf seinen Körper." "Mhm...", brummte die Tonfrau skeptisch, "...davon hab ich in den vergangenen Tagen nicht viel gemerkt. Er hat nicht einmal auf seine Gesundheit geachtet, immer stand die Tour im Vordergrund... daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Eigentlich darf ich ihm deswegen garkeine Vorwürfe machen, ich bin ja selbst kaum besser.", rieb sie sich mit ihrer Hand durch ihre Gesicht, "Ich möchte ihm doch nur helfen, damit er an seiner Sturheit nicht irgendwann zerbricht." Oder er noch tiefer in den Abgrund seines anfänglichen Burnouts fällt. Besonders viel hatte sich in seinem Leben dahingehend nicht gebessert. Wie auch... wenn er ständig mit den Gedanken bei der Arbeit, statt bei seinem Privatleben, ist. Ihre Gedanken kreisten zwar auch unglaublich oft, um ihre Arbeit, doch hatte sie im Laufe der letzten Jahre gelernt, dass sie diese zwischendurch dringend abschalten und entspannen muss. Leicht fiel ihr diese Unstellung nicht, auch jetzt scheiterte ihre Gedanken desöfteren daran sich von ihrer Arbeit zu distanzieren, obwohl es ihr insgesamt schon deutlich leichter fiel, ihren Fokus auf andere Dinge zu richten. Besonders seitdem Michael ein Teil ihres Lebens ist... dank ihm besaß sie endlich etwas woran ihr Kopf anstelle von ihrer Arbeit oder ihren nächsten Projekten und Aufträgen, denken konnte. "Das kann ich gut nachvollziehen. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn ihr euch in Ruhe zusammensetzt und miteinander sprecht. Dann hättest du die Möglichkeit, ihm zu erklären, wie sehr dich deine Sorgen um ihn belasten, besonders wenn er seine Prioritäten so setzt wie in den letzten Tagen. Ich habe das Gefühl, dass er das noch nicht ganz verstanden hat, da er gedanklich immer bei der Show ist.", aufmunternd lächelte Michaels Bodyguard, "Wenn jemand ihn zu Vernunft bekommt und ihn dazu bringen kann auf seine körperliche und geistige Gesundheit zu achten, dann nur du Min." "Du hast recht, dass sollten wir tun. Eigentlich hätte ich mich schon längst mit ihm zusammensetzen müssen. Immerhin wissen wir beide, dass es ihm gerade nicht nur gesundheitlich schlecht geht. Die letzten Tage waren bloß einfach so viel... und ich will ihn nicht zum reden drängen, aber die Tatsache, dass er nah an einem Burnout ist weiter zu verdrängen macht genauso wenig Sinn. Einen Preis als Freundin des Jahres werde ich wohl kaum gewinnen.", antwortete sie traurig. Auf keinen Fall wollte sie dieses Thema freiwillig aus ihren Kopf verbannen. Es ist wichtig, dass ihr Freund eine gesunde Work Life Balance in seinem Leben integriert bekommt. Ein Projekt beldem sie ihn unbedingt unterstützen möchte. Eventuell gelingt es ihnen sogar als Paar eine gemeinsame Work Life Balance für ihr Leben zu konzeptionieren. Über regelmäßige und gemeinsame Auszeiten, würde sie sich sehr freuen und er mit großer Sicherheit ebenfalls. Ingo schüttelte seinen Kopf, "Wenns nach Paddy ging bekämst du eine Schubkarre voller Preise.", kicherte seine Stimme, "Spaß bei Seite, du kümmerst dich wirklich gut um ihn. Und manchmal gibt es einfach Sachen, die mehr Zeit benötigen als wir zu Verfügung haben... auch wenn sie dringend sind... das heißt aber nicht das wir sie vergessen. Ihr Zwei seit fast den ganzen Tag mit der Tour beschäftigt, dazu kommt Michaels Lungenentzündung, der Brief von deinen Vater und das ihr euch erstmal wieder annähern musstet... wie du schon meintest, die letzten Tage waren einfach sehr viel für euch. Gut, dass ihr ab morgen Abend erstmal eine kleine Auszeit bekommt. Ich würde mal behaupten, die habt ihr dringend nötig." Sie nickte, "Ohja, ich kann es kaum erwarten.", sanft hoben sich ihre Lippen, "Gott sei Dank. Du hattest recht, Paddy steht wieder." Ein kleiner Stein fiel ihr vom Herzen als sie ihren Freund wieder stehend und am moderieren sah. Nicht mehr lange, nur noch fünf Songs und er hat es geschafft... dann muss er nur noch den morgigen Abend, ohne Zwischenfälle, überstehen.
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seventeen days
FanfictionEine Tour, Zwei Herzen & Drei Wochen Probezeit Wo dies hinführt? Findet es heraus! ---------------------------- Die Handlung der Geschichte ist frei erfunden, nur der Name Michael Patrick Kelly wird verwendet. Die Rechte an dem Cover, den Illustra...
