Kapitel 34: Bogenschießen und Football

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Perspektive von Liam:

Ich kam auf das Feld und sah, wie das Mädchen schoss. Ich näherte mich ihr langsam. Dann sah ich, dass sie ein Herz aus Pfeilen geschossen hatte und sagte: „Schön! Wie kriegst du diese Zielgenauigkeit hin?" „Danke. Das ist an sich ganz einfach! Du musst dich in den Pfeil hineinversetzen und ihm genau sagen, wohin er soll. Das ist total simpel!" Mich freute es sehr, dass sie gegenüber mir so offen sprach, was sie nicht immer tat. In der Kantine saß sie allein, sie hatte nur ganz selten zwei Mädchen bei sich. Ich mochte sie sehr. Und ich glaube, sie mich auch.

Ich schoss auch und traf genau da, wo sie mir gesagt hatte, wo ich hin schießen soll. „Gut gemacht!", lobte Emily mich. Ich lächelte und sah, wie sie um die Wangen herum etwas rot wurde.

Ja, sie mochte mich!

Dann aber wurde unsere gute Stimmung unterbrochen: „Schießen, nicht quatschen, ihr Turteltäubchen! Los!" Ich sah, wie Emilys geballte Faust zu zittern begann. „Ja, Sir", sagte ich. Dann ging ich zur Scheibe und zog die Pfeile heraus. Emily gab ich ihre, dann ging ich zurück zu der Scheibe, an der ich schoss. Mister Champman schrie: „Rossonder! Antreten!" Sie rollte mit den Augen und ging zu ihm. „Sie schreiben mir jetzt sofort einen Aufsatz, über die Regeln während dem Unterricht! Sofort!" Er schlug ein Papier und einen Stift auf den Tisch, vor dem er stand. Das Mädchen erwiderte etwas Unverständliches, dann sah ich, wie der Lehrer ausholte und ihr ins Gesicht schlug. Ich ließ den Bogen fallen und rannte zu ihr.

In der Zwischenzeit hatte sie hart zurückgeschlagen. Die Beiden waren jetzt regelrecht am Kämpfen. Die anderen sahen ihnen amüsiert zu, während ich zwischen sie ging. Ich stieß Mister Champman von ihr weg und sagte wütend: „Sie dürfen sie nicht schlagen! Lassen Sie die Finger von ihr!" Ich schnaubte aggressiv. Dann schaltete sich Emily ein: „Ist schon gut, Liam. Mir geht es gut. Er wird spätestens jetzt wissen, dass man mich nicht runter kriegt und dass man sich mit mir nicht anlegen sollte!" Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und ging zu ihrer Scheibe. Die Schaulustigen kehrten auch zurück zu den Tafeln.

„Was kannst du bitte nicht?", fragte ich sie dann. Als Antwort bekam ich ein Schulterzucken. „Wie vielsagend!", dachte ich. Dann schoss ich einen Pfeil auf das Ziel. Ich konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen. Alles drehte sich. Die Scheibe erreichte er erst gar nicht. Ich musste mich hinsetzen. Emily schoss auch nicht besser. Sie zitterte noch immer.

Dann sah ich, wie sich ihr Adern zu färben begannen. Als sie das auch sah, steckte sie ihre Hände schnell unter ihre Oberschenkel. Sie sah auf mich und ich wendete meinen Blick schnell vom ihr. Dann lief sie weg. Ich wusste nicht, ob ich ihr folgen sollte, oder nicht. Meine Entscheidung traf mein Herz. Ich sprang auf und lief ihr hinterher. Ich sah sie hinter einem Baum stehen. Ihre Hände standen in Flammen!

Ich dachte erst, dass ich mich verguckt hatte, aber auch beim zweiten Blick war es genauso. Ich beobachte sie und sah, dass sie ein Portal bildete. Ich tat es ihr nach und teleportierte mich zu ihr. Schnell sah ich, dass es eine andere Schule war. Ich schlich ihr möglichst unauffällig hinterher. Sie lief in einen Gang und klopfte an eine Türe. Sie wurde geöffnet und sie trat ein. Ich folgte ihr nicht.

Stattdessen lauschte ich an der Türe: „Es ist einfach so passiert! Ich hab nicht gekämpft!" „Emily. Wirklich nicht?", sagte eine Frauenstimme. „Naja... Nicht so wirklich. Mein Lehrer hat mich geschlagen. Da hab ich zurückgeschlagen. Ich konnte nicht anders!" Die Dame stöhnte. „Jane, hilf mir! Es wird schlimmer!" „Ah. Okay. Die Frau heißt Jane", dachte ich mir. „Setzt dich hin. Ich komm gleich wieder."

Dann wurde die Tür geöffnet und ich viel in das Zimmer. Ich konnte Emily auf einer Couch sitzen sehen. Ihre Arme waren von Feuer umgeben und sie war am ganzen Körper rot. Die Frau zog mich hoch und sah mich skeptisch an. „Kennst du ihn?", fragte sie an Emily gewandt. „Liam! Oh Gott!", rief sie außer sich. Die Frau, Jane, setzte mich vor die Türe und sagte: „Zu dir komm ich gleich! Bleib hier!" Sie funkelte mich böse an. Ich blieb auf dem Boden sitzen und hörte. Jedoch wurde jetzt leiser gesprochen, sodass ich nichts verstand. Nur einzelne Worte wie Freund haben, Bindung oder Liebe. Ich war verwirrt. Hatte sie etwa einen Freund? Liebt sie mich? In meinem Kopf herrschte Chaos.

Nach ein paar Minuten sollte ich hereinkommen. Ich folgte und ging hinein. „Ich kann das erklären", murmelte ich. „Ja das will ich hören!" „Kann ich erst mit Emily reden?" „Na gut. Ich will mal nicht so sein." Sie ging und eine andere Tür ging auf. Emily trat heraus. Immer noch rot am ganzen Körper, aber ohne Feuer. „Liam! Was machst du hier, zur Hölle?!", fragte sie mich wütend. „Es sah so aus, als würdest du Hilfe brauchen. Es tut mir so leid! Ich wollte dir helfen." „Ich hab alles im Griff, danke!", maulte sie. „Es tut mir wirklich leid! Ich hab mir nur Sorgen gemacht." „Wir kennen uns gerade seit heute Morgen und du machst dir Sorgen um mich?! Ist das dein scheiß verdammter Ernst?! Verschwinde!" Sie sah mich mit bösem Gesicht an. Ich wusste selbst nicht, was ich da nur gemacht hatte. Ich wusste nur, dass ich Scheiße gebaut hatte.

Ich schuf ein Portal und kehrte an die BSoE zurück. Ich sagte zu dem Lehrer, dass ich mich nicht so gut fühlte. Dann ging ich in mein Zimmer und begann zu heulen. Ich hatte es so was von vermasselt!

Meine Chance war vorbei!

Als ich auf die Uhr sah, war ich bereits zu spät zu Football. Ich nahm schnell mein Zeug und lief zum Feld. Dort zog ich mich schnell um und rannte auf das Feld. Der Trainer sprach gerade mit Emily. Ich machte kehrt und lief zurück in die Schule.

„Liam! Komm her!", schrie jemand. Es war Emily. Ich spürte, wie die Tränen wieder kamen. Ich lief immer weiter. Meinen Helm in der Hand, die Schuhe an den Füßen. Dann spürte ich, wir ich nach hinten gerissen wurde. Ich fiel hin und sah in ein wunderschönes Gesicht. Emily. Sie trug weder Helm noch Footballkleidung. Sie hatte normale Sportsachen an, worin sie richtig gut aussah.

„Au", meinte ich. „Sorry. Schmerzhaft ist es einfacher, wie ohne." „Wovon redest du bitte?" „Uhrg. Sorry." Ich rappelte mich auf und ging. Sie sagte nur: „Gut. Dann nicht." Ich hörte, wie ihre Schritte verklungen. In meinem Zimmer angekommen, setzte ich mich auf mein Bett und war verzweifelt. Ich war hin und hergerissen. Liebte ich sie? Will ich mit ihr nur befreundet sein? Was war los mit mir?

Ich zerbrach mir den Kopf darüber.

In der Pause kamen Jason, Seth und Callum. Ich war mir den Dreien einem Zimmer. Gleichzeitig waren sie meine besten Freunde.

„Hey. Schon da?", fragte Jay. Ich nickte und drehte mich weg, sodass die Jungs meine Tränen nicht sahen.

Ich führte mich immer so auf, als würde mir niemand etwas anhaben können, aber in Wahrheit war ich verletzlich. Sehr verletzlich.

Meine Freunde redeten miteinander. Dann wurde es still. Seth, mein bester Freund, kam zu mir und legte eine Hand auf meine Seite. „Probleme?", wollte er wissen. Ich nickte und Seth dirigierte die anderen zwei raus. „Welches Mädchen war es denn?", fragte er mich, „Von deinen vielen..." „Hey!", fuhr ich ihn an, „Komm mir jetzt nicht auch noch blöd!" „Sorry. Aber ist doch so. Du hattest schon was mit allen Cheers. Welche ist es jetzt?" „Keine." Er sah mich verdutzt an. „Ja! Keine!" „Okay. Wer ist es dann?" „Die Neue." „Schwanger? Ärger mit ihr? Anderes Problem?" „Nein. Nichts davon. Ich-" „Du?" „Mann! Ich versuch's doch!" Er hob entschuldigend die Arme. „Ich bin ihr etwas gefolgt, weil sie so seltsam war, nach unserem Gespräch. Sie ist an eine andere Schule gegangen. Zu einer Frau, die ihr dann geholfen hat. Aber sie hat mich gesehen. Das Problem daran ist, dass-" „...du sie vielleicht wirklich liebst, nicht so wie die Cheers", vervollständigte er meinen Satz. Ich nickte. „Oh. Aber ehrlich. Was ist das Problem daran? Die Cheers haben dir doch auch alles vergeben. Was ist an ihr anders?" „Sie ist keine so eine Tusse. Sie ist- eine Kämpferin! Sie schießt besser als ich! Sie will sich jetzt in Football versuchen! Sie macht Leichtathletik! Sie ist einfach perfekt für mich!" „Aber das heißt doch nichts darüber, dass sie dir nicht verzeiht!" „Uhrg. Du verstehst das nicht!" Damit stand ich auf, nahm mein Zeug und ging.

Jay und Call, die vor der Türe standen, sahen mirnach. Ich rannte in die Aula und sah mich um. Ich erblickte viele bekannteGesichter, aber keine Emily. Ich ging in den Gang und steuerte auf Zimmer Nummer37 zu. Ich atmete tief ein und klopfte. Es wurde kurze Zeit später geöffnet. „Dumusst Dean sein. Emily kommt gleich!" Das Mädchen ließ mich hinein. „Wer istDean?", fragte ich mich. Ich stand mitten im Zimmer. Eine andere Türe wurdeaufgemacht und Emily kam heraus. „Deeeeeaaa...-", rief sie, „Ist nicht deinscheiß Ernst, Liam?!" Ich sagte: „Tut mir leid. Aber ich muss mit dir sprechen!"

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