Kapitel 14: Die Enttäuschung meines Lebens

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„Dean?", fragte ich, als ich vor seiner Hütte stand und seltsame Geräusche hörte. Ich bekam keine Antwort, deshalb trat ich ein.

Und da sah ich es! Mit eigenen Augen!

Er küsste mit einem Mädchen, etwa 19, herum!

Ich sah ihn entsetzt und enttäuscht an. „Ist nicht dein Ernst?!", sagte ich, ohne eine Antwort zu erwarten, die ich auch nicht bekam. Dann machte ich auf dem Absatz kehrt und ging. Ich rannte davon. Ich sah meinen Weg vor Tränen kaum.

Irgendwann lief ich gegen etwas. Erst dachte ich es sei ein banaler Baum. Dann sah ich, dass es eine orangefarbene Wand war. Ich schlug verzweifelt dagegen und ließ mich an ihr heruntergleiten. Ich heulte und heulte ohne Ende. Ich konnte es nicht fassen, dass Dean mich betrogen hatte! Wer sie ist, wollte ich erst gar nicht wissen!

In diesen Stunden schwor ich, nie wieder zu weinen und niemandem zu zeigen, dass ich verletzlich bin.

Ich war zutiefst enttäuscht von Dean. Mein geliebter Dean... Wieso tat er mir sowas nur an?

Die Nacht verbrachte ich hier. Enttäuscht, niedergeschlagen und frierend. Am Morgen fand zurück. Man sah das Anwesen schon von weitem, was es mir einfach machte, zurückzufinden. Ich lief in mein und Susans Zimmer und sah in den Spiegel. Ich hatte tiefe Augenringe und rote Augen. Die Ringe überschminkte ich. Aber die rotgeweinten Augen konnte ich nur auswaschen, was ich auch tat. Es war halb elf. Su und alle anderen waren im Unterricht. Ich beschloss, nach dem Essen auch dorthin zu gehen. Ich setzte mich auf einen Stuhl in der Kantine und sah grübelnd auf das Weiß der Tischplatte. Ich hörte Schritte. Sie kamen immer näher.

Mit der Zeit hatte ich gelernt, die Gangarten meiner Freunde und die der Lehrer zu unterscheiden. Das war der von Mister Filelo. Er kam zu mir und fragte: „Miss Rossonder, Sie müssten im Unterricht sein. Geht es Ihnen gut?" „Ja. Danke", würgte ich ihn ab. „Na dann. Gehen Sie bitte in Ihren Unterricht", forderte er mich auf. Etwas mürrisch stand ich auf und schlurfte zum Klassenzimmer. Ich klopfte und trat ein. „Emily, du bist viel zu spät! Setzt dich jetzt und komm nach der Stunde zu mir", schimpfte mich Jane. Ich nickte und setzt mich auf meinen Platz.

Wir übten nur das, was wir bisher gemacht haben.

Nach dem Gong, als alle raus waren, ging ich nach vorne zu Jane. „Wo warst du, Emily? Du hättest gestern Training gehabt!", frage sie mich. Ich atmete tief ein und meinte: „Würden Sie nicht auch einfach nicht kommen, wenn Ihr Freund Sie betrogen hat?" Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Tut mir leid. Das wusste ich nicht. Willst du drüber reden?" Ich schüttelte leicht den Kopf, um zu verneinen.

„Wenn du möchtest, kannst du erstmal nicht zum Unterricht kommen, um darüber hinwegzukommen. Ich hab das auch schon mal durchgemacht. Ich weiß nur zu gut, wie du dich fühlst", meinte sie. „Ich komme trotzdem. Ich denke, es ist eine gute Ablenkung", erklärte ich. Sie nickte und ich ging in die Pause. Su wartete vor der Türe auf mich. Sie fragte mich: „Was war los? Wo warst du die ganze Nacht?" „Ich hab draußen geschlafen", meinte ich nur kurz. Dann ging ich mit ihr in unser Zimmer. Wir redeten kaum. „Em?" „Ja?", fragte ich. Sie wollte wissen: „Was ist mit dir? Du siehst so traurig aus." Ich wich der Frage aus: „Ich muss jetzt noch kurz zu Sam." Ich ging schnellen Schrittes aus dem Raum und ging zu dem Ort, wo Sam mir ein Portal hingetan hat. Ich ging durch. Sam saß dort und trainierte im Moment einen Jungen, den ich auf 17 schätze. Ich hob kurz grüßend die Hand, dann ging ich in den Raum, mit dem Boxsack. Ich schnürte die Bänder um meine Hände und zog die Handschuhe an. Dann schlug ich in den schwarzen Sack. Immer fester und fester.

Irgendwann kam Sam rein und fragte: „Hi Emily. Wieso bist du hier? Du hast doch Unterricht." Ich funkelte ihn etwas böse an und boxte weiter, ohne eine Antwort zu geben. Er zuckte mit den Schultern und meinte: „Pass auf den Sack auf. Er geht leicht kaputt." Ich plapperte ihm still nach. „Du hast es Jane angetan, so hat es mein Freund mir angetan", meinte ich rätselhaft. Er überlegte und sah mich etwas traurig und schockiert an. „Ich mag vielleicht dumm aussehen, aber ich bin es nicht. Glaub nicht, dass ich nicht gesehen hab, wie Jane und du euch anschaut. Und auch den Satz, Wehe, Sam... Du weißt, was ich meine kann ich dann herleiten..." „Scheiße", fluchte er leise, „Das tut mir echt leid, für dich." „Jaja, bla bla. Geh jetzt, oder ich häng dich als Sack auf", drohte ich. Er hob schützend die Hände und verließ den Raum. Ich fühlte mich so befreit, beim Kämpfen.

Ich ging, als ich mich wieder einigermaßen angeregt hatte, zurück in die Schule. Es gongte und ich kam in den Unterricht.

Jane lächelte mich kurz aufmunternd an, dann begann sie mit dem Unterricht.

Ich streichelte Zayev in meiner Hosentasche. Er schmiegte sich in meine Hand. Ich ließ ihn schlafen und machte im Unterricht mit. Wir sollten etwas, was wir lieben uns etwas was wir hassen nachbilden. Ich machte zwei Mal das Selbe. Dean. Jane ging durch die Reihen und fragte manche Schüler über ihre Gegenstände aus. Bei mir nickte sie nur und flüsterte: „Die Liebe ist schwer auszutricksen." Ich nickte und legte meinen Kopf müde auf die Tischplatte.

Ich dachte an Eik. Dean war also kein Stück besser als er. Manchmal fragte ich mich, wo Eik im Moment ist, nachdem er mich letztens besucht hatte.

Jane und ich redeten nach dem Unterricht nochmiteinander: „Du sahst vorhin so traurig und in den Gedanken versunken aus. Anwas hast du gedacht?" „An meinen Ex. Er hat mir das Selbe angetan, wie Dean. Ichweiß nicht, was ich jetzt machen soll." „Wie wäre es, wenn du mal zu deinenEltern gehst und dich dort mal entspannst, um auf andere Gedanken zu kommen?",schlug sie vor. Ich zuckte zusammen. „Nein!", widersprach ich schnell. Sie sahmich fragend an und wollte wissen: „Wieso? Sie werden dich bestimmt verstehenund dir helfen." „Meine Eltern haben sich getrennt. Mein Dad ist tot und meineMom hat neu geheiratet! Meinem Bruder bin ich bestimmt scheißegal! Ich hassemeine Mom! Sie hat mir nichts von Dads Tod gesagt!", schrie ich. Dann rannteich aus dem Zimmer. Ich war so wütend!

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