Ich träumte den nächsten Tag voraus.
Morgen wäre der erste Schultag nach den Sommerferien, wenn ich noch in der Schule wäre. Das heißt, morgen ist auch mein Geburtstag. Ich wurde ein Jahr älter. Wie jedes Jahr. Und ich hatte es mit meinem Vater verbockt!
In meinem Traum war alles chaotisch. Erst war ich im Wohnzimmer, dann in der ESuKA Trainingshalle, dann wieder in meinem Zimmer und wieder in Kais Büro. Der ganze Traum war verwirrend.
Als ich von meinem Wecker geweckt wurde, stand ich auf. Ich duschte und zog mir meinen Anzug an, den meine Brüder mittlerweile repariert hatten. Ich trug ihn sehr gerne. Er war bequem, hatte super Gadgets und sah schön aus. Dann machte ich mir einen Dutt. Im Spiegel sah ich, dass die Fingerabdrücke meines Dads noch deutlich zu sehen waren. Ich versuchte darüber zu schminken, aber man sah sie dennoch. „Klasse!", flüsterte ich sarkastisch.
Ich ging runter und sah, dass noch keiner da war. War mir irgendwie recht. Ich aß einen Apfel und machte mich dann auf zur OA. Es waren schon ein paar Leute da. Sie standen vor der Trainingshalle und unterhielten sich. Seb war unter ihnen. Ich ging zu ihm und tippte ihm auf die Schulter. Er drehte sich zu mir um und umarmte mich. Er meinte: „Alles Gute, Em!" Ich lächelte und dankte ihm. Er sah mir ins Gesicht und strich mir über die Wange, wo man die Fingerabdrücke sah. „Em?", fragte er, „Was ist passiert?"
Ich zog ihn weg von den anderen und erklärte: „Ich war gestern wütend und bin einfach raus gegangen. Als ich wieder gekommen bin, hat Dad mich angeschrien und geschlagen." „Was?", rief er aus. „Ich hab versucht, es zu überschminken, aber es hat, wie du siehst, nicht so gut geklappt."
Wir hörten ein Klacken und Schritte. Die große Tür ist aufgesperrt worden und alle gingen rein. Seb und ich folgten ihnen.
Als alle da waren, begann Kai die Regeln vor das VR-Training zu erklären. Wir bauten alles auf und wurden eingebunden. Ich durfte mit Sebastian machen, worüber ich sehr froh war.
Wir waren in D.C. und mussten wieder möglichst viele Dinge, die nicht den Regeln entsprechen finden.
„Okay. Wie wär's, wenn ich rechts, und du links schaust?", schlug mein Freund vor. Ich stimmte zu und lief auf der linken Seite der Fußgängerzone. Die ganze Zeit sah ich in leere Läden, keine Personen irgendwo, leere Nebenstraßen und leere Gedanken von mir selbst. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Als Seb wieder zu mir rüberkam, meinte er: „Ich seh dahinten ein zertrümmertes Schaufensterglas. Ich glaub wir sollten da mal hin." Wortlos nickte ich und folgte ihm. Wir stiegen in das Geschäft ein. Der ganze Boden war mit circa 20 Zentimeter Wasser bedeckt. Kurz darauf fanden eine maskierte Person. Ich sah, dass die Hände von ihm ganz nass waren und dort viele Tropfen herunterliefen. Entweder eine Nixe oder diese Person hat Wasser an den Armen, das herunterläuft. Ich hielt ersteres für wahrscheinlicher.
Seb nickte mir zu und räusperte sich, um die Aufmerksamkeit des Diebes zu gewinnen. Erschrocken sah er zu uns und lief davon. Ich schleuderte eine Feuerkugel auf ihn zu, aber ich verfehlte. Ich verfehlte nicht nur, ich traf die Wand, mehrere Meter von ihm entfernt. Seb sah mich etwas fragend an und lief dem Räuber hinterher. Ich rannte auch, aber viel über eine Stufe und landete auf dem Boden. Seb sah sich besorgt nach mir um, rannte aber weiter. Ich rappelte mich auf und lief weiter. Seb kam mir entgegen und fragte: „Bist du okay?" Ich nickte und stellte eine Gegenfrage: „Hast du ihn bekommen?" Er schüttelte den Kopf und ging aus dem Laden. Wir gingen weiter in der leeren Straße und sahen absolut nichts.
Als wir zurückgeholt wurden, gab es wieder kurze Besprechungen. Kai kam nach einiger Zeit zu uns. Er setzte sich neben mich und Seb und sah uns an. „Nicht euer bestes Ergebnis", begann er. Ich nickte stumm und sah weg, damit er die Fingerabdrücke nicht sah. Er redete über dies und das, aber ich hörte nicht zu.
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Die 4 Elemente
FantasyEmily hält sich für ein ganz normales Mädchen, ohne unglaubliche Talente. Sie hat eine tolle Familie, gute Freunde und ist gut in der Schule. Sie ist vielleicht etwas chaotisch, aber nicht außergewöhnlich. Doch genau so ein besonderes Talent soll si...