Es regnete. Paul hielt über mich und sich selbst einen Regenschirm, dieser uns von den schüttendem Regen bewahrte.
Ich hatte Tränen in den Augen und sah alles verschwommen, trotzdem genug um zu sehen wie der Sarg der Königin unter die Erde gebracht wurde.
Sie sollte nicht sterben.
Von allem was passiert ist, hat sie sich den Tod überhaupt nicht verdient.
Ich dachte an alle Momente mit ihr. Wie sie mich stets angelächelt hat. Wie sie eine der einzigen war, die mich gut behandelt hat. Und wie sie mir oft gesagt hat, dass sie mich sehr gerne hatte.
Als ich sie zum ersten Mal beim Essen gesehen habe, fand ich sie schon sympathisch. Und da hätte ich nie gedacht, dass man sie töten würde.
Sie hat doch nichts getan.
Sie war einfach nur freundlich.
Ich hakte mich bei Paul ein und schmiegte meinen Kopf an seine Brust. Ihn störte es natürlich nicht, dass ich seinen teuren Anzug mit Tränen beschmutzte. Er legte einen Arm um mich und ich spürte auch wie seine Brust bebte.
Seine Eltern sind in einem Mal gestorben. Er konnte sich nicht verabschieden. Und jetzt hatte er so viel Verantwortung, da er heute noch zum König gekrönt wurde.
Gerade seine Mutter hatte er über alles geliebt. Er hat sich stets um sie gekümmert und mochte ihre liebevolle Art, die gerade mit der Art seines Vater ausgeglichen wurde.
Sie war fort.
Und es tat schrecklich weh jemanden, den man liebte, zu verlieren.
Als würde einem ein Stück des Herzen rausgenommen, das man nie wieder zurück bekam.
Sie war fort und würde nie wieder kommen.
*
Mona hatte mir beruhigende Worte gesagt, während sie mich für die Krönung zurecht machte. Eigentlich hatte es auch nur gereicht, dass sie da war. Sie zupfte an dem riesigen königsblauen Kleid.
Ich war so unfassbar froh sie zu sehen und sie fragte mich fürsorglich über alles was passiert ist. Natürlich fand sie es schockieren, dass Eleonore und ich Zwillinge waren. Und auch, dass Eleonore sich geändert hat. Im positiven Sinne.
Aber dann wechselte ich das Thema und fragte sie wie ihr die Dinge so ergangen sind. Sie war eine lange Zeit zu Hause und war froh darüber. Sie konnte abschalten und sich einfach nur um ihre Eltern kümmern.
"War es überhaupt in Ordnung, dass ich dich gerufen habe?"
"Abigail, bitte! Natürlich!"
Ich lächelte. "Danke. Ich fühle mich jetzt schon viel besser vorbereitet als vorher."
"Du schaffst das. Denn du wirst die Königin des Landes sein."
Die Königin von England.
Es war so... krass.
Natürlich würde Paul die Hauptaufgaben übernehmen, aber auch ich trug viel Verantwortung. Und dafür müsste ich noch einiges dazu lernen.
Aber ich war vollstens bereit dazu.
"Gut, du bist fertig." Sie lächelte mich an und ich zog sie an mich und drückte sie innig.
"Danke, dass du für mich da bist."
"Natürlich, Eure Majestät.", sagte sie lächelnd.
"Nein, du darfst das nicht sagen! Für dich bin ich nur ein Homie, okay?"
"In Ordnung." Sie hielt kurz inne. "Euer Homie."
Wir lachten beide etwas, aber das Lachen verging mir sofort wieder wenn ich an alles was jetzt gerade passiert denke.
"Du schaffst das.", sagte Mona. "Du hast das Begräbnis der Königin überlebt, jetzt gekrönt zu werden ist doch ein Kinderspiel."
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Lady Ghetto
Romance*Wird komplett überarbeitet* Eines Morgens wird Abby von irgendwelchen Typen entführt, die sie von den Straßen in New York zu dem Palast des Königreiches in England bringen. Für all den Wohlstand und Luxus soll sie den Platz der verstorbenen Prinze...
