Einen Tag zu spät, ganz typisch xD
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Auch wenn ich mein Schweigen gebrochen hatte, veränderte das nicht viel. Noch immer war der dritte Tag seit unserer Flucht aus der Schule und meine Gedanken schweiften oft dorthin zurück. Wir hatten so viel zurücklassen müssen. Essen, Medizin, Hygieneartikel, Kleidung, Decken – das war alles futsch. Aber am Prägnantesten war der Verlust Kentins. Ich stand ihm nie sehr nahe, weder vor seiner Zeit auf der Militärschule, noch danach. Danach erst recht nicht. Mich nervte diese regelrechte Preisung der USA, die ihm dort eingetrichtert wurde. Dieses Land war alles, aber nicht perfekt. Es gab so etwas wie ein perfektes Land nicht. Würde es auch nie geben. Aber das vergaßen übermäßig motivierte Patrioten gerne einmal. Diese Neigung fiel mir besonders in den USA auf. Für so etwas Banales hätten wir keine Gedanken mehr haben sollen. Hätte Kentin nicht haben sollen. Wäre er weniger blind in seinem Vertrauen in die Soldaten gewesen, wäre er wahrscheinlich noch am Leben. Andererseits, wie konnte ich es ihm verübeln? Wer wollte in diesen Zeiten denn nichts haben, auf das er vertrauen konnte?
Es war still um mich herum, abgesehen von den Atmungen der anderen. Wir hatten Armin und die anderen der Gruppe am Nachmittag getroffen und dann deren Auto betankt. Aber gerade als wir wieder los wollten, fing es an aus Kübeln zu schütten als ginge die Welt unter. Inzwischen war es später Abend und noch immer krachte der Regen lautstark auf die Straßen, überdeckte jegliche anderen Geräusche. Genau das machte mich nervös. Wir würden also nicht hören, wenn sich jemand oder etwas näherte. Zombies könnten hier irgendwie hineingelangen und über uns herfallen, während wir schliefen. Einen nach den anderen zerfleischen, ohne, dass wir eine realistische Chance hätten schnell genug zu reagieren. Oder wir würden zumindest sehr viele verlieren und das träfe sicherlich die Schwächsten. Die Kinder... Mein Körper spannte sich an. Sie mussten wir besonders schützen, aber ich war da nicht die richtige Person für. Zu unsensibel, zu direkt, zu unerfahren mit kleinen Kindern. Kam wohl davon, wenn man ein Einzelkind war und auch keine Verwandten im Land hatte, die nicht deine Eltern waren. Das einzige, das ich für sie tun konnte war es, ihr körperliches Wohl zu schützen. Sprich – Zombies und Militärs von ihnen fernhalten. Um ihre Seelen mussten sich die anderen kümmern. Ich bekam es ja nicht einmal auf die Reihe vernünftig für meinen eigenen Geist zu sorgen.
Mein Blick wanderte durch den dunklen Laden, in dem verlassene Regale herumstanden und kleine Nischen bildeten. Einzelne kleine Splittergruppen unserer recht großen Gruppe hatten sich in diese Reihen aufgeteilt, um sich zumindest etwas Privatsphäre zu ermöglichen. Ich selbst saß hinter dem Regal, das fast direkt an der nun verbarrikadierten Tür stand. Armin saß neben mir und neben ihm lag Viola, deren Kopf auf seinem Schoß ruhte. Sie schlief und auch er hatte die Augen geschlossen, lehnte seinen Kopf an die Wand. Alexy hatte sich vor einiger Zeit unweit neben Viola gelegt. Auf meinem Schoß ruhte kein Kopf eines Menschen, dafür aber Flips. Demon hatte sich auch zu uns gesellt, nachdem er sich seine Begrüßung und Liebe von Lysander geholt hatte. Der schwarze Rüde war in der Dunkelheit kaum auszumachen, aber wenn ich mich leicht nach vorne lehnen und meine rechte Hand ausstrecken würde, würde ich ihn berühren. Es wunderte mich nicht, dass er die Nähe des einzigen anderen Hundes hier suchte, zumal die beiden ja Freunde waren. Aber er musste Castiel fürchterlich vermissen. Castiel... ich würde es nie zugeben, aber mir fehlten sein Genörgel, seine schlechte Laune, seine Witze und Andeutungen, ja sogar seine Spitznamen. Es war merkwürdig, ihn nicht in der Nähe zu wissen. Nathaniels Abwesenheit fühlte sich noch um einiges unnatürlicher an. Meine Hand wanderte in meine Jackentasche, wo ich mein Handy hatte. Das Geschäft war noch ans Stromnetz angeschlossen und ich hatte mein Ladekabel dabei, also hatten ich und andere, deren Smartphones an mein Kabel passten, sie aufgeladen. Da andere dann noch ihre Kabel dabei hatten, konnte das eigentlich jeder, soweit ich mitbekommen hatte. Selbst das Aufladen eines nutzlos gewordenen Objektes verschaffte mir eine Spur Normalität. Ich konnte es nur noch als Uhr nutzen und sollte mir dringend irgendwie eine für das Handgelenk besorgen. Es könnte jederzeit auch der Strom wegfallen. Ich starrte auf das dunkle Display und hatte das Gefühl, ich würde in Zeitlupe auf den Knopf drücken, der den Bildschirm anschaltete. Mir leuchtete ein grelles Licht entgegen, das ich sofort eilig dunkler stellte. Der blaue Standardbildschirm blendete mich dennoch weiter, bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt hatten. Dieses unpersönliche Bild widerstrebte mir plötzlich, nachdem ich es vor nicht allzu langer Zeit geändert hatte, weil mir der Anblick Flips schmerzte. Nun scrollte ich durch meine Bilder und suchte eines, das als Hintergrundbild in Frage kam.
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Endless Death
FanfictionZwei Menschen, zwei Orte, ein Schicksal. Verdammt, sowas geschah doch normalerweise nur in Horrorfilmen! Doch für Kyra war es brutale Realität geworden. Als Zeugin von Patient 0 floh sie nun gemeinsam mit ihrem Bruder vor der rasant um sich greifend...
