A Ride In The Dark
Selbst während der Ohnmacht spüre ich, wie meine Rippen gegen meine Brust zu drücken scheinen. Je länger ich hier liege, desto schwerer fällt mir das Atmen. Irgendwann wird der Schmerz so unerträglich, dass ich mich zwingen muss, wach zu bleiben und nicht abzudriften. Denn jede Ohnmacht würde bedeuten, keine Kontrolle über meinen Körper zu haben. Solange ich bei klarem Verstand hier auf dem kalten blutigen Boden liege, kann ich dafür sorgen, mich so wenig wie möglich zu bewegen.
Jedes Mal, wenn ich auf ein Neues aus der Bewusstlosigkeit aufwache, hat sich mein Oberkörper zur Seite gedreht oder meine Hand ruht auf meiner Brust. Es fühlt sich dann an, als würden meine Rippen jede Sekunde meine Haut durchbohren. Deshalb muss ich wach bleiben.
Nun liege ich also hier, irgendwo in einem Gefängnis des Kapitols, wahrscheinlich weit unter der Erde. Der Boden meiner Zelle riecht modrig. Ich lebe schon eine ganze Weile hier, doch mittlerweile sagen sie mir nicht mehr, wie viel Zeit vergangen ist. Ich dachte, die Zeit besser einschätzen zu können, wenn ich sie nicht mehr in der Dunkelheit verbringen würde, doch ich habe mich geirrt. Das Essen kommt in unregelmäßigen Abständen und eher selten als häufig, wahrscheinlich um mich schwach und mickrig zu halten. Trotzdem habe ich einen Wärter getötet.
Bei dem Gedanken an Adrian wird mir schlecht. So schlecht, dass ich spüre, wie mir der wenige Rest meines Mageninhalts gegen meine Rippen drückt und sie stärker gegen meine Haut pressen. Ich darf die Kontrolle nicht verlieren. Eine falsche Bewegung und ich könnte ein Loch in der Brust haben. Zumindest fühlt es sich so an.
Ich frage mich, wie viel Zeit vergangen ist, seitdem sie mich hierher zurückgebracht haben. Meine Augenlider werden immer schwerer. Ich habe das Gefühl, als wäre ich schon eine Ewigkeit wach, dabei ist meine letzte Ohnmacht nur wenige Minuten her. Meine Atmung geht immer flacher. Durch die Nase atmen reicht nicht mehr aus, ich kriege zu wenig Luft. Doch gerade, wenn meine Atemzüge zu tief sind, schmerzen die Rippen. Ich weiß nicht, wie lange ich bei der geringen Sauerstoffkonzentration noch bei Bewusstsein bleiben kann. Ich habe Angst, nicht wieder aufzuwachen.
In diesem Moment schwingt die Eisentür meiner Zelle auf. Das metallische Schrammen lässt mich zusammenzucken. Meinen Lippen entweicht ein schmerzverzerrter Laut. Beinahe automatisch verschwimmt die Sicht vor meinen Augen und ich spüre, wie sich meine Lider zu schließen drohen. Bleib wach! Doch der Schmerz ist unerträglich. Vage erkenne ich mehrere weiße Gestalten, die die Zelle betreten. Zu meiner Überraschung höre ich sie tuscheln. Ich verstehe nicht, was sie sagen, doch sie klingen aufgeregt. Als wäre irgendetwas bedeutendes passiert.
Sobald sie mich auf die Beine zerren wollen, höre ich auf zu denken. Ein lauter Schrei entfährt mir und meine Augen füllen sich mit Tränen. Der Schmerz ist gewaltig, meine letzten Energiereserven sind beinahe aufgebraucht. Ich spüre nur, wie meine Beine unter meinem Gewicht nachgeben und meine Rippen gegen meinen Bauch drücken. Dann drifte ich ab in die Dunkelheit.
Erstaunlicherweise erwache ich bald darauf jedoch wieder. Sie müssen mir etwas verabreicht haben, denn ich kann meinen Körper nicht mehr spüren. Ich kann meine Gelenke bewegen, doch jeder Nerv pocht nur dumpf in der Ferne. Der Schmerz in meinem Brustkorb ist völlig verschwunden. Es fühlt sich an, als würde ich von weitem mit meinem Körper in Kontakt stehen, ohne dass er wirklich ein Teil von mir ist.
Auch wenn ich die Nerven meines Körpers kaum wahrnehmen kann, bedeutet das nicht, dass der Schaden an meinem Gewebe ebenfalls verschwunden ist. Er muss noch da sein. Bei dem, was sie mir gegeben haben, muss es sich um ein Betäubungsmittel handeln.
Ich hebe langsam den Kopf und spüre ein Schlagen hinter meiner Schläfe. Zwei Friedenswächter drücken ihre Finger in meine Oberarme und schleifen mich durch die Gänge dieser Todesanstalt. So grob, wie sie mit mir umgehen, werden meine inneren Verletzungen noch größere Ausmaße annehmen. Wer weiß, wie lange ich nach dieser Tortur, der sie mich nun unterziehen werden, noch zu leben habe.
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Figure It Out (Hayffie)
Fanfiction[Hayffie Fanfic] Effie Trinket, nur ein weiteres Schoßhündchen des Kapitols. Das Jubeljubiläum beginnt und plötzlich zeigt sich, dass doch nicht so sehr vom Kapitol besessen ist, wie vorerst angenommen. Die Revolution kommt ins Rollen und Haymitch...
