Power Over Life
„Peeta." Meine Stimme klingt völlig falsch, schwach und krächzend. Es sind die ersten Worte seit der Hinrichtung meiner Eltern. Für einen Moment bin ich wütend auf mich selbst, weil er immer noch mein Schützling ist und niemand das jemals ändern könnte. Ich fühle mich zurückversetzt in meine Rolle der Betreuerin. Doch während ich ihn anschaue, wird mir klar, dass die Tage von Tribut und Betreuerin lange hinter uns liegen. Heute sind wir nichts weiter als Gefangene und in unser altes Leben werden wir nie wieder zurückkehren können.
Peetas Lippen verziehen sich zu einem matten Lächeln. Es ist nur der Geist seines damaligen Lächelns, welches die Atmosphäre eines gesamten Raumes verändern konnte. „Hallo Effie", sagt er mit glasklarer Stimme, die mir jedoch so verändert vorkommt, dass ich einen Schritt zurücktrete. Kein Funken Emotion schwingt in ihr mit, als hätte das Kapitol Peeta mit einer Maschine ersetzt, die nur die Maske seines Aussehens trägt.
Peetas Lächeln schmerzt in meinen Augen und für eine Sekunde vergesse ich das Bild meiner Eltern, weil der Schrecken vor mir so unglaubwürdig erscheint. Ich frage mich, was sie dem armen Jungen wohl angetan haben. Ihm muss es wahrscheinlich schlimmer ergehen als uns allen zusammen, auch wenn das in meiner derzeitigen Lage kaum möglich erscheint.
Dann beginnt Caesar plötzlich wieder zu sprechen: „Wir sind uns sicher, dass das hier sehr überraschend für Sie sein muss, Miss Trinket, aber genau das ist der Grund für dieses Extraprogramm." Während er spricht, streckt er seine rechte Hand in meine Richtung aus und winkt mich zu sich herüber. Das Grau seines Anzugs verschluckt die Farbe seiner Haut darunter. „Wir wollen den Bürgern von Panem die Wahrheit zeigen. Dabei kann uns niemand mehr helfen als Sie beide hier."
Caesars Stimme klingt fröhlich und die Schrille darin macht mir Angst. Weiß er denn nicht, was hier passiert und woher ich gerade komme? Er muss es wissen. Für die Wahrheit hätten sie mich nicht so zurecht machen müssen, sie hätten mich direkt aus dem Gefängnis hierher schleifen sollen, damit das ganze Land meinen Schmerz sehen kann. Jeder Blick zu Peeta sagt mir, dass es bei ihm nicht anders ist.
Ich weiß nicht, woher ich die Kraft nehme, mich auf den gutgelaunten Moderator zuzubewegen und seine Hand zu schütteln. Das Einzige was ich weiß ist, dass meine abgemagerte Hand in seinem Griff beinahe vollständig verschwindet. Mein Magen zieht sich bei dem Anblick zusammen und für den Bruchteil einer Sekunde kehrt der Schwindel zurück. Die Sicht vor meinen Augen wird schwarz und trotzdem nicke ich Caesar zu und setze mich auf das weiche Sofa. Dann wird der Blick meiner Augen wieder klar und ich streiche in einer beruhigenden Geste mit meinen Fingern über den teuren Stoff der Couch. Ich habe ein Ähnliches in meiner Wohnung stehen, nur in einem dunklen Ton. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich es das letzte Mal gesehen habe.
Langsam hebe ich den Kopf und schaue an Caesar vorbei zu Peeta. „Wie geht es dir?" Ich weiß natürlich, dass es unglaublich unhöflich ist, Caesar in seiner eigenen Show zu übergehen und selbst die Fragen zu stellen. Die Bewohner des Kapitols werden mein Verhalten kaum wiedererkennen, aber es kümmert mich nicht.
Peeta nickt leicht und lächelt dann. Das Lächeln erreicht wieder nicht seine Augen und doch strahlt es eine gewisse Wärme aus. „Mir geht es sehr gut. Danke, dass du fragst." Der Klang seiner Worte ist geistlos und ohne Leben.
Ich erkenne die Lüge noch während er sie ausspricht. Natürlich geht es ihm nicht gut, was habe ich denn erwartet? Dass er im Live-Fernsehen seine Qualen der ganzen Nation offenbart, nur um danach noch größerer Folter unterzogen zu werden? Die Zeiten der Aufopferung für andere sind vorbei, heute geht es nur noch ums nackte Überleben.
Ich schaue Peeta in die Augen und Suche nach einem Funken von Emotion. Aber dort ist nichts außer einer tiefen Leere, die mir die Nackenhaare aufstellt. Plötzlich wird mir klar, dass wir Peeta an das Spiel verloren haben. Nicht an die Hungerspiele in der Arena. Katniss hat überlebt, sie konnte gerettet werden, aber Peeta ... Peeta ist tot und man sieht es ihm bei jeder seiner Bewegungen an. Sie haben ihn gefoltert, doch sein Leben verschont. Nicht aus Gutherzigkeit natürlich, sondern weil sie ihn noch für diesen Zweck hier brauchen. Weil Katniss lebt. Er ist ihr einziges Druckmittel gegen sie. Doch nachdem alles Mögliche getan ist, wird die Hülle von Peetas leerem Körper bald ebenfalls tot sein. Genauso wie ich.
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Figure It Out (Hayffie)
Fiksi Penggemar[Hayffie Fanfic] Effie Trinket, nur ein weiteres Schoßhündchen des Kapitols. Das Jubeljubiläum beginnt und plötzlich zeigt sich, dass doch nicht so sehr vom Kapitol besessen ist, wie vorerst angenommen. Die Revolution kommt ins Rollen und Haymitch...
