Philip ist sehr gerührt von Martin dass der sich so freut dass sich Philip auf ihn immer mal wieder einen runter holt. Dieses grenzenlose Vertrauen macht ihn ganz stolz. Gleichzeitig fragt er sich natürlich ob er das Richtige tut. Er befindet sich auf einem ganz schmalem Grad. Er ist Mönch und Priester und er hat Enthaltsamkeit versprochen. Er ist dem Ruf der Kirche gefolgt und er fühlt sich eigentlich sehr wohl damit. Doch Martin hat ganz sanft sein Herz erobert. Bisher konnte er sehr entspannt mit Martin umgehen, da nichts sexuelles zwischen ihnen stand. Martin war einfach noch nicht so weit. Doch jetzt wird der Kleine zum Mann. Seine unschuldige Liebe droht in eine sündige überzugehen. Philip spricht aus was ihn bedrückt: "Ich sollte beichten dass ich so lüstern an dich denke, findest du nicht?" fragt er den Jüngeren. Martin strahlt. "Ich bin gerne bereit dir die Beichte abzunehmen." sagt er ein wenig aufgeregt. Martin würde zu gerne seinem älteren Freund die Sünden vergeben und ihm helfen auf dem Pfad der Tugend zu bleiben. Darum schaut er nun abwartend zu Philip. Der streicht dem Jüngeren über den Kopf und er brummt: "Ich werde dich gerne als Beichtvater akzeptieren, aber nicht hier und jetzt. Das Klo im Hause Tom Builders erscheint mir doch wirklich nicht als der richtige Ort. Ich würde einen Beichtstuhl bevorzugen. Martin wird ganz rot und er nickt zustimmend. Philip hilft dem jüngeren sich grob zu reinigen und frisch zu machen. Ein wenig eiskaltes Wasser vertreibt die Übelkeit und die schlimmsten Kopfschmerzen. Dann kehren sie zurück in ihre Kammer dass auch Philip sich wieder angemessen kleiden kann. Er hat sich gerade gegürtet da stürmt Martha ganz aufgeregt in das Zimmer. "Es ist also wirklich wahr!" jubelt sie. "Ihr seid wirklich bei uns zu Gast!" lacht sie und greift nach Martins Händen. Der kleine Mönch freut sich über so viel Übermut und er lächelt dem Mädchen zu. "Mama sagt, wenn ihr zum Frühstück bleibt dann darf ich euch süsse Kuchen backen" berichtet sie freudig und sie strahlt bis über beide Ohren. "Wir werden sehr gerne bleiben." bedankt sich Philip. "Was würdest du denn deinem Bruder Alfred heute vorsetzen?" fragt Philip vorsichtig. Martha ist im ersten Moment aus dem Konzept gebracht. "Wenn einer unserer Männer gezecht hat bekommt er einen sauren Hering und einen von Mamas Kräutertees." verrät Martha nachdenklich. "Warum?" fragt sie im Anschluss. "Weil Martin einen von Ellens Kräutertees vertragen könnte." lächelt Philip. Martha schaut Martin mit grossen Augen an. "Aber du hast doch gestern kaum etwas getrunken." staunt sie verwundert. Philip erklärt sanft: "Aber es war für Martin das erste Mal dass er Alkohol getrunken hat. Er ist es nicht gewohnt und darum hat er es nicht gut vertragen." Martha nickt verstehend. "Ach, darum wart ihr auf dem Klo und habt dort so einen Höllenlärm veranstaltet." plappert Martha fröhlich. "Und darum hat Mama wohl gesagt dass man euch Mönche nicht an Alkohol lassen dürfte, weil sich dann eure Themen immer um Sex drehen würden. Jake hat furchtbar gelacht aber Papa war sauer auf Mama und er hat gemeint dass du Martin gerade aufklärst." Mit diesen Worten beschämt Martha Philip mehr als ihm lieb sein kann. Philip würde am liebsten im Boden versinken. War ihr vertrautes Gespräch also nicht ungehört geblieben? Ganz unschuldig, grad wie ein neugieriges Kind fragt Martha ganz interessiert: "Was ist Sex? Und worüber musste Martin aufgeklärt werden?" Martha schaut Philip fragend an. Der fängt sich schnell und er erwidert Martha sanft: "Darüber solltest du in ein paar Jahren mit Ellen reden. Sie wird dir die richtigen Antworten geben." Nun schaut Martha enttäuscht und sie scheint ein wenig zu schmollen. "Mama will es mir aber nicht verraten, ich habe sie gefragt." regt sie sich ein bisschen auf. Philip lächelt ihr unsicher zu und er sagt: "Ich kann dich aber nicht aufklären. Ich bin ein Mann und du ein Mädchen." Nun schaut Martha erst verständnislos aber dann erhellt sich ihr Gesicht. Klug schlussfolgert sie: "Ah, darum hast du auch Martin aufgeklärt, weil er ebenfalls ein Mann ist, stimmt?" Philip nickt und er belässt es bei dieser kindlichen Logik. Martha zischt glücklich wieder ab um mit ihrer Mutter das Frühstück vorzubereiten. Philip würde nach dem was er erfahren hat am liebsten weglaufen und sich ganz tief in den Katakomben verstecken. Doch er weiss dass das nicht geht. Er wird weiterhin mit Tom zusammen die Kirche erbauen und er wird auch Ellen weiterhin die Kommunion reichen. Zerknirscht schaut er Martin an und er erklärt dem Jüngeren sein Dilemma. "Es ist doch nicht schlimm wenn Tom und Ellen wissen dass du ein Mann bist." sagt Martin schulterzuckend. Philip muss über diese Logik schmunzeln. "Ich befürchte ich habe mir meinen Ruf zerstört." klagt Philip. Martin denkt darüber nach und er sinniert: "Ellen weiss jede Menge über Menschen. Sie hilft ihnen ja in jeder Lebenslage. Sie hilft auch bei Problemen der Liebe, wie sie es nennt. Gleichzeitig mag Ellen die Kirche und ihre Männer nicht. Ich glaube sie glaubt dass wir keine Männer der Liebe seien. Wenn wir sie heute unbeabsichtigt vom Gegenteil überzeugen konnten kann es doch sein das sie die Kirche demnächst mehr mag?" Martin schaut gespannt zu Philip. Der muss über diesen verqueren Gedankengang erst einmal nachdenken. Ob Ellen die Kirchenmänner ablehnt weil sie sich von allen irdischen Freuden fern halten, es zumindest so erzählen? Philip weiss dass Ellen weiss dass die Mönche nicht alle und nicht immer keusch leben. Mehr als einmal hat ihn ein verzweifelter Mitbruder aufgesucht um ihm die Beichte abzunehmen und sie haben gebeichtet dass sie mit einem Mädchen ein Kind gezeugt hätten. Doch wie durch ein Wunder haben fast immer die Frauen die Kinder anschliessend verloren oder waren wohl doch nicht schwanger. Seit dem Philip weiss dass Ellen sich mit Kräutern auskennt hat er sie in Verdacht den Mädchen zu helfen. Wenn das der Fall sein sollte dann würde das zu der Aussage passen bin der Martha eben berichtet hat, nämlich dass die Mönche, entgegen ihrem Gelübte, an nichts anderes als der Fleischeslust denken und ihr unzweifelhaft erliegen. In dem Fall würde ihr kleines Tete aTete im Klo nicht wirklich Ellen überzeugen dass sie ehrbar sind. Im Gegenteil, sie würde sich in ihrer kritischen Haltung noch bestätigt fühlen. Aber wieso war sie dann gestern Abend noch so wohlwollend ihm und Martin gegenüber? Sie schien nicht entsetzt dass er Martin liebt. Im Gegenteil, sie hat ihn doch darauf aufmerksam gemacht dass er auf Martin mehr achten müsse. Philip weiß es nicht und er beschließt die Sache abzuhaken. Immerhin ist es ein offenes Geheimnis dass er und Martin sich mögen. Dass sie gerne beieinander sind ist hinlänglich bekannt und bisher haben sie nichts verbotenes getan. Einen jungen Mann aufklären ist Philips Meinung ebenfalls nicht untersagt und damit kann Philip hoch erhobenen Hauptes der Familie Builder entgegen treten. Wenn sie ihn dafür verurteilen wollen dass er ein Mann ist und Martin es gerade wird dann ist das eben so.
Philip legt seinen Arm um Martins Schultern und so gehen die beiden in die Stube. Philip und Martin lächeln breit und sie begrüssen die Anwesenden freundlich. Tom und Jake sitzen am Tisch und sie begrüßen die beiden Mönche ganz freundlich. „Martha hat berichtet dass ihr uns noch zum Frühstück beehrt?" fragt Tom und er zeigt einladend auf zwei Stühle. „Ja, sehr gerne, wenn es euch keine Umstände macht." erwidert Philip und Martin schaut fröhlich und beschenkt. „Bitte setzt euch doch." lädt sie Tom ein. Ellen bringt eine Tasse Tee für Martin und auch sie begrüßt ihre Gäste, sehr zu Philips Erleichterung, freundlich und sie scheint sich zu freuen dass sie noch etwas länger bleiben. Ellen verschwindet wieder in die Küche und die Männer unterhalten sich über ihr gemeinsames Thema. Es geht um den Wiederaufbau der Kirche und was für Ideen Tom hat. Er möchte die Kirche möglichst filigran gestalten. Das heißt er wird die dicken Stützpfeiler mit Zierpfeilern verkleiden. Das Gerippe wird auf die selbe Weise verziert und Jake erklärt dass er in die Schlusssteine Verzierungen meißeln möchte. Vielleicht Blätter und Blumen, er könnte sich jedoch auch Tierköpfe vorstellen. Martin schaut Jake nachdenklich an. „Werden denn die vielen Bilder uns nicht dazu verleiten sie lieber zu betrachten als dem Gottesdienst zu lauschen?" fragt er leise. Philip denkt über Martins Worte nach und er kann die Bedenken des jüngeren teilen. Als er jedoch in Jakes enttäuschtes Gesicht schaut mag er dem jungen Mann das Angebot nicht ablehnen. „Ich fände Blätter und Blumen als Verzierung schön. Da könntet ihr ja vielleicht auch die Säulen mit gestalten. Vor allem wenn die Verzierung regelmäßig ist sollten sie den Betrachter nicht dazu verleiten gedanklich nicht mehr dem Gottesdienst zu folgen." Jake bekommt sein zufriedenes Gesicht wieder. Da Alfred sich inzwischen zu den anderen gesellt hat lacht er rauh. "Ich wusste doch dass Philip deine albernen Tierköpfe nicht gefallen. Sieh es ein Jake, es sind Kindereien, mehr nicht." ärgert er den jüngeren. Jake lässt unglücklich seinen Kopf hängen. Martin schaut Alfred zornig an. Philip hätte über das niedliche Gesicht von Martin gerne gelacht, er sieht zu süss aus wenn er versucht böse zu gucken. Doch Martin hat Recht sauer auf Alfred zu sein. Jakes Figuren sind sehr gut. Darum sagt Philip mit scharfer Stimme in Richtung Alfred: "Im Gegenteil, mein Freund! Ich finde Jakes Figuren sehr gut. Wieso sollte ich sonst befürchten dass die Gläubigen ihr mehr Aufmerksamkeit schenken werden als meiner Predigt? Die Steinfiguren von Jake sind Meisterwerke und ich würde sie sehr gerne an meiner Kirche haben. Ich finde wir sollten sie nur aussen befestigen." Nun strahlt Jake und auch Martin schaut wieder versöhnlicher. Dennoch wundert er sich und er fragt: "Aber kommen aussen an die Kirche nicht normalerweise die Heiligenfiguren?" Jake schaut wieder bang zu Philip aber der zuckt mit seinen Schultern und er grinst: "Dann sollten wir nur Heilige an unsere Kirche stellen, die etwas mit Tieren zu tun haben. Etwa Franziskus mit den Vögeln, oder Georg, der den Drachen besiegt." Martin schaut begeistert und ihm fallen noch etliche Heilige ein die alle mit einem Tier zusammen dargestellt werden können. Zum Schluss grinst Alfred: "Sankt Martin auf seinem Pferd habt ihr Kindsköpfe noch vergessen." Tom gibt seinem Sohn eine Kopfnuss, die bei seinem Brummschädel empfindlich schmerzt. Er reibt sich den Schädel und schaut seinen Vater böse an. Philip dagegen gefällt die Idee. Er könnte sich sehr gut vorstellen dass Jake dem Heiligen Martin die Gesichtszüge seines Freundes schenkt. Das fragt er nun ganz aufgeregt und Jake schnappt sich ein Zeichenbrett um Martin erst einmal zu portraitieren. Als Martha und Ellen mit dem Frühstück herein kommen hat er schon grob die Gesichtszüge des jüngeren Mönchs gemalt. Mit ein paar wenigen Strichen hat er die Szenerie des heiligen Martins auf dem Pferd und mit dem Bettler zu Papier gebracht. Philip schaut staunend zu Jake und er freut sich dass der junge Künstler das Antlitz von Martin so wunderbar getroffen hat. Martin freut sich über das leckere Essen und er dankt den Frauen ehrlich für ihre ganze Mühe die sie sich gemacht haben. Ellen lächelt dem kleinen Mönch zu. Sie findet es immer herzerfrischend wie dankbar Martin stets für Selbstverständlichkeiten ist. Einen Gast zu bewirten ist Aufgabe der Hausfrau und für die meisten Menschen selbstverständlich. Martin tut aber jedes mal als sei das Selbstverständliche eben nicht selbstverständlich und er bedankt sich herzlich für die Arbeit und Mühen. Ellen lächelt den kleinen lieb an und Martha erklärt Martin ganz aufgeregt wie sie die Kuchen gebacken haben. Martin lauscht Martha scheinbar interessiert. Philip beobachtet die beiden. Man könnte wirklich glauben dass Martha Martin eine Neuigkeit erklären würde so ernst und aufmerksam hört er dem Mädchen zu. Philip weiss aber dass Martin diese Kuchen selber backen kann, mehr als einmal hat Martin zusammen mit Matthias diese kleinen Köstlichkeiten gebacken. Seit dem Martin mit dem Zucker herumexperimentieren durfte sind seine Kuchen Karamellkuchen und einfach traumhaft lecker. Hier entdeckt Philip das traditionelle einfache Rezept. Dennoch lauscht Martin aufmerksam und als er ein Gebäckstück probiert hat lobt er den Kuchen ehrlich. Es ist kein Lob mit dem Man Kinder lobt die einem einen krakeligen ersten Buchstaben zeigen, es ist das Lob wenn sich die Kinder angestrengt haben und eine Seite aus dem Kanon so ordentlich abgeschrieben haben dass man das Blatt zu dem Buch zufügen kann das man gerade abschreibt. Philip hört nichts als ehrliche Bewunderung für die kleine Bäckerin.
