Teil 57

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Es ist ein kühler Herbstmorgen. Martin ist auf dem Weg nach Kingsbridge um den Armen zu helfen. Die Nebelschwaden greifen klamm nach Martins Kleidung und er versucht sich zu wärmen indem er den Berg hinunter rennt. Die Stadt wirkt unwirklich, sie ist gänzlich im Dunst verschwunden, die Brücke über den Fluss kann Martin nur erahnen. Dennoch scheint es ein schöner Tag zu werden, denn die Sonne geht fahl über dem Horizont auf. Die Blätter der Bäume leuchten in satten Farben und die reiche Ernte ist dieses Jahr eingefahren. Martin ist guten Mutes, selbst wenn der Winter lang und hart wird so sind sie gut vorbereitet. Martin kommt hüpfend und rennend am Fuße des Berges an. Doch die Stadt betritt er nicht. Er hört Hufgetrappel von etlichen Pferden und es werden Signalhörner geblasen die nur so von Kriegern geblasen werden. Martin steht starr vor Schrecken vor den Toren der Stadt. Werden sie etwa angegriffen? Panisch rennt Martin zum Fluss. Die Angreifer erscheinen im Nebel. Ihre blitzenden Rüstungen glänzen in dem fahlen Sonnenlicht. Die Pferde wiehern und die Hunde kläffen. Lautes Geschrei erschallt und schon sind die ersten Reiter auf der Brücke. Martin erkennt mit bangem Herzen die Standarten. Es ist der König höchstpersönlich der da in kriegerischer Absicht über die Brücke reitet. Martin rennt so schnell er kann zur Brücke. Er hofft dass er den König aufhalten kann seine Stadt anzugreifen. Hier leben alle Menschen die Martin liebt. Als Martin an Philip denkt der nun droben bei der Baustelle ist wird sein kleines Herz ganz schwer. „Für dich Philip!" ruft Martin so laut er kann und er rennt den Angreifern entgegen. Er hat ihnen nichts entgegen zu setzen als seinen Leib und sein Leben. Martin ist bereit beides für Philip und Kingsbridge zu geben. Der König darf einfach nicht die Stadt angreifen und das Kloster schon drei mal gar nicht. Martin rennt todesmutig den Rittern entgegen. Er weint weil er nicht weiss wie er die Stadt verteidigen soll. Schon hört er eine kleine Glocke die die Städter vor der Gefahr warnt. „Hoffentlich werden sie rechtzeitig aus ihren Betten sein, hoffentlich kann ich das Heer lang genug aufhalten dass sich die Burschen der Stadtwache in ihre Rüstungen kleiden können um sich zu verteidigen. Hoffentlich weiss Philip dass ich ihn liebe!" denkt Martin und in dem Moment hört er ein quatschendes matschiges Geräusch. Die Brücke gibt unter dem enormen Gewicht des Heeres nach. Ross und Reiter fallen in die Fluten die nach den ergiebigen Regengüssen der letzten Tage recht tief sind. Panik bricht nun in dem Heer aus. Die Pferde wiehern, die Männer schreien und etliche fallen noch in die rauschenden Fluten. Martin rennt nun noch schneller. Seine Kutte reißt er sich im Lauf vom Leib und dann rennt er über die zerbrochene Brücke um sich in die tiefe zu stürzen. Er greift sich den ersten Ritter den er erwischen kann und er zieht ihn ans rettende Ufer. Ritter um Ritter, Ross um Ross rettet der kleine Mönch. Bald wimmelt es am Ufer von Menschen die die halb Ertrunkenen bergen und hoch ins Kloster bringen. Der Medicus wird heute alle Hände voll zu tun haben. Martin wirft sich in die Wogen weil er weiss dass sehr viele Reiter in den Fluten versunken sind. Die Ritter können nicht schwimmen. Ihre schweren Rüstungen sind in den Wassermassen ihr Todesurteil. Martin erkennt zwischen ein paar Steinen einen Ritter liegen der eine prunkvolle Rüstung an hat. Der Mensch kämpft verzweifelt um sein Leben. Martin schwimmt zu ihm und er spendet dem Mann rettende Luft. Dann taucht Martin auf um tief Luft zu holen. Er nimmt dem Ritter den Helm ab und beatmet ihn. Wiederum taucht Martin auf um Luft zu holen. So entkleidet er den Ritter aus der Rüstung und zum Schluss schwimmt er mit dem Mann ans Ufer. „Martin! Martin!" hört er eine verzweifelte Stimme. Philip rennt am Ufer hin und her und er hat Martins Kutte in der Hand. Martin winkt nach seinem Freund und der sieht ihn. „Da bist du ja." freut sich Philip und er hilft Martin den Mann aus dem Wasser zu ziehen den Martin da gerettet hat. Ein paar Mönche die mit Philip am Ufer suchen nehmen den Kerl und sie schaffen den inzwischen ohnmächtig gewordenen Ritter hoch ins Kloster. Martin sagt dass da bestimmt noch mehr Menschen in den Fluten wären und die ertrinken würden. Philip wirft seine Kutte neben Martins und gemeinsam holen sie noch zwei weitere Ritter aus dem Fluss. Für die anderen können sie nichts mehr tun. Verzweifelt schwimmt Martin die leblosen Gestalten ab. Er würde es sich nicht verzeihen wenn da noch jemand leben würde und er ihn nicht rettet. Plötzlich sieht er eine Bewegung. Philip schwimmt auf den überlebenden Ritter zu und er spendet demjenigen seinen Atem um dann aufzutauchen. Martin nimmt dem Ritter den Helm ab und er schaut in die entsetzlichen Augen des Dämons. Martin überlegt nicht lange. Er spendet dem Dämon seinen Atem um dann aufzutauchen. Philip ist nun wieder bei dem Ritter und er löst die Armschienen. Ehe Philip den Mann beatmet ist auch Martin wieder da und er löst den Harnisch. Gemeinsam befreien sie den Dämon von dessen Rüstung und sie nehmen ihn mit zum rettenden Ufer. Als Martin die Böschung hinaufklettern möchte versagen dem kleinen Mönch die Beine. Er hustet unendlich viel Wasser aus und er hat das Gefühl dass er erfrieren müsste. Martin kann seine Arme und Beine einfach nicht mehr spüren. Er dreht sich hilflos zu Philip um dem es kein bisschen besser geht. Philip kriecht mit letzter Kraft zu Martin und er umarmt den kleinen. Gemeinsam bleiben sie im seichten Schlamm des Flusses liegen und keuchen vor Anstrengung. Während Martin die Augen schließt und wegdriftet betet Philip dass man sie finden möge. Tatsächlich werden sie schnell entdeckt. Ein paar kräftige Hände packen sie und sie werden auf einen Karren gelegt. Der Ritter kommt neben sie und dann rollt der Karren den Berg zum Kloster hoch. Philip würde gerne nach Martin schauen, doch er kann sich kaum noch bewegen so kalt ist ihm. Oben im Kloster wird viel geschrieen was Philip kaum versteht. Das einzige was er versteht ist dass sie ihm Martin aus seinen Armen nehmen wollen, doch das weiss Philip zu verhindern. Mit all seiner verbliebenen Kraft klammert er sich an den kalten Körper von seinem Schatz. Wenn sie Martin von ihm lösen wird dieser doch erfrieren! Denkt Philip.
Francis ist oben beim Medicus als die ersten Ertrunkenen hoch gebracht werden. Die Ritter sind unterkühlt und sie haben viel zu viel Wasser geschluckt. Einige haben sich bei dem Sturz die Knochen gebrochen. Der Medicus lässt Francis den Kamin entzünden und die Männer werden alle aufgewärmt und notdürftig versorgt. Sie dürfen nicht liegen damit sie nicht trocken ertrinken. Immer wieder wird solch ein armes Geschöpf herein gebracht. Francis kümmert sich wie die anderen Brüder um die Männer. Doch dann wird er heraus gerufen. Sein Bruder liegt dort nackt auf einem der Karren. Er hat Martin im Arm. Martin ist weisser als Schnee und die Lippen des kleinen Mönchs sind blitzeblau. Kein Leben ist mehr in dem kleinen Martin, doch Philip klammert sich an den Mann als hinge sein Leben davon ab. Francis ist entsetzt. Der Engel ist gefallen, er möchte nun nicht in der Haut seines Bruders stecken. Francis versucht den Griff von Philip zu lösen, doch sein Bruder verfügt über Muskeln die hätte Francis dem belesenen Philip nicht zugetraut. Philips Körper ist gestählt und Francis kann weder den Griff lösen noch Martin von Philip weg ziehen. Darum lässt er ein paar starke Novizen den Prior mit seinem Stellvertreter gemeinsam in die Krankenstube schaffen. Ins Bett daneben kommt die Leiche des Ritters den sie zuletzt aus den Fluten gezogen haben. Francis ist untröstlich. Man hat ihm inzwischen berichtet dass Martin wohl derjenige war der die meisten Ritter aus dem Wasser geholt hat. Philip hat ihm dabei offensichtlich geholfen und nun liegt Philip verzweifelt neben dem leblosen Körper seines Freundes. Francis fällt die Aufgabe zu seinen Bruder dazu zu bringen sich aufzusetzen und vor allem sitzen zu bleiben. Auch er hat zu viel Wasser in der Lunge und er könnte jetzt noch ertrinken sollte er sich hinlegen. In dem Kloster herrscht helle Aufregung. Überall rufen und wehklagen die Menschen. Francis ist hin und her gerissen. Sein Bruder braucht ihn jetzt aber die anderen Mönche und vor allem auch die Menschen in Kingsbridge bräuchten ihn ebenfalls. Jakob kommt zum Glück und gemeinsam bekleiden sie Philip und Jakob zieht Martin ein Totenhemd an. Als Philip das sieht realisiert er was mit seinem Freund passiert ist. „Nein! Martin! Nein!" schreit er und er wirft sich schluchzend über seinen Engel. Francis kann Philip nun nicht mehr davon abhalten sich über Martin zu beugen. „Er wird ertrinken." ruft der Medicus aber Francis schafft es nicht Philip hoch zu ziehen.
Als Philip realisiert was mit Martin ist verzweifelt sein Herz. Solch einen bitteren Schmerz hat er noch nie gefühlt, nicht einmal als seine Eltern gestorben sind. Philip wirft sich über Martin und am liebsten würde er nun mit ihm sterben. Wann ist der Kleine nur von ihm gegangen? Wann ist das Leben aus ihm gewichen? Philip hat es nicht bemerkt. Nach gefühlten Stunden schafft es Francis seinen Bruder von Martin wegzulocken. „Du brauchst etwas zu essen und frische Kleidung." sagt Francis. „Außerdem muss Martin aufgebahrt werden. Matthias wird die Messe für ihn halten wenn du es nicht kannst." sagt Francis lieb und schaut in das hoffnungslose und gebrochene Gesicht seines Bruders. Philip wirkt um Jahre gealtert. Jeglicher Lebenswille ist aus Philip gewichen. Wie in Trance folgt er seinem Bruder. Doch kaum hat er den Raum durchquert so dreht sich Philip entsetzt zu Martin um. „Martin!" flüstert er panisch und er läuft so schnell zurück dass Francis ihm kaum folgen kann. Als Francis bei Philip wieder ankommt ist der ohnmächtig über Martins Leichnahm zusammengebrochen. „Oh, Bruder!" sagt Francis und er weint. Philip tut ihm unendlich leid. Er weiss wie sehr Philip diesen kleinen Engel liebt. Dass der sich nun für die fremden Ritter geopfert hat ist entsetzlich. Francis weiss nicht was er sich lieber wünschen soll, dass Philip nun mit Martin geht oder dass er überlebt. Derzeit liegen die beiden so wie sie häufig auch schlafen, Philip bedeckt Martins Körper mit seinem. Nur das Gesicht Martins ist zu sehen weil Philip sein Gesicht an die Halsbeuge von Martin geschmiegt hat. Philip liegt völlig reglos. Natürlich kommt Lukas um Philip wieder aufzusetzen, doch Francis bittet ihn das nicht zu tun. „Bitte, lass sie so liegen." sagt er. Der Medicus schaut irritiert. „Lebt Philip noch?" fragt er und er schaut sich die Atmung seines Priors an. Die ist kaum noch zu sehen. Kreidebleich ist auch Philip, doch als Francis seinen Kopf auf Philips Rücken legt kann er Philips Herz laut und deutlich klopfen hören. Es klopft als würde Philip gerade einen Sprint hinlegen. Wahrscheinlich muss seine Seele gerade Höchstleistung vollbringen, denkt sich Francis und er bleibt noch ein Weilchen auf seinem Bruder liegen um dessen Herzschlag zu lauschen.
Philip hat als er den Raum verlassen wollte einen verzweifelten Martin nach ihm rufen gehört. „Philip, bitte!" hat Martin geschrien. Philip ist zu seinem Engel gerannt und er hat sich zu ihm gelegt weil er weiss dass Martin irgendwo im Traum auf ihn wartet und dort verzweifelt. Philip erkennt den Höllenspalt von dem er die letzten Jahre seinen Freund gezogen hat. Doch er kann Martin nirgends entdecken. Bang rennt Philip auf den Spalt zu und als er hineinschaut bleibt ihm fast das Herz stehen. Martin hängt dort an einen Felsen geklammert. Doch Martin ist nicht alleine. An ihm hängen zahlreiche Seelen. Eine hält Martin mit seiner freien Hand fest. Philip legt sich hin und er zieht die erste Seele aus dem Spalt. Sie ähnelt der von William Hamleigh. Philip kümmert sich nicht darum und er hebt die nächste Seele herauf. Einen nach dem anderen hebt Philip aus dem Höllenspalt. Zuletzt greift er nach Martin und der ächzt unter der Last die er in der anderen Hand hält. Philip kann Martin kaum herauf ziehen, das Gewicht das Martin hält ist einfach zu schwer. Philip erinnert sich daran als Martin einst gegen den Dämon auf dem Dorfplatz gekämpft hat. Als der Dämon Martin in die Hölle ziehen wollte war er ähnlich schwer wie diese Seele. Philip konnte Martin auch nicht einfach so heraus heben, erst die Taufe hat ihm geholfen dass der Dämon Martin los lassen musste. Doch hier hält gar nicht der Dämon Martin fest. Im Gegenteil, der jammert gerade dass Martin ihn doch endlich los lassen solle. „Ich hab dich nicht aus dem Wasser gefischt um dich jetzt fallen zu lassen!" presst Martin zwischen den Zähnen hervor. Philip lehnt sich so weit vor wie er kann und dann greift er nach dem Kragen des Dämons. Mit Leichtigkeit kann Philip den Kerl nun aus dem Höllenspalt ziehen. Er wirft ihn praktisch hinter sich weil er in letzter Sekunde nach Martins Hand greift die just in dem Moment vom Felsen abrutscht. „Hab dich!" sagt Philip und er hebt seinen Freund aus dem Höllenspalt. Martin seufzt unendlich erleichtert als er endlich in Philips Armen liegt. „Mein Engel!" sagt Philip zart und er muss weinen. Wird Martin weiter tot sein? Wenn ja, wird er ihn hier am Rand der Hölle besuchen können? Philip weiss es nicht aber er hat seinen Engel in den Armen. Das ist alles was zählt. „Philip, was ist los, warum weinst du?" fragt Martin erstaunt und er wischt seinem Mann die Tränen aus dem Gesicht. „Martin, du liegst auf dem Totenbett." sagt Philip. Martin schaut betreten. „Ich fühle mich gar nicht tot." sagt er nach einer kleinen Weile. „Kannst du denn zurück?" fragt Philip bang. Martin schaut in sich und dann sagt er erstaunt: „Nein, das kann ich nicht." Philip verlässt der Mut. Dann ist sein Engel wohl doch gestorben. Wahrscheinlich hat nur er Martin rufen gehört weil er ihn schon immer an den Rand der Hölle begleitet hat. Martin legt seine kleine Hand an Philips Wange. „Weine nicht, Philip. Ich bin doch bei dir." sagt Martin und Philip lächelt seinem Engel zu. „Ja, du bist da." flüstert Philip und er zieht seinen Engel zu sich um ihn zu küssen. Philip steckt seine ganze Liebe in diesen Kuss. Er weiss nicht ob es der letzte sein wird oder ob er demnächst Nacht für Nacht seinen Martin sehen darf. Martin küsst Philip zurück und sie geben sich der innigen Verschmelzung ihrer Körper hin. Als Philip aufwacht merkt er dass er auch im Realen Leben Martin küsst. Philip schmeckt an den kalten Lippen und er atmet in den atemlosen Mund Martins. Doch dann merkt er wie Martins Lippen auch seine liebkosen, wie die kalte Zunge seine streichelt. Martins Zunge fordert Einlass und Philip gewährt sie ihm. Irgendwann fangen Martins Finger an auf Philips Brust entlang zu wandern. Martin streichelt Philip und der umarmt seinen Engel leidenschaftlich. Martin taut nach und nach auf. Die umherstehenden können ihren Augen nicht trauen. Francis wird herbeigerufen. „Francis! Ein Wunder ist geschehen, dein Bruder hat Martin wieder lebendig gemacht!" ruft der Novize der geschickt worden ist Francis zu holen. Francis ist nämlich los gezogen um im Kloster für so etwas wie Ordnung zu sorgen. Außerdem hat er Jakob in die Stadt geschickt. Die Menschen dort müssen sich bereit machen denn die Ritter die nicht in den Fluss gefallen sind könnten bald auf anderem Wege angreifen. Die Stadt muss sich bereit machen und jeder waffenfähige Mann wird gerüstet.
Francis rennt wie der Wind in die Krankenstube. Dort ist alles ganz anders als er sie vorhin verlassen hat. Die Ritter sehen nun alle nicht mehr halb Tod aus. Sie wirken rosig und einige unterhalten sich, andere ruhen sich aus und schlafen friedlich. Hinten, auf dem Totenbett spielt sich eine seltsame Szene ab. Philip und Martin lieben sich. Noch haben sie ihre Gewänder an aber sie sehen nicht so aus als würden sie sich an ihrer Umgebung stören. Francis tritt an die beiden heran und er berührt Philip an der Schulter. Entsetzt schaut er Philip an. Der schaut verwundert zu Francis und Martin lächelt dem Mönch verschämt zu. „Martin, du lebst ja!" sagt Francis wie unter Schock. Martin nickt und Francis bekreuzigt sich. „Ich habe ihn aus der Hölle gezogen wo er dem Dämon das Leben gerettet hat." erklärt Philip und dann realisiert er dass der Dämon ja nun unter ihnen weilt. Philip setzt sich auf und er schaut sich um. Martin setzt sich ebenfalls auf und er klammert sich an seinen Mann. Sein Körper fühlt sich noch bedürftig an. Er hat Angst ohne Philip. Erst als er wieder an ihm klebt kann er sich beruhigen.
Francis erkennt mit einem Blick dass Philip sich nun sehr dringend um Martin kümmern muss, alleine und ohne Zeugen. Er nimmt Martin kurzerhand auf seinen Arm und versucht ihn aus der Krankenstube zu tragen, doch hat er nicht mit einem empörten Philip gerechnet der ihn den Kleinen behende entwendet. „Fass ihn nicht an!" schnauzt Philip seinen kleinen Bruder an. Der hebt abwehrend seine Hände und er sagt: „Ich will ihn dir nicht wegnehmen aber du solltest ihn von hier fort bringen. Philip nickt und er folgt Francis aus der Krankenstube. Lukas will wissen was Philip vor hat. „Ich bringe ihn hier weg. Er gehört nicht mehr hier her." sagt Philip und Lukas nickt wissend. Er weiss dass Martin ein höheres Wesen ist und er weiss dass Philip nicht scharf darauf ist dass Martin sein Wesen offenbart. Derzeit ist die Krankenstube so derbe überfüllt dass Martin nicht geheilt werden kann ohne dass die zahlreichen Patienten es mitbekämen. So lässt er seinen Prior und dessen rechte Hand ziehen. Er nimmt sich aber vor die beiden aufzusuchen sobald er ein wenig Zeit hat. Derzeit hat er alle Hände voll zu tun. Da wollen gebrochene Knochen gerichtet und geschient werden.

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