Philip und Martin haben den Bischof und den König alleine reden lassen. Doch viel haben die zwei offenbar nicht zu bereden, denn bereits nach ein paar Minuten stürmt Walleran wieder aus dem Fachwerkhaus heraus. Philip und Martin stehen mit Tom vor dem Portal und Tom erklärt den beiden welchen Glaser er für das riesige Westfenster angeheuert hat und warum. Philip nickt Toms Ideen fröhlich ab. Dieses Fenster ist sein Kompromiss für den Baumeister dass er sich in der Kirche wieder findet. Tom wollte immer eine bunte Kirche bauen, eine die mit ihren mannigfachen Bildern den Gläubigen den Glauben erzählt. Damit auch diejenigen die nicht lesen können vom Wunder Gottes erfahren können. Dass Philip lieber auf die Worte der Predigt vertraut und die Geschichten von der Güte Gottes selber erzählen mag hat die Idee von dem Aussehen der Kirche arg auseinander gebracht. Philip möchte keine Bilderbuchkirche. Er wünscht eine möglichst karge Kirche dass die Gläubigen sich auf die Predigt und die Gebete konzentrieren.
Doch dieses Fenster darf Tom gestalten wie er es mag. Jede Idee akzeptiert Philip. Als nun Walleran so wütend an ihnen vorbei stapft hält Martin den grantigen Mann auf. „Hochwürden, hier ist unser Baumeister Tom Builder. Er kann euch alles zu unserer Kirche erzählen was ihr wissen wollt." Martin strahlt den Bischof von unten an. Walleran schaut irritiert zu dem fröhlichen Kerlchen. Dann schaut er die Kirche an und er sagt bissig: „Erklärt mir wieso ein Bettelorden eine Klosterkirche baut die weit grösser ist als jeder Palast. Wieso baut ihr eine Kirche die euer Hab und Gut verschwendet?" Philip und Tom sind baff. Sie starren den Bischof ungläubig an. Nur Martin lacht fröhlich und er erklärt: „Ihr habt Recht. All unser Hab und Gut steckt im Gotteshaus. Es soll höher und schöner strahlen als alles was wir sonst besitzen. Dieses Gotteshaus soll weit über unsere Stadt hinweg die Menschen daran erinnern was wichtig ist. Kein irdischer Tand, kein Besitz und auch sonst nichts. Nichts ist wichtiger als Gott die Ehre zu geben. Das feiern wir täglich. Das singen wir und das predigen wir. Gott wollen wir erhöhen und nicht uns selbst. Darum ist unser Kloster klein und gedrungen, die Kirche aber gross und prachtvoll." Martin schaut weiterhin den Bischof so glücklich an. Dass Philip ihm nun einen Arm um die Schultern legt und Martin beipflichtet hebt Martins Stimmung noch, die des Bischofs sinkt noch weiter. „Jeder Orden zeigt mit seinen Bauwerken wie herrlich der Herr ist. Ich kenne kaum ein Kloster das keine prächtige Kirche hat. Wir werden diese Kirche vielleicht schmücken, aber alles dient zu Gottes Ehre, nicht zu unserer. Wir gehen als Bettler in das Haus Gottes, denn er hat uns eingeladen dies zu tun." nun lächelt auch Philip und Walleran knurrt: „Ihr seid vermessen, merkt ihr das nicht?" Philip zuckt mit seinen Schultern und Martin spürt diese Bewegung an seinem Körper. Er schaut zu Philip und er lächelt. Philip beruhigt dieses Lächeln so ausserordentlich. Mit Martin an seiner Seite kann der Bischof ihn und sein Vorhaben noch so sehr kritisieren, es prallt an Philip ab. „Wenn ich gewusst hätte was ihr euch hier für einen Palast hinstellt dann hätte ich euch nie die Erlaubnis für den Bau erteilt. Es ist nicht gut wenn die Klöster so sehr mit ihrem Reichtum prahlen. Ihr macht euch unglaubwürdig." sagt Walleran. Martin lehnt sich an Philip. Sowohl Philip als auch Martin stehen barfuß vor dem Bischof der edle Schuhe und seidene Strümpfe trägt. Ihre Kutten sind aus ungefärbter Wolle von braunen Schafen hergestellt. Sie sind harsch und kratzen und jucken ganz fruchtbar auf der Haut. Darum tragen die Brüder alle leinene Untergewänder. Zwei mal im Jahr wird die Kutte gewaschen. Ansonsten wechseln sie lediglich das leinerne Hemd. Der Bischof trägt eine sauberne, sehr edle Soutane. Sie ist fein und hat dreiunddreißig goldene Knöpfe. Der Schmuck den Walleran trägt ist ebenfalls aus Gold und sehr edel. Philip trägt lediglich seinen Rosenkranz um die Hüfte gebunden, Martin trägt gar keinen Schmuck. Die beiden entgegnen ihrem Bischof nichts. Tom lacht schallend. „Verzeiht Hochwürden, aber ich kenne niemanden der so wenig mit Reichtum prahlt als Prior Philip und Bruder Martin. Die beiden sind eins mit ihren Brüdern. Die Gemeinschaft tritt auf wie eins. Man hat als Laie den Eindruck dass sie alle gleich gestellt sind." Walleran schaut Philip nun fast angeekelt an. „Wenn du nicht als Prior zu erkennen bist dann kannst du das Amt ja auch nieder legen." Philip schaut entsetzt. Martin keucht entsetzt auf. „Nein, es gibt keinen Besseren als Philip für dieses Amt. Unter ihm ist Kingsbridge zu dem geworden was es heute ist." sagt Martin schnell. Walleran schaut den vorlauten Mönch an und er rümpft seine Nase. „Es ist nicht gut wenn der gebotene Respekt fehlt. Wer bist du schon dass du so einfach das Wort an mich richtest." Martin steht wie ein gescholtenes Kind vor dem Bischof. Er weiss gerade gar nicht wie er mit den Launen des Bischofs umgehen soll. Einerseits ist ihm die Kirche zu protzig und sie prahlen mit ihrem Geld, andererseits ist Philip nicht offensichtlich genug der Prior des Klosters. Das passt vorne und hinten nicht zusammen. Martin hat den Eindruck als würde der grantige Mann gar nicht meinen was er sagt, er meckert um zu meckern und nicht weil er einen berechtigten Einwand hat. „Kommt, ich führe euch in meine Kammer. Ihr seid sicherlich sehr müde und wollt ein wenig ruhen." sagt Philip und er lässt Martin los. „Martin, könntest du mit Tom besprechen wie die Glaser arbeiten werden?" Martin schaut Philip an und er nickt brav. Dabei schaut er so traurig dass es Philip fast das Herz zerreißt. Philip runzelt seine Stirn und schaut Martin fragend an. Doch der sagt nichts. „Martin, was bedrückt dich?" fragt Philip und Walleran räuspert sich. „Werde ich nicht in meine Kammer geführt?" fragt er bissig. Er hat wohl den Kummer auf dem Gesicht des kleinen Mönchs gesehen. Doch er findet es empörend dass der Prior sich nun sofort darum kümmern möchte anstatt ihm zu dienen. Tom lenkt ein. „Es gibt doch nichts mehr zu besprechen, Phil. Wir können unser Gespräch gerne ein andermal fortführen. Ich weiss was ich zu tun habe." sagt der hünenhafte Mann sanft. Er hat den Eindruck als wollte Martin nicht von Philip getrennt sein. Tom sieht die beiden ja häufig. Jedes mal wenn sie gemeinsam auf der Baustelle sind schaut Martin sehr zufrieden und fröhlich. Seine Augen strahlen dann glücklich und auch Philip sieht sehr glücklich aus. Selbst wenn sie über den Zahlen brüten, die Abrechnung durchgehen oder unangenehme Dinge besprechen weil Holz aus ist oder Steine fehlen kann das den beiden nicht die gute Laune verderben. Sie wirken so ausgeglichen wenn sie beisammen sind dass Tom sie manchmal beneidet. Sie wirken dann wie ein altes Ehepaar das sich ohne Worte versteht und wo jeder der beste Freund des anderen ist. Ohne den anderen sind beide unglücklich. Philip ist alleine auf der Baustelle sehr in sich gekehrt. Er ist nicht unfreundlich aber Tom merkt dass Philip dann nicht bei der Sache ist. Tom vermeidet es Philip dann schlechte Nachrichten zu überbringen. Selbst gute heitern Philip nicht so sehr auf dass er dann mehr als nur dünn lächeln würde. Philip reagiert dann sehr zurückhaltend. Meist verschränkt er seine Arme ganz seltsam. Er steckt dann einen Arm in den Ärmel des anderen und es sieht aus als würde er sich dann an sich selbst festhalten. Wenn Tom den kleinen Martin in der Stadt trifft dann schaut der auch immer ernst aus der Wäsche. Nicht so arg in sich gekehrt wie Philip. Martin kann viel besser alleine sein als Philip. Er kann mit anderen zusammen fröhlich sein und lachen, allen voran Martha und Ellen, doch manchmal weint Martin auch. Vor allem wenn die Sorgen um ein neu geborenes Kind ihn drücken oder wenn eins von ihnen krank wird. Und Martin kann besser zugeben dass er Philip vermisst wenn er nicht bei ihm ist. Philip würde solch eine Aussage nicht über die Lippen kommen, Martin dagegen regelmässig wenn er von Tom eingeladen wird zum Abendbrot zu bleiben. Dann grinst Martin immer ganz verschämt und er nuschelt leise: „Lieber nicht, ich möchte hoch zu Philip." Der kleine Mönch trägt sein Herz auf der Zunge, Tom weiss das. Er findet es ganz lustig dass Martin nie sagt dass er ungern die Vesper verpassen möchte, er sagt immer wohin sein Herz ihn zieht und das ist ganz offenbar Philip. Und nun schaut der kleine Mann so dermassen deprimiert dass er bei Tom bleiben soll und Philip weggehen will dass Tom die Not dem Kleinen aus den Augen ablesen kann. Darum hat er sich entschlossen Martin zu helfen und Philip gesagt dass sie später miteinander reden können. Martin schaut Tom unendlich dankbar an. Tom nickt den Anwesenden zu und er geht zu seiner Baumeisterhütte um dort die endgültigen Pläne für die Fenster zu zeichnen. Martin strahlt Philip an und gemeinsam gehen sie mit Walleran in den Priortshof. Elias kommt gerade aus dem Schlafzimmer der beiden. Er schaut Philip lächelnd an und er sagt: „Ich habe das Bett für unseren hohen Gast frisch bezogen. Schlaft ihr dann in meiner Kammer oder wollt ihr im Dormitorium übernachten?" Walleran wundert sich. Es ist üblich dass in der Gästekammer der Prior selbst schläft wenn ein hoher Besuch das Bett bekommt. Philip fragt Elias: „Möchtest du unserem Bischof aufwarten?" Walleran schaut den Novizen an. Der hat kurze, unordentliche Haare und scheint noch nicht in der Pubertät zu sein. Ängstlich schaut er Walleran an und dann flüstert er überhaupt nicht fröhlich: „Ich würde lieber im Kinderheim schlafen." Philip nickt und er sagt liebevoll: „Mach das." Philip öffnet für Walleran die Tür und er zündet ihm eine Kerze an. Dann verabschiedet er sich von den Bischof und er geht mit Martin in den Kreuzgang. Dort setzen sie sich auf die niedrige Mauer und sie schauen in den Klostergarten der gerade von Francis und Jakob bearbeitet wird. Die beiden arbeiten ruhig und stetig an den Pflanzen. Einige Kinder spielen zwischen ihnen und weder der eine noch der andere ist von den Kindern gestört. Im Gegenteil. Beide haben offensichtlich viel Freude an dem Nachwuchs. Doch als ein paar Kinder Martin und Philip entdecken sausen sie eilig zu ihnen. Johannes ist als erster bei ihnen und er erobert Martins Schoss. Die anderen kuscheln sich an Philip oder setzen sich neben die beiden. „Erzählt ihr uns eine Geschichte?" betteln sie und Philip lässt sich nur zu gerne dazu auffordern. Er erzählt so gerne die biblischen Geschichten kindgerecht. Heute erzählt er von Jona und dem Wal. „Jona war ein Prophet. Einer der Gottes Wille kennt. Gott wollte dass Jona in die Stadt Ninive reist um den Menschen dort zu sagen dass sie sich mehr um Gott kümmern müssen sonst würde Gott sie strafen. Doch Jona hat Angst nach Ninive zu reisen. Er hat Angst Gottes Wille zu tun und die Menschen aufzufordern sich zu bessern. Jona fürchtet um sein Leben, er denkt dass die Menschen aus Ninive ihm Gewalt antun und das will Jona auf alle Fälle verhindern. So geht Jona auf ein Schiff und er reist in die andere Richtung, weit von Ninive weg so dass Gott sich einen anderen suchen muss der seinen Willen den Menschen verkündet. Doch Gott lässt nicht locker. Er schickt einen Sturm und das Schiff auf dem sich Jona befindet droht umzukippen. Die Menschen auf dem Schiff haben Todesangst. Jona erkennt was er getan hat und um die Menschen auf dem Schiff zu retten springt er ins Meer. Gott sendet einen grossen Fisch der Jona aus der wilden See rettet. Der Fisch bringt Jona nach Ninive. Als Jona dort ankommt da redet er zu den Menschen und sagt ihnen was Gott von ihnen will. Die Menschen in Ninive reagieren bestürzt. Sie wollten doch gar nicht Gottes Gebote übertreten, sie kannten sie nicht. Doch Dank Jona kennen sie nun Gottes Willen und sie können sich daran halten. Sie kehrten alle um, trugen keine teuren Kleider mehr sondern Bussgewänder, sie beteten ohne unterlass zu Gott und der war sehr stolz auf die Menschen von Ninive." Philip schaut die Kinder an. „Wie kann man die Geschichte heute verstehen?" fragt er und Johannes ist stolz dass er weiss dass sie ein Gleichnis ist. Philip lächelt dem Jungen zu und er sagt dass das stimmt. Ein anderes Kind erklärt ernst dass die Mönche wie die Menschen aus Ninive sind und immer beten und hässliche Kleider tragen. Hier muss sich Philip ein Schmunzeln verkneifen. „Ja, du hast den Sinn der Geschichte begriffen, das ist richtig. Wir Mönche versuchen immer das zu tun was Gott von uns will." sagt Philip ernst. Ein anderes Kind fragt: „Bist du wie Jona?" Philip schaut das Kind fragend an. Es erklärt: „Sagst du uns was Gott will?" Nun lächelt Philip wieder. „Ich versuche es zumindest. Ich lese viel in der Bibel und lese dort von Gottes Wille. Den erzähle ich euch dann damit ihr das tun könnt was Gott gefällig ist." sagt Philip und die Kinder sind zufrieden. Sie sind sich einig dass Philip sicherlich sehr gut wisse was Gott will und sie wollen immer das tun was Philip sagt. Hinter Philip hören sie ein Räuspern. Vorsichtig dreht sich Philip um damit keines der Kinder von seinem Schoss fällt. Er schaut in das verkniffene Gesicht des Bischof Walleran. „Ihr seid also ein Prophet?" fragt Waleran sarkastisch. Philip schüttelt seinen Kopf. „Nein, das bin ich nicht." sagt er ernst. „Das will ich meinen. Ihr seid ein Aufschneider." sagt Walleran böse. Martin schaut den Bischof böse an. Seine blauen Augen funkeln empört. „Philip ist kein Aufschneider!" sagt er mit fester Stimme. „Er ist Prior und Priester. Natürlich kennt er den Willen Gottes, wer denn sonst?" sagt Martin und Walleran öffnet seine Arme theatralisch. Er schließt seine Augen und er sagt stöhnend: „Die Wege Gottes sind unergründlich." „Sein Wille aber nicht! Der steht in der Bibel und Philip kann die lesen." sagt Martin schnell. Walleran schaut den vorlauten Mönch sauer an. Zwischen all den Kindern wirkt der selbst noch wie ein Kind. „Ihr vorlauten Mönche müsst lernen auf Gottes Wille zu hören." sagt Walleran und er meint damit seinen Willen. Philip schaut Walleran fragend an, Martin irritiert. „Wie meint ihr das?" fragt Martin. Walleran sagt: „Du, kleiner Mönch bist mir zu vorlaut. Dir steht das nicht zu. Du müsstest lernen viel höflicher zu sein. Außerdem bin ich der Bischof. Damit liegt die Deutungshoheit über Gottes Willen bei mir." Martin schaut nun beschämt. Er ist zwar Priester geworden doch er deckt gar nicht daran das zu tun oder zu denken was der Bischof von ihm verlangt. Martin ist Philips Freund. Auf Philip hört er weil der sein Meister ist und weil Philip stets gute Ideen hat. Martin runzelt seine Nase. Philip würde über diese komische Geste gerne lachen. Er weiss dass Martin gerade über eine geeignete Antwort für den Bischof nachdenkt. Doch Philip weiss auch dass Walleran Martin nun schon zwei mal ermahnt hat. Ein drittes mal sollte das besser nicht vorkommen. „Kinder, geht spielen." sagt er sanft und er stellt den Bengel der seinen Schoss besetzt hat auf die Erde. Auch Martin entlässt Johannes und die Kinder tollen von dannen. „Willst du nicht mit den Kindern spielen gehen?" fragt Walleran bissig den Martin. Der schaut fragend und Philip böse. Er weiss dass Walleran Martin ärgern möchte. Philip steht auf und er legt Martin einen Arm um die Schultern. „Nein, Martins Platz ist an meiner Seite. Er ist meine Stütze und meine rechte Hand." erklärt er ruhig dem aufgebrachten Bischof. „Gut, dann kann deine rechte Hand vielleicht das Feuer schüren. Die Kammer ist kalt und ich friere." erklärt Walleran. Martin würde am liebsten entgegnen dass es doch noch gar nicht kalt sei. Sie heizen normalerweise erst wenn die Kälte durchs Gemäuer kriecht. Doch noch ist es warm und man kann sogar ins Schwitzen kommen wenn man sich bewegt. Martin sagt nichts weil Philip ihn drückt. Martin weiss dass Philip nun keinen Widerspruch mehr duldet. Seit dem Philip Martin einmal bei einer Versammlung vor allen Anwesenden gerügt und dann raus geworfen hat ist Martin sehr sensibel geworden. Er achtet genau auf Philip und vermeidet es seinen Mann zu verärgern. Gemeinsam gehen sie Holz holen und dann entzünden sie den Kamin im Arbeitszimmer. Martin holt eine Bettpfanne und er stellt sie schon einmal neben den Kamin. Heute Abend werden sie einige Kohlen aus dem Feuer nehmen und in diese Pfanne tun. Wenn sie die unter Wallerans Decke legen dann wird dem alten Mann sicherlich nicht mehr kalt sein. Philip hat für alle Fälle eine zweite Decke aus dem Stall mitgebracht. Doch an Wallerans verzogenem Gesicht sehen sie dass dem ihre Decken nicht zusagen. „Es tut mir Leid, wir haben nichts anderes." entschuldigt sich Philip. Er weiss dass sie im Bischofspalast weiche Decken bevorzugen. Mit Daunen gefüllt und wie Philip weiss nur unter Schmerzen und Leiden ergaunert. Philip erinnert sich wie entsetzt Martin reagiert hat als er das erste mal eine Daunendecke gesehen hat. Sofort hat er nach seinen Flügeln gegriffen und Philip hat realisiert mit was die Decken gefüllt sind. Mit dem Schmerz und den Tränen der Vögel. Seit dem gibt es im ganzen Kloster keine Daunendecken mehr. Selbst die alten und kranken müssen unter den Wolldecken schlafen. Dass Walleran mit den Wolldecken Vorlieb nehmen muss wurmt ihn sehr. Er ist besseres gewohnt und er verzichtet nicht gerne auf die Annehmlichkeiten des Lebens. Doch er wird nicht zu laut stöhnen, denn der König selbst liegt in diesem furchtbaren Gästehaus und er nimmt dankbar die grässlichen Wolldecken an. Der König ist wie ausgewechselt. Hat er vor der Abreise nach Kingsbridge noch gesagt dass er die Stadt vernichten und das Kloster schleifen wolle so lehnt er dies inzwischen kategorisch ab. „Philip hat mir mein Leben gerettet. Ich werde ihm jetzt bestimmt nicht mehr schaden." hat er gesagt und Walleran danach rausgeworfen. Walleran ist sehr wütend. Er weiss dass Kingsbridge eigentlich in seinen Herrschaftsbereich fällt. Jedoch scheint der Prior von Kingsbridge sich nicht wirklich darum zu scheren. Philip hat ihn noch nie ignoriert oder ihm den Gehorsam verwehrt, aber er ist kein Speichellecker wie all die anderen Äbte oder Prioren in seinem Land. Er ist sich bei Philip nicht sicher ob der nicht zu eigenständig denkt und handelt. Das Kloster führt er vorbildlich. Bisher hat er noch nie die Steuern nicht zahlen können. Selbst in den mageren Jahren der Hungersnot hat Kingsbridge den vollen Satz gezahlt. Und wie Walleran gehört hat auch noch einige Dörfer aus dem nahegelegenen Shyring übernommen und die Menschen dort vor dem Hunger bewahrt. Walleran glaubt dass es hier nicht mit rechten Dingen vor sich geht. Er wollte dass der König der Stadt das Stadtrecht wieder entzieht und Philip aus dem Kloster vertreibt so dass er es mit einem seiner Lakaien besetzen kann. Doch all seine Pläne sind mit der Brücke zerstört. Der König ist Philip dankbar und er lässt sich hier gesund pflegen. Dazu trägt er ein Bussgewand und er betet viel mit den Mönchen. Walleran könnte kotzen. Einen gläubigen König kann er so gar nicht gebrauchen und schon gar nicht in einem Kloster das gottesfürchtig geführt wird.
