Teil45

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Martin versucht mit Aliena zu reden. Er redet mit seiner Engelszunge auf die junge Frau ein. Doch Aliena weiss dass sie ohne Alfreds Geld ihren Bruder nicht auslösen kann. "Ich habe wenn ich all meinen Besitz verkaufe gerade einmal die Hälfte des Geldes. Ich brauche einfach Alfreds Geld. Und wenn ich Alfred abweise und meinen Bruder nicht befreie dann würde das meine Ehe mit Jake belasten. Ich würde dann auch mit Jake nicht froh." erklärt sie dem Martin. Martin hockt unglücklich vor ihr. "Du darfst dich nicht gegen dein Herz stellen. Das funktioniert doch nicht." jammert der kleine Mönch. Aliena tröstet Martin. "Schau, wenn ich Alfred heirate und Richard auslöse dann werde ich froh sein, Martin das verspreche ich dir." Martin schaut unglücklich. "Versprichst du das auch Jake?" fragt Martin. Aliena muss schlucken. "Jake ist im Kloster sehr glücklich. Ich bin mir sicher dass er mir verzeihen kann wenn ich Alfred heirate. Also ja, ich werde es auch Jake versprechen." sagt Aliena und reckt dabei ihr Kinn. Martin seufzt schwer. "Meinst du er wird dich und Alfred trauen?" fragt Martin. Nun schaut Aliena entsetzt. "Wie meinst du das?" fragt sie bang. Martin schaut Aliena an. "Na, ihr müsst doch vermählt werden. Jake könnte das tun, findest du nicht?" Nun schaut Aliena das erste mal zweifelnd. Ihr entschlossenes Gesicht ist dahin und Martin sieht ihre Trauer. Aliena kann Martin nicht anschauen. Sie starrt die Wand an und dann schluchzt sie auf. "Nein, das möchte ich nicht." jammert sie. Martin geht zu ihr und er umarmt sie. "Mädchen, wir werden eine andere Lösung finden. Verkaufe dich nicht. Nicht einmal für solch eine königliche Summe." Er drückt die unglückliche Aliena und sie nickt. "Na, gut, ich werde Alfreds Werben nicht nachgeben. Aber du musst mir versprechen dass du eine gute Lösung findest. Ich möchte meinen Bruder nicht auch noch verlieren. Ich habe doch nur noch ihn. Meine Eltern sind beide schon tot." sagt Aliena und Martin verspricht ihr Richard zu retten.

Martin geht sofort zu seinem Philip. Ein guter Plan muss her. Philip ist ein bisschen entsetzt dass Martin sich in die Ehe von Aliena einmischt. "Findest du nicht dass sie das Recht hat sich ihren Ehemann selber auszusuchen?" fragt Philip und er ist Martin ein bisschen böse. Martin nickt. "Ich bin mir sogar sehr sicher dass Aliena das Recht hat sich ihren Ehemann selber auszusuchen. Nur finde ich es schrecklich dass sie dieses Recht verkaufen möchte um ihren Bruder auszulösen. Aliena sollte den Mann heiraten können den ihr Herz liebt, auch wenn derjenige ein Habenichts ist." Martin schaut Philip flehend an. Philip schaut erstaunt. So hat er das Ganze nicht gesehen. "Aliena hat schon einen Verlobten?" fragt Philip aber Martin schüttelt seinen Kopf. "Nein, sie ist nicht verlobt. Ihr Herzensbub kann noch nicht um sie werben. Weisst du Jake hat Alienas Herz erobert und Jake muss noch ein bisschen im Kloster bleiben. Er hat sich für weitere drei Jahre verpflichtet. Er möchte erst noch Latein lernen. Er wäre dann ein Gelehrter und könnte Aliena ein gutes Leben bieten." Philip seufzt und er setzt sich. "Wo bekommen wir denn das Geld her?" fragt er bang. Martin zuckt mit seinen Schultern und er setzt sich auf Philips Schoss und er umarmt seinen Mann. "Wir könnten das Geld nehmen das wir dem König schon beim letzten mal geben wollten." sagt Martin. Inständig hofft er dass Philip zustimmt. Das Geld könnten sie für den Kirchenbau so gut brauchen aber sie haben damals das Fest zugunsten dieses schrecklichen Krieges gefeiert und nun könnten sie das Geld doch nehmen um die Schäden des Krieges auszulösen. Philip streichelt gedankenverloren Martins Rücken. Er schnappt sich einen Griffel und er schreibt Zahlen auf ein Blatt Papier. Zwischendurch seufzt er schwer. "Was bedrückt dich?" fragt Martin zart. Er weiss dass Philip tief in Gedanken ist und eigentlich da nie gestört werden möchte. Doch so hin und her gerissen wie heute ist Philip selten und darum fragt Martin. Philip seufzt noch einmal schwer und er schaut Martin an. "Weisst du eigentlich worum du mich da bittest?" fragt Philip. Martin nickt. "Ich bitte dich unseren Kommandeur der Stadtwache auszulösen. Wir haben ihn zum König geschickt weil wir dem König unseren Tribut zollen mussten. Richard ist ohne zu murren mit seinen Männern los gezogen um an König Stefans Seite zu kämpfen. Wir waren dabei! Wir haben mitbekommen dass ein Dämon inzwischen an König Stefans Seite haust und der hat unseren Mann geschnappt und eingesperrt. Einige seiner Männer sind am Galgen geendet und nun ist die Schwester unseres tapferen Ritters untröstlich weil ihr Bruder in Gefangenschaft geraten ist. Sie hat keine anderen Verwandten mehr und darum würde sie sogar sich selber verkaufen um ihren Bruder zu erlösen. Ich bitte dich, lass das nicht zu. Lass uns selber gegen diesen Dämon antreten. Lass mich mit dem Lösegeld zu König Stefan gehen und um das Leben unserer Leute verhandeln." Martin hat sich nun aufgesetzt und er schaut Philip direkt in die Augen. Philips Augen weiten sich vor Schreck. "Nein, Martin! Dich lasse ich nicht gehen!" sagt er entsetzt. Martin fragt wieso nicht und Philip antwortet ihm dass er Angst um ihn habe. "Ich hätte keine ruhige Minute mehr. Ich könnte vor Angst um dich nicht schlafen und ich würde mir immerzu Sorgen um dein Wohlergehen machen." sagt Philip bang. Martin nickt verständnisvoll. "Aliena erlebt gerade das gleiche." sagt er leise. Philip schaut Martin entsetzt an. Er weiss dass Martin recht hat aber er will ihn nicht ziehen lassen. In diesem Fall ist er sehr selbstsüchtig. "Ich lasse dich nicht ziehen. Ich weiss dass du die Trennung von mir nicht gut verkraftet hast und auch ich habe mehr um dich geweint als ich klare Gedanken fassen konnte. Ich will so etwas nie nie wieder erleben müssen." sagt Philip bang. Martin lehnt seinen Kopf an Philips Schulter. "Ich weiss, es war schrecklich. Aber ich bin doch der einzige der gegen den Dämon bestehen kann. Ich glaube es ist mein Schicksal noch einmal gegen ihn anzutreten." Philip lehnt seinen Kopf auf Martins und er sagt: "Nein, ich lasse dich nicht noch einmal in die Nähe des Dämons. Ich habe viel zu viel Angst um dich." Martin hebt seinen Kopf und er schaut Philip traurig an. "Schau, was der Dämon mit deinem Bruder gemacht hat. Er wird es mit allen Menschen machen die uns lieb und teuer sind. Er wird nicht aufhören bis ich mich ihm stelle. Ich bin dafür dass ich jetzt gehe und nicht warte bis noch mehr unserer Lieben halb verstümmelt oder gar getötet werden." Philip denkt an Francis und sein Herz zieht sich schmerzhaft zusammen. Nein, er möchte auch nicht dass noch mehr Menschen unter diesem furchtbaren Dämon leiden müssen. Aber muss Martin wirklich ziehen? Philip befragt sein Herz und leider ist die Antwort "Ja." Philip umarmt Martin plötzlich ganz fest und er drückt dem kleineren fast die Luft ab. "Aber ich komme mit dir mit!" sagt er entschlossen. Martin befreit sich aus der schraubstockartigen Umarmung und er schaut Philip mit großen Augen an. Am liebsten würde er sofort "Nein!" sagen aber je mehr er über diese Idee nachdenkt desto besser erscheint sie ihm. Ohne Philip ist Martin verloren und er fühlt sich klein und unbedeutend. Mit seiner Liebe an seiner Seite kann er wesentlich selbstbewusster auftreten und er ist auch stärker. Philip beobachtet Martin wie der nachdenkt. Zunächst war Martins Miene entsetzt. Philip hat schon mit einer ablehnenden Antwort gerechnet aber der Kleine Mönch hat nur Luft geholt um zu seiner Antwort anzusetzen, er hat dann aber eingehalten und nicht geantwortet. Martins Miene wurde dann eher traurig und nachdenklich. Philip beobachtet seine Liebe weiter bang. Er würde nicht gerne zurück bleiben wenn Martin in ein so gefährliches Abenteuer zieht. Als sich Martins Mine dann erhellt und er entschlossen und zuversichtlich drein schaut da lächelt Philip. Martin schaut Philip in die Augen und auch auf seine Lippen schleicht sich unweigerlich ein Lächeln. Martin nickt. "Also gut, dann komm mit mir mit." sagt er sanft und Philip küsst seinen kleinen Mann. Der Kuss wird nicht intensiv. Martin und Philip versuchen immer noch den Geboten der Kirche zu folgen und sie lassen schnell voneinander ab ehe sie es nicht mehr können. "Wann wollen wir los ziehen?" fragt Philip und Martin sagt dass er zwar so schnell wie möglich aufbrechen möchte aber nicht Hals über Kopf los stürzen will. "Wir müssen sicher stellen dass die Kirche im Frühjahr zügig weitergebaut wird. Das Dach muss noch drauf und die Türme müssen noch höher gezogen werden. Ausserdem muss sie noch verziert werden. Es ist noch viel Arbeit." stellt Martin fest. Philip stimmt ihm zu. "Wir benötigen einen guten Stellvertreter." sagt Philip bestimmt. "Wir brauchen einen bei dem es gar nicht auffällt dass wir weg sind." sagt Martin. Sie schauen sich beide erstaunt an und dann merken sie dass sie den selben Mann meinen. Francis! Francis könnte sie so vertreten dass es wirklich nicht auffällt dass Philip nicht im Kloster anwesend ist. "Es wird aber auffallen dass du nicht da bist." sagt Philip zu Martin. Der wiegt seinen Kopf. "Ich glaube nicht. Jake ist zur Zeit deine rechte Hand. Ich bin eher mit anderen Aufgaben betraut. Wenn Jake mit Francis mitgeht dann wird erst einmal keiner Verdacht schöpfen." Martin denkt laut: "Vielleicht können wir Bruder Jakob als mich ausgeben. Er hat ungefähr meine Statur und blonde Haare." Philip lacht. "Bruder Jakob ist ein Kind. Ja, er ist ein fleissiger Novize und er hilft sicherlich sehr mit den anderen Kindern im Heim zu spielen und sie zu unterrichten." Martin grinst Philip an. "Siehst du! Ich war auch mal so." Philip lacht. "Ja, aber inzwischen bist du ein Mann." Martin zuckt mit seinen Schultern. "Es kommt aber immer mal wieder vor dass mich einige unserer Brüder mit Jakob verwechseln oder umgekehrt. Wir scheinen uns gerade wirklich zu ähneln." sagt Martin und er schlägt noch einmal vor dass Jakob seinen Platz an Francis Seite spielen sollte. Philip verzieht sein Gesicht. "Francis steht auf kleine Jungs und Jakob würde ihm sehr gefallen. Zu gut, wenn du verstehst was ich meine. Immerhin hat er auch schon nach dir gefragt." Martin macht eine wegwerfende Handbewegung. "Francis ist kastriert. Er kann Jakob kein Leid zufügen." sagt er aber Philip ist unschlüssig. "Komm, wir fragen die beiden erst einmal ob sie überhaupt einverstanden sind." sagt Martin und Philip hält das für eine gute Idee. Zusammen gehen sie zu Francis um ihn in ihren Plan einzuweihen. Francis ist erstaunt dass Martin gegen den Dämon noch einmal antreten würde. "Hast du keine Angst?" fragt Francis erstaunt. Martin zuckt seine Schultern. "Ich muss es einfach tun. Ich wüsste niemanden ausser mir der gegen den Kerl bestehen könnte. Wenn ich es nicht mache dann wird der Dämon noch weitere Menschen umbringen oder verstümmeln." Francis zieht innerlich seinen Hut vor dem Mut von Philips Freund. Er sagt den beiden zu. Er wird Philip vertreten so lange die beiden unterwegs sind. Francis hat immerhin dem König geholfen sein Königreich zu regieren. Er hofft dass er darum auch ein Kloster leiten kann. Als Philip und Martin zu Jake gehen reagiert der Bruder entsetzt weil Aliena in Erwägung gezogen hat Alfred zu heiraten. "Sie würde echt diesen Blödmann heiraten nur weil er viel Geld besitzt?" fragt er ausser sich vor Wut. Philip legt dem jungen Mann beruhigend seine Hand auf die Schulter. Martin sagt sanft: "Es erschien ihr kurz als der richtige Ausweg aus ihrer Not. Doch nach einiger Überlegung hat sie eingesehen dass es eine doofe Idee ist weil ihr Herz dir gehört und sie dich nicht unglücklich sehen möchte." erklärt Martin. "Da wir das Geld nun aus der Klosterkasse anstatt aus Alfreds Sparstrumpf nehmen werden Philip und ich Richard auslösen gehen. Wir haben Francis gebeten dass er hier Philip vertritt. Die meisten Menschen werden nicht merken dass Philip nicht anwesend ist. Aber du musst Francis helfen. Er hat noch nie ein Kloster geleitet, geschweige denn eine Baustelle befehligt. Du aber schon. Du bist nun schon so lange bei uns und du kennst alle Geschäfte gut. Du könntest Francis anlernen ohne dass es seltsam erscheint denn bisher hat Philip ja dich angelernt." sagt Martin und er schaut Jake erwartungsvoll an. Der murrt noch immer über die Tatsache dass Aliena beinahe seinen verhassten Stiefbruder geheiratet hätte. Irgendwann platzt Philip. Er schnauzt Jake an. "Natürlich darfst du auf Aliena wütend sein. Gut. Dann ist das so. Wenn du uns aber nicht hilfst dass wir ihr helfen dann muss es eben halt doch Alfred tun. Dann werden wir jetzt zu ihm gehen und ihn fragen ob er uns unterstützen wird. Seine Antwort kennen wir ja. Er wird es tun unter der Bedingung dass er Aliena als Frau bekommt." Jake starrt Philip ungläubig an. "Aber ich liebe sie doch"!" stammelt er verwirrt. "Dann hilf uns!" sagt Martin und endlich willigt Jake ein das Kloster zusammen mit Francis zu führen. Nun müssen Philip und Martin nur noch Jakob fragen ob er in Martins Rolle schlüpfen würde. Sie treffen den Novizen natürlich im Waisenhaus an. Dort ist er gerade damit beschäftigt die Windeln zu waschen. Als Philip und Martin ihn bei seiner Arbeit unterbrechen ist er zunächst sehr mürrisch. "Ich möchte nachher noch in den Kräutergarten und ich habe Johannes versprochen mit ihm heute das Lesen zu üben." sagt der Knabe. Philip lächelt. Jakob ist ein fleissiges Kerlchen das seine Pflichten sehr genau nimmt. Martin schlägt vor: "Wir können die Windeln gemeinsam waschen während wir dich fragen." Jakob erinnert sich nun an das Amt das die beiden Männer inne haben denen er gerade so harsch geantwortet hat. Er bekommt ein dunkelrotes Gesicht und er schämt sich. Philip und Martin schnappen sich ein paar Windeln und sie fangen an die stinkigen Tücher auszuwaschen. Jakob macht ebenfalls da weiter wo er gerade unterbrochen wurde. Eine Weile arbeiten sie emsig dann fragt Philip ob sich Jakob vorstellen könnte in Martins Rolle zu schlüpfen. Jakob schaut Philip fragend an. Dann schüttelt er seinen blonden Kopf und er sagt: "Ich bin gerade einmal fünfzehn und so doof wie Bohnenstroh. Martin ist ein brillanter Theologe und Priester. Ich kann mir auf keinen Fall vorstellen in seine Rolle zu schlüpfen." Martin lächelt Jakob lieb an und Phlip lacht. "Du bist aber genau so fleissig und Pflichtbewusst wie Martin. Man kann euch äusserlich nicht unterscheiden. Ihr seid beide ständig beschäftigt und ihr seid beide sehr zuverlässig in eurem Tun." Nun wird Jakob rot. Er nuschelt dass er doch nur ein Waisenjunge sei und er nicht die rechte Hand des Priors sein könnte. Martin sagt ganz lieb: "Eigentlich müsstest du nichts weiter tun als das was du bisher immer tust: Deine Pflichten im Waisenhaus erfüllen, dich um klein Francis und Johannes  und die anderen Kinder kümmern. Nur abends würdest du bei Philips Bruder im Priortshof schlafen. Johannes und klein Francis auch." Nun beginnt ein innerer Kampf in dem Novizen. Er würde schrecklich gerne in dem Priortshof schlafen. Dort ist es warm und vor allem still. Im Dormitorium schnarchen die Brüder alle ganz furchtbar. Seit dem er nicht mehr im Waisenhaus sondern dort schlafen muss schläft er schlecht. "Ich mache es. " sagt Jakob und bekommt von Martin ein fettes Lächeln geschenkt. "Vielen Dank!" sagt Philip. "Aber wenn du dich unwohl fühlst dann darfst du wieder zurück ins Dormitorium ziehen." sagt Philip. Jakob nickt und er freut sich auf die ruhigen Nächte. Als die drei die Windeln fertig gewaschen und zum Trocknen aufgehängt haben gehen sie zu Francis. Immerhin soll Jakob mit ihm zusammen arbeiten. Hat Philip Angst gehabt dass Francis den Jakob lüstern anschauen würde so wird er sich sehr wundern. Als Jakob Francis erblickt errötet er und er schaut den Mönch sehr bewundernd, ja fast verliebt an. Er scheint den älteren von der ersten Sekunde an als er ihn erblickt hat in sein Herz geschlossen zu haben. Francis kann sich Jakob kaum zuwenden und mit ihm sprechen ohne dass der kleine einen roten Kopf bekommt und glücklich lächelt. 

Philip ist dieses Verhalten nicht recht. Er würde am liebsten Jakob doch nicht als Martins Stellvertreter. Martin beruhigt Philip. "Der Junge hat sich halt in deinen Bruder verliebt, ja und? Wer kann es ihm verübeln? Francis sieht nun einmal gut aus. Und wenn diese Liebe auf Gegenseitigkeit stösst, wäre das so schlimm? Wir lieben uns doch auch und da sind zwei Stellvertreter die sich lieben nicht die schlimmste Wahl." Philip ist hin und her gerissen. Er würde seinem Bruder ja einen Vertrauten gönnen aber er glaubt nicht dass Francis verantwortungsvoll mit dem Knaben umgehen wird. Martin beruhigt Philip auch da. "Jakob ist fünfzehn. Er wird nichts mit sich machen lassen was ihm nicht gefällt." Schliesslich lässt Philip sich überreden dass es so gut ist wie es ist. Die Klosterbrüder  oder Tom Builder werden sie mit ihren Stellvertretern eh nicht täuschen können. Lediglich die Stadtbewohner und die Bauarbeiter werden nicht merken dass Philip und Martin weg sind. Sollte also ein Spion unter den vielen neu zugezogenen Menschen sein wird der hoffentlich ein paar Tage länger brauchen bis er merkt dass er seinem Chef berichten muss dass Martin nicht mehr in Kingsbridge ist. Bis dahin sind sie hoffentlich schon so nahe an dem Dämon dass sie ihn überraschen können und er sie nicht erwartet.

PhilipWo Geschichten leben. Entdecke jetzt