Martin und Philip reiten auf Pferden nach Shyring. Zum Laufen wäre es zu weit und sie wollen zügig die Burg erreichen. Ihre Kutten haben sie gegen einfache Kleidung getauscht. Sie wollen nicht auf den ersten Blick erkannt werden. Sie haben sich gute Pferde genommen damit sie möglichst zügig auf der Burg ankommen. Ihre Kutten haben sie in den Satteltaschen versteckt. Ausserdem haben sie dort ihre Lumpenverkleidung mit der sie letztes Jahr vor dem König geflohen sind. Philip jammert die ganze Zeit dass die Hose furchtbar unbequem sei. "Wie können Männer so etwas nur freiwillig tragen?" brummt er beim Absteigen als die Hose mal wieder unangenehm in seinem Schritt zwickt. Martin grinst nur und er schüttelt seinen Kopf über den Maulenden Philip. Er weiss dass Philip nicht die Beinkleider hasst. Er macht sich Sorgen wegen ihrer Mission. Sie wollen in der Burg Shyring nach Richard Ausschau halten. Möglichst unerkannt und wenn möglich Alienas Bruder befreien ohne dass sie das Lösegeld dem König geben müssen. Philip und Martin lassen ihre Reittiere und ihre Kutten in der kleinen Enklave kurz vor Shyring. Die Mönche dort sind ganz entsetzt als sie hören dass Richard gefangen genommen wurde. "Auf der Burg sind keine guten Herren eingezogen." murren die Brüder und sie wollen Philip und Martin helfen wo sie nur können. "Betet für uns, macht die Krankenstube bereit und pflegt unsere Tiere." bittet Martin. Die Brüder bekommen grosse Augen. "Weswegen sollen wir die Krankenstube bereit machen?" fragt einer ganz verwirrt. Philip antwortet ruhig: "Weil Richard in Gefangenschaft ist. Ich befürchte er wird nicht gut behandelt. Je nachdem was für Torturen er erleiden musste werden wir den ein oder anderen gebrochenen Knochen und gequetschte Gliedmassen versorgen müssen." Den Mönchen wird allein bei dem Gedanken daran ganz schlecht. Martin zieht sich wieder sein Lumpenkleid an. Er bindet sich die Haube und Philip kommt in seinen zerrissenen Hosen und dem verschmutztem Hemd. Er bleibt ein bisschen atemlos vor Martin stehen. Er lächelt seinem Mann zu und er sagt: "Du siehst umwerfend aus." Martins Augenaufschlag den er nun Philip schenkt ist atemberaubend. Zugleich schüchtern aber auch sehr liebevoll schaut Martin seinen Liebsten an. Beiden ist bewusst dass sie in diesen Gewändern geheiratet haben. Sie würden nun fast lieber etwas anderes treiben aber sie sammeln sich schnell, Philip schultert die Kiepe und sie gehen den Rest des Weges nach Shyring zu Fuss. Das Frühjahr ist noch nicht weit fortgeschritten. Das Osterfest will erst noch gefeiert werden. Philip und Martin hoffen sehr dass sie pünktlich zum Fest wieder zu Hause sind. Dennoch schenkt die Sonne den beiden ihre ersten Strahlen so dass sie nicht frieren müssen.
Shyring gleicht einem Dreckloch. Die Strassen sind nicht sauber und die Häuser nicht gepflegt. Martin staunt. Er schaut sich betroffen um. "Beim letzten Besuch sah es hier aber bedeutend schöner aus." sagt er entsetzt. Philip nickt. "Ob wir für das Elend zuständig sind? Was meinst du?" fragt Martin bang. Philip denkt etwas nach. "Nein, ich glaube nicht dass wir für dieses Elend zuständig sind. Unser Markt handelt hauptsächlich mit Wolle und Lebensmitteln. Hier in Shyring verkaufen sie eigentlich das Leder und geschmiedete Wahren. Normalerweise müsste Shyring reicher als Kingsbridge sein." Philip zuckt hilflos mit den Schultern. "Ich habe keine Ahnung was hier schief läuft. Philip kratzt sich am Kopf. Er hat sich extra lange nicht mehr geschoren und seine Haare sind länger als er es gewohnt ist. Er schiebt sie genervt aus seinen Augen. Martin ist froh dass er eine Haube trägt. Seine Haare sind auch deutlich länger als üblich. Auch ihm würden sie bis in die Augen fallen. Er ist froh dass bei ihm die Tücher dafür sorgen dass er gucken kann. Doch bei Philip liebt er die Haare. Er geht zu seinem Mann und ganz sanft schiebt er Philip eine Strähne hinters Ohr. Er lächelt dabei und küsst Philip auf seine Wange. "Du solltest deine Haare immer so lang tragen, es steht dir." sagt Martin und er lächelt dabei beschenkt. Philip legt Martin einen Arm um die Schultern und er drückt den Kleinen an sich. "Aber nur wenn du deine Haare auch wachsen lässt. Ich liebe es wie sie sich bei dir zu den blonden Locken kringeln." Martin wird rot und er schaut zu Philip auf ob das vielleicht nur eine Neckerei sei. Doch Philip schaut Martin ehrlich an.
Als die beiden zu der Burg hoch gehen bemerken sie dass kaum geschäftiges Treiben herrscht. Es gibt keine Karren die zur Burg fahren und auch keine die von der Burg weg fahren. Einige Mägde tragen Lebensmittel zur Burg und ein Junge treibt eine kleine Herde Schweine vor sich her. Philip und Martin reihen sich bei den Mägden ein und als sie auf der Burg angekommen sind fragen sie ob sie irgendwo auf Arbeit hoffen könnten. Die Mägde schauen die beiden skeptisch an. "Was könnt ihr denn?" fragt eine von ihnen die etwas draller als die übrigen ist. Martin schaut sie scheu an und er flüstert fast: "Ich mach fast alles, kochen, putzen, waschen." er zuckt mit seinen dürren Schultern. "Alles." sagt er noch einmal. „Dann könnt ihr die Latrinen säubern." sagt die dicke Magd. Martin nickt und er fragt: "Wer zeigt mir wo die Latrinen sind?" Die Magd staunt. Bisher hat sie noch nie ein Mädchen gesehen das bei der Aussicht die Latrinen zu säubern nicht mindestens die Nase gerümpft hat. "Findest du es denn toll die Latrinen zu säubern?" fragt die Magd etwas angeekelt. Martin zuckt die Schultern. "Es ist eine Arbeit die gemacht werden muss und ich glaube ich kann sie verrichten." sagt er gleichmütig. Die Magd rümpft nun selber die Nase. "Besser als die Latrinen siehst du ja auch nicht aus." sagt sie hämisch. Martin lacht. "Aber wenn ich mit den Latrinen fertig bin sehen die besser aus als ich!" sagt er belustigt. Die Mägde lachen nun alle und auch die dralle Magd muss grinsen. "Du gefällst mir, du bist lustig." sagt sie gut gelaunt. "Habt ihr auch Arbeit für meinen Mann?" fragt Martin und er schaut die Magd bittend an. Die dralle denkt etwas nach. "Im Schweinestall oder im Kerker werden immer Leute gesucht." sagt sie zögerlich. Philip lächelt sie hoffnungsvoll an. "Lisa, bring du den jungen Mann in den Schweinestall und frag Max ob er noch eine Hilfe nötig hat. Maria, nimm du die kleine und zeig ihr ihren neuen Arbeitsplatz." Die beiden angesprochenen knixen vor der drallen Magd. Martin knixt ebenfalls Philip verbeugt sich ungelenk. Dann geht Philip mit Maria zu den Ställen und Martin folgt Lisa. Sie zeigt Martin die Putzkammer und dann führt sie Martin durch die ganze Burg und sie zeigt ihr die Latrinen. Bei der ersten Latrine öffnet Martin die Tür. Ein bestialischer Gestank schlägt ihm entgegen. Rasch schliesst er die Tür wieder und er lacht Lisa zu: "Die Latrinen haben es aber wirklich nötig." Lisa hält sich die Nase zu und sie nickt angeekelt. Martin und Lisa gehen die ganze Burg ab damit Martin hinterher alle Latrinen säubern kann. Als Lisa weg ist geht Martin in die Putzkammer um sich einen Eimer zu holen. Den füllt er am Brunnen mit Wasser und damit geht er in die Küche um das Wasser zu erwärmen. Als das Wasser warm genug ist fügt er etwas Seife hinzu und dann nimmt er sich mehrere Lappen um die erste Latrine von dem ganzen Schmutz zu befreien. Martin schuftet den ganzen Tag. Am späten Nachmittag ist er fertig. Er bringt die Lumpen zum Fluss um sie wieder zu säubern. Er spült den Eimer aus und dann bringt er alles wieder in die kleine Putzkammer. Danach geht Martin noch einmal zum Fluss um sich selber zu säubern. Er hat seine Kleider noch nicht abgelegt da legen sich zwei Hände an seine Hüften. Martin erschrickt furchtbar und er zuckt quiekend zusammen. Philip lacht ihn aus. "Du quietschst ganz genau wie die Ferkel!" sagt er und lacht schallend. Martin fällt in sein Lachen mit ein. "Du hast mich halt erschreckt." sagt er und dann wirft er seine Arme um Philips Hals. Der beugt sich zu seinem Mann und beide küssen sich liebevoll. "Wie war dein erster Arbeitstag?" will Martin wissen. Philip lächelt Martin zu und er sagt: "Nicht so anstrengend wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe die Schweineställe gemistet und die Tiere gefüttert." Martin lächelt. "Das riecht man." sagt er und nun lacht Philip wieder. "Schweine stinken ganz schön. Ich weiss weswegen wir keine im Kloster haben." Martin nickt betrübt. "Die Menschen essen die Schweine, nicht?" Philip nimmt Martin tröstend in den Arm. Sein Engel ist immer noch von der menschlichen Speise angeekelt. Er mag einfach keine Tiere essen. Keine Schweine, keine Kühe, keine Fische und erst recht keine Vögel. Philip hat Martin zu liebe die Küche des Klosters gänzlich auf pflanzliche Kost umgestellt. Doch in den anderen Küchen kann Philip nicht diktieren was gekocht wird. Natürlich wird in Kingsbridge schon mal ein Ochse geschlachtet und viele Familien halten sich Hühner und Gänse. "Lass uns uns sauber machen und dann gehen wir wieder zur Burg um zu essen." schlägt Philip vor. Martin nickt und gemeinsam baden sie im kalten Fluss. Ihre Kleidung werden sie nicht waschen. Sie haben nichts anderes und die Kleidung nass zu machen würde den sicheren Tod bedeuten. Martin wäscht lediglich seine Schürze. Hand in Hand laufen die beiden zurück zur Burg. Sie gehen in die grosse Halle und die dralle Magd winkt ihnen entgegen. "Hee, ihr beiden. Kommt mit in die Gesindeküche. Dort könnt ihr etwas zu Essen bekommen." lädt sie die beiden ein. Philip und Martin folgen ihr. In der Gesindeküche ist es laut und etwas stickig aber es ist schön warm weil die Feuer dort brennen. Martin und Philip setzten sich zu den anderen und ein Mann nickt Philip zu. "Bist du auf einem Hof gross geworden?" fragt der Mann Philip. Der schüttelt seinen Kopf. "Nein." gibt er ehrlich zu. "Aber du hast nicht zum ersten Mal Schweine gemistet und gefüttert, oder? Die Arbeit ist dir sehr gut von der Hand gegangen." Philip hebt seine Schultern. "Daheim hatten wir Schafe, die werden ähnlich versorgt." erklärt er und der Mann nickt anerkennend. "Ein Bauernsohn?" fragt der Mann und Philip antwortet: "Der fünfte." Der Mann sagt wissend "Ah." und er lässt sich von der dünnen Suppe geben. Die dralle Magd setzt sich zu Martin und Philip und sie sagt: "Also putzen kannst du." Martin nickt. "Wenn du magst dann kannst du morgen die Böden oben in den Herrenzimmern schrubben. Der Frühjahrsputz steht an." sagt sie und Martin nickt. "Gerne." sagt er leise. Er bekommt einen Teller Suppe der eher wie Wasser aussieht. Erleichtert stellt Martin fest dass ein paar Gemüsestücke darin herumschwimmen aber kein Fleisch. Er bedankt sich lächelnd und er isst den Teller hungrig leer. Danach gehen Martin und Philip zu dem Schweinestall. Sie dürfen dort im Stroh schlafen. Den beiden ist das ganz recht, so können sie die Nacht nutzen um Dinge zu tun die nur verheiratete Menschen tun dürfen. Am nächsten Morgen schrubbt sich Martin durch die Zimmer der Familie Hamleigh. Es ist wunderbar als Dienstmagd auf allen vieren vor den Hamleighs herumzurutschen. Die Hamleighs neigen dazu Dienstmägde zu übersehen und Percy und sein Sohn William schicken Martin nicht raus nur weil sie sich über die Gefangenen und die Pläne des Königs unterhalten. Martin bekommt mit dass die Hamleighs wohl Gefangene im Kerker festhalten die an Ostern hingerichtet werden. Ausserdem erfährt er dass die Hamleighs wohl wirklich auf die Unterstützung des Königs hoffen um Kingsbridge anzugreifen. Lediglich die Lösegeldforderung an Aliena hält den König davon ab längst in Kingsbridge zu sein. Er hofft wohl noch dass Aliena ihm so viel Geld schickt. Percy und William hoffen dass sie es nicht tut. Dann erfährt Martin etwas furchtbares. Percy rät seinem Sohn dass er endlich einen Sohn zeugen müsse. "Deine Frau hat doch ihre erste Monatsblutung gehabt. Du kannst ihr jetzt ein Kind in den Bauch machen." sagt Percy zu seinem Sohn. William ist von der Idee wenig begeistert. "Das Mädchen ist überhaupt nicht gut im Bett. Sie weint nur und lässt alles über sich ergehen." murrt der jüngere. "Es ist egal ob sie weint oder nicht. Sie soll dir einen Sohn schenken!" sagt Percy. William verzieht sein Gesicht. "Sie sieht aber nicht gut aus." klagt der jüngere. Der Vater hebt seine Hand und William zuckt zusammen. "Dann besteig sie im Dunkeln und stell dir vor sie sei hübsch. Wie meinst du denn dass ich dich gezeugt habe? He? Deine Mutter ist alles andere als eine Schönheit. Dennoch bist du zustande gekommen." William verdreht die Augen. Dieses Gespräch haben Vater und Sohn wohl schon öfters geführt. Martin rutscht derweil auf Knien durch das Zimmer und er wienert die Böden während die Herren darauf herumlaufen. Das nächste Zimmer das Martin betritt ist das von Williams junger Braut. Die Lady Elisabeth hat ihm an Weihnachten verraten dass hier Richard gefangen gehalten wird. Martin hofft dass sie ihm nun den entscheidenen Hinweis geben kann wo sich Richard befindet. In dem Zimmer ist alles sehr aufgeräumt und sauber. Die Lady ist nicht anwesend und Martin seufzt enttäuscht. Er macht sich daran die Böden zu säubern. Er hat gerade angefangen da wird die Tür geöffnet und die Lady tritt ein. Sie schaut zu Martin und erkennt ihn natürlich nicht. Sie nickt der vermeintlichen Magd zu und sie fragt: "Kann ich mich schon an das Fenster setzen?" Martin schaut etwas fragend und dann fällt es ihm auf. "Nein, der Boden ist dort noch feucht." sagt er schnell. Das Mädchen lächelt und sie setzt sich darum auf ihren Stuhl. Martin spricht die junge Frau an. "Verzeiht, aber ich habe gerade ein Gespräch mit William und seinem Vater Percy mit anhören müssen. Percy möchte dass sein Sohn mit dir ein Kind bekommt. Er hat sehr darauf gedrungen." Die junge Frau starrt Martin entsetzt an und dann fängt sie an zu weinen. Martin steht auf um ihr beizustehen. "Ich bin mit ihm vereiratet." schluchzt das Mädchen. "Er darf wohl mit mir machen wonach ihm gelüstet." sagt sie und sie klingt dabei so traurig und verzweifelt dass es Martin das Herz bricht. "Was hat er dir angetan?" fragt er entsetzt. Was das Mädchen berichtet lässt Martins Blut in den Adern gefrieren. William ist nicht nur zu seinen Feinden grausam zu seiner Frau ist er es auch. "Gibt es für dich keine Möglichkeit zu fliehen?" fragt Martin bang. Das Mädchen schüttelt traurig seinen Kopf. "Nein, ich wüsste nicht wie." sagt sie leise. "Wissen deine Eltern wie es dir hier ergeht?" fragt Martin. Das Mädchen zuckt mit ihren Schultern. "Ich denke schon. Vater weiss wie grausam die Hamleighs sind. Er hat mich den Hamleighs angeboten damit wir nicht von ihnen überfallen werden. Vater hat sich mit König Stefans Krieg übernommen und unsere Burg war eigentlich schutzlos. Als die Hamleighs dann vor den Toren standen haben sie mich ihnen gegeben damit sie unser zu Hause nicht vernichten." Martin nickt wissend. "Und wenn du fliehst?" fragt er leise. "Wo soll ich denn hin fliehen?" fragt das Mädchen und Martin denkt nach. "Wie wäre es wenn du ins Kloster gehst?" fragt er. Das Mädchen denkt ein wenig darüber nach. "Darf eine verheiratete Frau denn ins Kloster um dem Ehemann zu entfliehen?" fragt sie bang. Martin weiss es nicht. In Kingsbridge würde er sie sofort aufnehmen, aber dort sind nur Mönche, keine Frauen. Andere Klöster hat er noch nicht kennen gelernt. "Da muss ich Philip fragen." sagt Martin leise. "Den Prior von Kingsbridge?" fragt die Lady und ihre Augen schimmern hoffnungsfroh. Martin nickt. "Woher kennst du ihn?" fragt das Mädchen. Martin grinst. Er zieht seine Haube ab und er sagt: "Du kennst mich auch. Du hast an Weihnachten mit mir geredet." Das Mädchen schaut Martin entsetzt an. Dann stammelt sie: "Du bist Vater Martin." Martin nickt. Er erklärt: "Wir sind deinem Ruf gefolgt und wir möchten Richard befreien. Kannst du uns helfen und uns verraten wo er ist?" Das Mädchen schaut unschlüssig. "Wir nehmen dich auch mit." verspricht Martin und nun nickt das Mädchen und sie schaut Martin voller Hoffnung an. Sie neigt sich zu Martin und sie flüstert: "Richard ist in den unteren Verliessen, dort wo kein Tageslicht hin kommt. Der Zugang ist nicht wie üblich über den Kerker sondern über den Keller. Das heisst man kann die Gefangenen aus den oberen Kerkern und unteren Kerkern nicht zusammen befreien. Richards Mannen sind im oberen Kerker eingesperrt. In Percys Zimmer ist eine Zeichnung von der Burg. Dort ist auch erklärt wie man die Türen öffnet. Es ist ein sehr komplizierter Mechanismus der keinen Schlüssel benötigt. Man muss die Räder an die richtige Stelle drehen. Ich habe mir die Zeichnung einmal angesehen, verstehe sie aber nicht. Ich habe es nicht geschafft die Tür für Richard zu öffnen." Das Mädchen schaut Martin erwartungsvoll an. Der bedankt sich und er zieht wieder seine Haube auf. Dann schnappt er sich den Putzeimer und verschwindet wieder in Percys Zimmer. Er nimmt sich die Zeichnung von der Burg aus dem Regal und studiert sie . Im Gegensatz zu der Lady versteht Martin was dort geschrieben steht. Es ist ein recht komplizierter Mechanismus und man muss die Räder nicht nur drehen sondern auch drücken. Martin prägt sich die Vorgehensweise ein und dann putzt Martin die oberen Zimmer im Akkord. Er beeilt sich wie er sich noch nie beeilt hat. Er arbeitet besonders gründlich um kein Argwohn herbeizurufen. Als er fertig ist huscht er zu Philip in den Schweinestall. Der ist dort nicht anzutreffen. Der Bursche der dort gerade Stroh holt verrät Martin dass ihr Philip mit den Schweinen auf der Weide ist. Er beschreibt ihr den Weg und Martin rennt dort hin. Als er auf der Weide ist fällt er seinem Liebsten in die Arme. Philip und Martin küssen sich. Während sie wie ein Liebespaar unter einem Baum Arm in Arm liegen erzählt Martin was er herausgefunden hat. "Wenn wir Richard befreien dann müssen wir auch Williams arme Braut befreien." sagt Martin zu Philip. Der nickt. Wir müssen uns aufteilen. Ich glaube du kannst Richard aus den unteren Kerkern holen und ich versuche die oberen Kerker zu öffnen." sagt Philip. Martin schüttelt seinen Kopf. "Nein. Du kannst keine Kerker öffnen. Du hast nicht einmal die Schlüssel." sagt Martin. Philip brummt und er sagt: "Mach einen anderen Vorschlag. Martin denkt fieberhaft nach. Dann sagt er:" Vielleicht hast du recht. Wir werden einen der Kerkermeister vergiften. Nicht schlimm, nur so dass er für ein paar Tage ausfällt. Die dralle Magd hat ja schon angedeutet dass in den Kerkern jemand gebraucht wird. Wenn noch einer ausfällt brauchen sie unbedingt jemanden. Wenn du an die Schlüssel kommst dann können wir die Jungs befreien.
