Philip bekommt einen Brief von seinem Bischof. Darin wird er aufgefordert sich binnen einen Monat bei dem Bischof vorzustellen. In dem Brief wird nicht erwähnt weswegen der Bischof den Prior von Kingsbridge sehen möchte. Philip zermartert sich den Kopf ob es wegen der Kirche ist oder weil herausgekommen ist dass Francis gar nicht verstorben ist sondern bei ihm Unterschlupf gefunden hat. „Wenn du hier bleibst wirst du es nie erfahren." sagt Martin ruhig. „Ich schlage vor dass wir hier alles regeln und dann zum Bischofspalast gehen." Martin schaut Philip erwartungsvoll an. Philip nickt bekümmert. „Aber wenn das mit Francis herausgekommen ist, was machen wir dann?" fragt Philip bang. Martin legt seine Hand beruhigend auf Philips Arm. „Dann werden wir uns anhören was der Bischof uns zu sagen hat und dann werden wir sehen was wir tun können. Francis geht auf keinen Fall zurück zum König und er wird auch nicht hingerichtet. Francis ist kein Hexer und er hat auch nicht den Prinzen verführt." Martin sagt das so zuversichtlich dass Philip doch wieder ein klein wenig Hoffnung schöpft. Martin lächelt Philip an. „Außerdem wollte ich schon immer mal unsere allererste gemeinsame Reise noch einmal erleben." sagt er fröhlich. Martin weiss inzwischen dass Philip ihn damals in den Bischofspalast gebracht hat um ihm die Scherben aus dem Körper zu ziehen. Die Reise von London aus hat er als wunderbar in Erinnerung. Er wusste damals noch nicht wie sehr er sich in Philip verlieben würde und was für eine Wendung dadurch sein Leben bekommen würde. Aber er hat es schon geahnt und angefangen diesem gutmütigen Mann zu vertrauen der ihm das Leben gerettet hat und sich so hingebungsvoll um ihn gekümmert hat. Nun lächelt auch Philip. Auch er hat die ersten Tage mit Martin in guter Erinnerung. Einen gewaltigen Schrecken hatte er bekommen als ihm der Engel im Traum erschienen ist um ihn seinen Schützling ans Herz zu legen. Doch seit dem teilt er sein Leben mit diesem wunderbaren Geschöpf das ihn täglich zum Staunen bringt. Martins Geduld, seinen Eifer, seine Energie bewundert er und inzwischen eifert fast Philip Martin nach und nicht mehr umgekehrt. Philip ist sehr dankbar dass Martin ihm Zuversicht schenkt, wenn er verzweifelt ist, dass Martin Hoffnung schenkt wo alle anderen die Hoffnung aufgegeben haben. Und auch jetzt. Philip hätte sich beinahe vor Angst eingenässt als er den Ruf des Bischofs gehört hat aber Martin kann das Positive an dieser Reise sehen und er verliert nicht den Mut. Philip geht zu Remigius um ihn von der bevorstehenden Reise zu unterrichten. Remigius wird als sein Subprior das Kloster für ihn während seiner Abwesenheit führen. Remigius ist wenig begeistert. „Aber Francis kann doch wieder deinen Platz einnehmen." mault Remigius. Ihm ist die tägliche Rechnerei einfach zu viel und wenn er die Messen lesen soll dann strengt ihn das inzwischen nur noch an. Remigius ist viel lieber der Braumeister. Hier in seinem Braukeller fühlt er sich wohl. Die Brüder kommen gerne zu ihm und er erfährt Dinge die er nochmalerweise nicht erfahren würde. Sein Bier ist lecker und es lockert die Zungen. So manches Geheimnis hat er seinen Brüdern entlockt und so manch einer muss bangen dass Remigius ihn nicht verrät. Diese Macht hat Remigius immer schon gefallen. Dass er nun noch andere Aufgaben übernehmen soll geht ihm gehörig gegen den Strich. Philip erklärt: „Francis kann meine Aufgaben nicht übernehmen. Ich bin ja nicht inkognito weg sondern folge dem Ruf zum Bischof. Es wäre ja sehr seltsam wenn ich sowohl zum Bischof gehen als auch hier im Kloster bleiben könnte." Remigius zieht ein langes Gesicht. Martin schlägt vor dass Francis zwar die Geschäfte übernehmen könnte, Remigius aber die Gäste empfangen sollte, falls denn welche kommen. Darauf kann sich Remigius gut einlassen. Er rechnet nicht mit hohem Besuch und es ist auch keiner angemeldet. Francis ist einverstanden dass er wieder Philip und Martin vertreten soll. Martin schaut noch einmal in der Krankenstube nach bevor er und Philip sich auf die Reise machen. Er muss sich einfach vergewissern dass Bella wieder auf dem Weg der Genesung ist. Ihre Wunden sind weitgehend abgeheilt. Ein paar Narben bleiben zurück aber sie wird überleben. Das ist Martin am allerwichtigsten. Er wäre nicht weg gegangen wenn es Bella nicht so gut gehen würde. Matthias ist Martin ehrlich dankbar. Zwischendurch sah es schon so aus als würde Bella nicht überleben und sterben. Der Medicus und auch Ellen waren sich einig dass sie nichts mehr für Matthias Schwester tun können. Bella hatte sehr hohes Fieber und die Geschwüre haben sich auf den ganzen Körper ausgebreitet. Martin hat sie kurzerhand alle aus dem Zimmer gebeten. Dann hat er in seiner anderen Gestalt zu Gott gebetet und zu seinem grossen Erstaunen hat er gemerkt wie er Bella ganz viel Energie schicken konnte. Davon hat er reichlich Gebrauch gemacht. Bella hat Martin in ihrem Fieberwahn kaum erkannt. Sie hat ihn als gleißenderes Licht wahr genommen und sie sagt dass sie sich warm und geborgen gefühlt habe. Danach ist sie eingeschlafen und als sie wieder aufgewacht ist waren das Fieber weg und die Geschwüre sind eins nach dem anderen abgeheilt. Der beißende Schmerz war auch sofort weg. Matthias, der vor der Tür gewartet hat hat das grelle Licht ebenfalls gesehen. Es schien unter der Tür hindurch. Matthias hat daraufhin durch das Schlüsselloch gespäht und er hat den Engel gesehen der seine Hände auf seine Schwester gelegt hat. Er hat den Engel als überirdisch schön empfunden und er musste schnell seine Augen schließen. Er ist auf die Knie gefallen und er hat ein Ave Maria nach dem anderen gebetet. Er hat sich in eine Art Trance gebetet und ist durch Martins Berührung daraus erwacht. Martin hat ihm dann gesagt dass seine Gebete erhört wurden und er nun zu seiner Schwester gehen könne. Sie sei auf dem Weg der Besserung. Matthias weiss nicht wie Martin diesen Engel zu seiner Schwester gebracht hat aber er weiss dass der kleine Mönch es gewesen sein muss. So zuversichtlich wie Martin ihm von der Heilung Bellas berichtet hat obwohl die Bella tief und fest geschlafen hat muss Martin etwas mit dieser übernatürlichen Begegnung zu tun gehabt haben. Matthias ist dankbar dass es Martin gibt. Und nun schaut der liebe Mann noch einmal nach seiner Schwester. Die ist inzwischen wirklich fast genesen und sie schläft eigentlich nur noch in der Krankenstube weil sie sonst keine Herberge hat. Martin lächelt den Geschwistern zu. „Bella, du bleibst doch bei uns?" fragt Martin bittend. Bella wundert sich. Lädt dieser Mönch sie etwa ein im Kloster zu bleiben? Sie fragt verwundert: „Wie meint ihr das? Soll ich im Kloster bleiben?" Martin strahlt sie an und er nickt zustimmend. „Ja, ich fände es wunderbar wenn du hier bleiben würdest." Bella fragt Martin verwundert: „Wie stellst du dir das vor? Hier gibt es keinen Platz für Frauen." Martin macht eine wegwerfende Handbewegung. „Wir können einen Platz für Frauen schaffen. Es gibt doch viele Klöster wo sowohl Mönche als auch Nonnen wohnen." Matthias strahlt. Er sagt aufgeregt: „Und Bella würde dann dort Äbtissin?" Bella muss lachen. „Warum lachst du?" fragt Martin. „Jungs, ihr wisst was ich bin?" sagt sie und sie schaut traurig. „Du bist Matthias Schwester und Gott hat dir geholfen deinen Lebenswandel zu überdenken. Er hat dich geheilt und du könntest dein Leben nun Gott weihen, so wie es dein Bruder auch tut." sagt Martin. Bella lächelt. „Ich war eine Hure. Meinst du nicht dass ich die letzte bin die Gott will?" Nun lacht Martin mit seinem glockenhellen Lachen und sehr fröhlich. „Wenn du einmal die Bibel lesen kannst dann wirst du erkennen dass Gott sein Leben mit Huren geteilt hat. Eine seiner engsten vertrauten war die einstige Hure Maria Magdalena. Sie war die erste die von seiner Auferstehung erfahren hat, sie war diejenige die den Jüngern davon erzählt hat. Ja, Bella, schau nicht so zweifelnd. Wenn die Bibel recht hat dann will Gott gerade mit denjenigen die Schlimmes getan haben sein Königreich bauen. Dann verlässt er sich auf Sünder und Menschen die in der Gesellschaft nicht angesehen sind. Dann bist du genau die richtige Person um unsere erste Nonne zu werden." Bella schaut den kleinen Mönch an. Irgendwie scheint er in einem hellen Licht zu stehen. Bella kneift die Augen zusammen und da erkennt sie den Engel der sie geheilt hat. Heiss und kalt wird ihr. Sie zittert und dann robbt sie aus dem Bett um vor Martin auf die Knie zu fallen. „Wenn ihr das sagt Herr, dann will ich diesen Weg gehen. Dann möchte ich von Gottes Güte und seiner Liebe erzählen. Dann will ich euch mein Leben schenken und Gott dienen." Martin legt ihr die Hände auf den Kopf und er segnet sie. Dann hilft er ihr auf und legt sie zurück in das Bett. Zu Matthias sagt er: „Ich werde Philip von unserer Idee berichten ein Frauenkloster hier bei uns zu errichten." Er verabschiedet sich fröhlich von den beiden und dann verlässt er zusammen mit Philip Kingsbridge um nach London zu reisen. Natürlich haben sie sich beide von ihren Kindern verabschiedet. Johannes hat bitterlich geweint und Philip hat ihm versprochen dass er ihm etwas von der Reise mitbringt. Klein Francis hat nicht verstanden was die beiden von ihm wollten. Ihn haben sie in Bruder Francis Arme gelegt und sie hoffen dass er heute Nacht in den Armen seines Namensvetters genau so gut schläft wie in Philips Armen.
Philip und Martin reiten auf Maultieren. Sie kommen recht schnell voran und sie halten nicht in jedem Kloster in dem sie damals übernachtet haben. Als Prior von Kingsbridge bekommt Philip sehr viel mehr Aufmerksamkeit als als junger Bettelmönch. Sie müssten sich kein Bett teilen wenn sie es nicht wollten. Außerdem bekommen sie beide reichlich zu essen und Philip hat den Eindruck als würde so manch ein Koch sich extra für sie anstrengen. Die kleineren Klöster empfangen ihn als sei er hoher Besuch.
Philip findet das überflüssig und er würde lieber wie jeder andere Wanderer auch behandelt.
Als Philip und Martin in London ankommen begeben sie sich nicht sofort zum Bischofspalast. Sie schauen sich die Stadt an. Martin hat sie ganz anders in Erinnerung. Damals war er am Ende seiner Kräfte und er hat hier beschlossen zu sterben. Dunkel und schrecklich erschien ihm London damals. Doch nun scheint die Sonne und das pralle Leben ist für Martin sichtbar. Überall sind kleinere und grössere Geschäfte. Martin hat den Eindruck als könne man alles kaufen. Für Johannes ersteht er einen Rosenkranz aus Bergkristall. Die Kette ist wunderschön und das kleine Silberkreuz fein ausgearbeitet. Philip kauft für Johannes eine Schreibfeder. Dem kleinen Francis kaufen sie ein Stofftier. Es ist ein kleines Lamm und es ist wunderbar weich.
Im Bischofspalast lassen sich die beiden anmelden. Gut gelaunt und miteinander plaudernd warten sie in dem Raum der ihnen zugewiesen wurde. Martin erklärt Philip dass er vorhat in Kingsbridge ein Frauenkloster zu eröffnen und wie er sich das Frauenkloster vorstellt. „Wir könnten auf der anderen Seite der Kirche das Zwillingskloster errichten. Die Frauen würden wir bei den Stundengebeten sehen. Sie würden dann von der Nordseite her die Kirche betreten, wir von Süden aus. Ansonsten sind es zwei Klöster die einfach nebeneinander her existieren. Wenn man von solchen Klöstern liest ist meist der Vorstand des Männerklosters auch gleichzeitig der Vorstand des Frauenklosters doch Bruder Matthias hat vorgeschlagen dass wir das Frauenkloster nicht an unseres angliedern sondern als selbstständiges Kloster gleichberechtigt mit eigener Piorin gestalten sollten. Ich würde seiner Idee gerne folgen." Philip lächelt weil sein Martin diese Idee mit einem innigen Eifer vorträgt als müsse er Philip erst noch überzeugen. Philip muss gar nicht überzeugt werden. Er hat längst selbst mit dem Gedanken gespielt ein Frauenkloster zu gründen. Der Bedarf ist einfach da. Noch können sie die Kinder gemeinsam im Waisenhaus aufziehen. Aber spätestens wenn die älteren Mädchen zur Frau werden benötigen sie eine Bleibe die nicht gerade die Gosse sein soll. Philip lässt die jungen Mädchen genau wie die Jungen lesen und schreiben lehren. Sie kennen die Stundengebete und die Messgesänge. Wieso sollte er ihnen keine dauerhafte Unterkunft gönnen. Als Martin ihn erwartungsvoll anschaut ob er nun ja oder nein sagt antwortet Philip: „Also Steine und Holz haben wir genug. Sollen wir das Kloster genau so gross wie unseres planen oder erst einmal kleiner?" Philip amüsiert sich dass er mit dieser Antwort seinen Martin aus dem Konzept gebracht hat. Er muss grinsen und Martin schlägt ihn gut gelaunt eine Hand gegen den Oberarm. „Du hättest ruhig früher sagen können dass du die Idee gut findest. Dann hätte ich mich nicht so ins Zeug gelegt dich zu überreden." beschwert sich Martin lachend. Philip greift sich Martins Hand und er streichelt sie sanft. „Im Ernst, sollen wir die Gebäude zunächst aus Holz bauen und später erweitern wenn wir wissen wie gross das Zwillingskloster werden muss?" Martin nickt und er will gerade zur Antwort ansetzen da öffnet sich die Tür und ein streng drein schauender Bischof Walleran kommt herein. Philip und Martin erheben sich um sich vor ihrem Bischof zu verbeugen. Philip bekommt die Hand des Bischofs entgegen gestreckt und er darf den Ring des Bischofs als Zeichen seiner Ergebenheit küssen. Der Bischof hält sich nicht gross mit Formalitäten auf. Er fragt direkt: „Prior Philip, wisst ihr weswegen ich euch her gerufen habe?" Philip schüttelt seinen Kopf und er sagt erstaunt: „Nein, Herr, das stand nicht in eurem Brief." Die gute Laune von eben ist noch in seinem Gesicht. Philip lächelt den Bischof freundlich an. Auch Martin schaut nicht ängstlich sondern lieb. Der Bischof seufzt. „Ich bedaure euch mitteilen zu müssen dass euer Bruder Francis verstorben ist. Er war zuvor der Hexerei angeklagt weil er den Sohn unseres guten Königs Stefan verführt und unsittlich berührt haben soll." Bischof Walleran schaut in Philips Gesicht. Dem frieren die Gesichtszüge ein und sein Lächeln verschwindet aus seinem Gesicht. Er greift sich ans Herz und er sieht aus als wolle er etwas sagen aber es kommt kein Ton aus ihm heraus. Neben Philip fängt es an zu schluchzen. Walleran schaut den kleinen Mönch an den er vor ein paar Jahren zum Priester geweiht hat. Der junge Mann sieht noch immer aus wie ein Knabe. Er hat die Hände vor seinem Mund und aus seinen schreckensgeweiteten Augen springen Tränen. „Oh, mein Gott!" stammelt der Kleine und er bekreuzigt sich. Dann geht er zu Philip und er umarmt seinen Prior. Kaum hat der jüngere seine Arme um den älteren geschlungen fängt auch Philip an zu schluchzen. Er weint zum Steineerweichen. Zunächst machen die beiden nichts anderes als sich weinend in den Armen zu liegen. Dann bringt Martin Philip wieder zu den Stühlen auf denen sie eben schon gesessen haben. Martin setzt Philip hin und er stellt sich hinter seinen Prior. Martin streichelt unablässig Philips Schultern und Philip schlägt seine Hände vors Gesicht. Martin fragt den Bischof demütig: „Würdet ihr uns von dem Prozess und Francis Tod berichten?" Der kleine fragt mit gebrochener Stimme und der Bischof erkennt keinen Falsch an Martin oder Philip. Sie sind in tiefer trauer und inzwischen bereut er dass er Francis der Hexerei verurteilt hat. Leise berichtet Walleran was er weiss. „König Stefan höchstpersönlich hat Francis der Hexerei angeklagt. Francis und der Prinz sind kurz zuvor inflagranti erwischt worden. Francis hat nach der höchstpeinlichen Befragung alles zugegeben und er wurde verurteilt im Feuer zu sterben. Doch dazu kam es nicht. Er ist vorher im Gefängnis verstorben. Ob er an seinen Wunden verstorben ist vermag ich nicht zu beurteilen. Bruder Georg hat berichtet dass er Francis noch die Beichte abnehmen konnte und er ihm die Sakramente gespendet hat." „Dann können wir also für Francis Seele beten?" fragt Martin bang. Philip lässt nun seine Hände sinken und er schaut den Bischof fast flehend an. Walleran nickt. „Ja, betet für Francis Seele. Es tut mir sehr leid was geschehen ist." Philip nickt dankbar, bekommt aber nach wie vor kein Wort heraus. Martin ist es der sich bei dem Bischof bedankt. Als der Bischof gehen möchte fragt Martin: „Hochwürden, darf ich noch eine bescheidene Bitte vortragen?" Walleran nickt weil ihm die beiden sehr leid tun. „Wir würden in Kingsbridge gerne ein Frauenkloster errichten. Sozusagen als Zwillingskloster zu unserem." Walleran zieht seine Stirn kraus. „Wieso das?" fragt er verwundert und Martin erklärt ihm dass bald die ersten Waisenmädchen vierzehn würden. „Wenn die Mädchen zu Frauen werden müssen sie unser Kloster verlassen. Wir würden den Mädchen gerne eine Zukunft in Gottes Haus anbieten." erklärt Martin und Philip nickt. „Ja, wir wollten es zunächst schlicht und einfach gestalten. Das Wohnhaus und die Wirtschaftsräume sollten sich als Fachwerkbauten an die Nordseite der Kirche schmiegen." sagt Philip leise. Walleran schaut den traurigen Prior an. Er nickt gütig und er sagt: „Nehmt es als Trost für euren Bruder." Walleran freut sich dass Philip ihm sogar ein dünnes Lächeln schenken kann. „Danke Hochwürden." sagt Martin und er verbeugt sich tief vor dem Bischof. „Werdet ihr heute bleiben oder sofort aufbrechen?" fragt Walleran. Martin schaut kurz zu Philip. Walleran erkennt nicht wie die beiden kommuniziert haben aber Martin erklärt ihm ihre Entscheidung. „Hochwürden, wir werden den Rückweg als Bussweg auf uns nehmen. Es ist zu spät als dass wir heute aufbrechen könnten. Wir wären dankbar wenn wir heute Nacht hier ein Quatier bekommen könnten. Morgen werden wir in Sack und Asche den Rückweg antreten. Wir werden für Francis beten." Philip nickt und er schaut den Bischof an. Der erlaubt es und er mustert die beiden von Kopf bis Fuß und er sagt: „ In Säcken steckt ihr ja schon. Die Asche werdet ihr heute Abend bei der Vesper erhalten." Dankbar verbeugt sich Philip und auch Martin verneigt sich ehrfürchtig. Während der Vesper zeichnet der Bischof Philip und Martin die Aschekreuze auf ihre Stirnen. Die beiden werden so als Büßende gezeichnet und sie nehmen die Busse gerne an. Als die beiden am nächsten Morgen zu Fuß den Bischofspalast verlassen merken sie nicht wie Walleran ihnen hinterher schaut. Er fragt sich warum Philip seinen Bruder nicht verteidigt hat, wieso er die Anschuldigung Francis sei ein Hexer sofort akzeptiert hat. Er hätte mit mehr Gegenwehr gerechnet. In dem Fall hätte er dem aufstrebenden Prior mit seiner überdimensionierten Kirche und seiner wachsenden Stadt seines Amtes entheben können. Doch als er so geknickt und traurig vor ihm stand hat er es nicht übers Herz gebracht dem Prior auch noch seinen Posten zu nehmen. Walleran hat es imponiert dass sie ihn um Erlaubnis gefragt haben ob sie für Francis Seele beten dürfen. So wiederspruchslos und demütig würde er sich gerne alle Äbte und Prioren wünschen die in seinen Ländereien ansässig sind. Walleran seufzt tief. Diesen kleinen Piester an Philips Seite wird er sich noch einmal genauer anschauen. Der kleine Kerl ist ein aufgeweckter Bursche. Damals als er ihn zum Priester geweiht hat hat er schon mit außergewöhnlichem Wissen geglänzt. Walleran wüsste gerne was noch in dem Kerlchen steckt und wieso er noch in Kingsbridge ist. Walleran nimmt sich vor in nicht allzuferner Zukunft dem Kloster und vielleicht auch der Stadt noch einmal einen Besuch zu erstatten.
