Als der König in Kingsbridge ankommt ist Philip entsetzt. Der König hat ein riesiges Gefolge dabei. Seinen halben Hofstaat hat er mitgebracht. Dazu noch seine Königin und deren Gefolge. Philip und Martin haben keine Ahnung wo sie die Menschenmassen unter bringen sollen. Für die Königin und ihren Hofstaat wird das Gästehaus geräumt. Bischof Walleran ist damit einverstanden dass er und seine Leute mit in das Kloster ziehen. Natürlich bekommt der Bischof den Priortshof. Die meisten Mönche müssen weichen. Nur einige wenige bleiben im Kloster. Die alten und gebrechlichen ziehen zu den Kindern ins Kinderheim. Francis und Jakob gehen mit ihnen. Sie werden helfen die alten zu versorgen. Einige der Mönche kommen in Kingsbridge bei freundlichen Bürgern unter. Alfred und Peter bei Alfreds Eltern. Matthias ebenso, denn Jake überlässt Matthias die Gästekammer seiner Eltern. Er geht mit Elias zu Aliena und ihrem Bruder Richard.
Philip und Martin sind den ganzen Tag auf den Beinen um die vielen Menschen unter zu bekommen. Die meisten Menschen aus des Königs Gefolge lagern zum Glück vor den Toren der Stadt. Dort entsteht eine riesige Zeltstadt. Sofort ist die Stimmung wunderbar. Die Menschen bereiten sich überall auf das kommende Fest vor. Die Häuser und Straßen werden geschmückt, die Plätze aufgeräumt und für das Fest eingerichtet. Zahllose Wimpel und Fahnen wehen im Wind und überall schlagen Händler und Kaufleute ihre Buden auf. Natürlich wollen die vielen Menschen auch versorgt werden und darum kommen die Bauern von nah und Fern um ihre Speisen in die Stadt zu schaffen. Am Abend sucht Martin nach Philip. Er sucht in der Kirche nach seinem Liebsten. Dort findet er nicht Philip. Eine fremde Frau, in edle Kleidung gehüllt kniet vor der Builder Maria und sie betet weinend das Ave Maria. Martin geht auf leisen Sohlen zu ihr und dann kniet er sich neben sie. Die Frau erschrickt, sie hat Martin nicht kommen hören. Barfuß machen seine Schritte ja auch kaum Geräusche auf dem Boden. Außerdem war sie ins Gebet versunken. „Was bedrückt dich?" fragt Martin sanft. Die Frau seufzt schwer und sie sagt: „Ich weiss es nicht. Aber ich glaube ich finde gerade meinen Frieden." Martin antwortet nicht. Er hört der Fremden einfach weiter zu und sie erklärt: „Seitdem der Herr mein Kind vor einem Jahr zu sich gerufen habe habe ich kaum etwas anderes getan ausser zu weinen. Mein Herz ist so schwer und ich komme mir vor als sei ich die einzige Frau auf der Welt die so schlimmes Leid ertragen muss. Doch die Mutter Gottes zu sehen die auch um ihr einziges Kind weint erleichtert mir meinen Schmerz. Ich weiss dass ich nicht alleine bin. Dass auch andere dieses Leid aushalten mussten." Die Frau wischt ihre Tränen ab. Martin kniet weiter stumm neben ihr und er wartet was die Fremde noch auf der Seele brennt. „Meint ihr es ist vermessen dass ich meine Trauer ablege und mein Herz wieder Freude tanken kann?" fragt sie Martin unvermittelt. Martin schaut zu ihr und er erkennt in ihren Augen dass sie wirklich lange gelitten haben muss. „Nein, Gott schenkt jedem Menschen eine Zukunft die fröhlich sein darf. Ich bin mir sehr sicher dass Gott dich liebt und dass er auch dein Kind liebt. Wenn es gestorben ist dann weiss Gott wie sehr es dein Herz zerreißt. Seins ist ebenfalls über dem Tod seines Kindes zerbrochen. Ich glaube dass es eurem Kind gut an der Seite unseres Gottes geht. Denn er liebt die Kinder." Die Fremde schaut Martin mit grossen Augen an. „So habe ich das noch nie gesehen." sagt sie leise. Martin versteht nicht was die Fremde meint und darum schaut er sie forschend an. Mit seinem gütigen Lächeln kommt sie der Frau vor als könne sie diesem jungen Mann all ihr Seelenschmerz anvertrauen. Das tut sie nun auch. Sie berichtet von dem Elend aus politischen Gründen mit einem Mann verheiratet worden zu sein den sie kaum kennt. Sie akzeptiert ihr Leben und ihre Rolle für einen Erben sorgen zu müssen. Doch wie soll sie einen Erben schenken wenn ihr das Kind stirbt? Martin lauscht lange den Sorgen der adligen Frau. Martin kennt sich ja sehr mit den Sorgen und Nöten der Mütter aus. Diese hier sind so gleich und doch so anders. Diese Frau ist auf die Rolle der Mutterschaft reduziert. Ihre einzige Aufgabe ist es ein Kind, besser noch einen Sohn zu gebären und das sollte überleben. Als Martin das herausgefunden hat da segnet er die fremde. Er segnet sie und prophezeit ihr dass sie einen Sohn empfangen wird und der wird überleben. Ihre Lebensfreude wird mit dem heutigen Tage zurück kehren und sie darf frohen Mutes in die Zukunft blicken. Um seinen Worten auch die nötige Kraft zu verleihen segnet Martin die Fremde in seiner englischen Gestalt. Um die Frau stahlt er hell und warm. Dazu seine tröstenden Worte schenken der Fremden Frieden. Als Martin gerade die Kirche mit der Frau verlässt kommt Philip gerade in die Kirche. Sie verabschieden sich von der Fremden und dann gähnt Martin herzhaft. Er streckt seine Arme weit von sich und Philip könnte Martin in dem Moment einfach nur knuddeln, so süß findet er den jüngeren. Er streichelt Martin über den Kopf und er sagt: „Na, müde?" Martin nickt. „Ja, lass uns schlafen gehen. Ich kann einfach nicht mehr." Philip fragt ratlos: „Wo sollen wir uns heute hin legen?" Alle verfügbaren Betten sind belegt. Martin gähnt noch einmal und er schlägt vor: „Bei den Schafen finden wir bestimmt einen Platz im Stroh." Sie gehen zum Stall aber dort haben sich einige Schäfer zur Ruhe gelegt. Es ist kein Platz mehr. Philip zieht Martin mit sich und sie gehen zu den Schweinen. Dort riecht es intensiver und darum sind dort auch nur die Bettler und das Lumpengesindel anzutreffen. Philip fragt freundlich ob sie denn in ihrer Mitte noch ein Plätzchen für zwei erschöpfte Menschen hätten. Die Bettler rücken zusammen und sie bekommen sogar etwas zu essen und zu trinken angeboten Philip und Martin nehmen dankbar Speis und Trank an. Sie segnen die anwesenden und die Mahlzeit und es wird ein richtiges Festmahl auch wenn das Essen aus den Futterrüben aus den Schweinetrögen besteht.
Philip und Martin schlafen bis zum Morgen. Das ist ungewöhnlich weil sie normalerweise pünktlich zu den Gebeten aufwachen. Doch in dieser Nacht hat Philip beschlossen dass keine Gebete stattfinden sollen. Die meisten Mönche hätten aus der Stadt zur Kirche gehen müssen. Das wäre ein zu grosser Aufwand gewesen. Philip hat also beschlossen dass sie erst wieder zur feierlichen Einweihung der Kirche zusammen kommen. Da der Bischof den Gottesdienst halten wird hat Philip keine Eile morgens aufzubrechen. Martin und er teilen sich noch das Frühstück mit den Bettlern. Eine der Frauen fragt Philip dreist: „Schlaft ihr zwei immer so eng umarmt? Ihr seht aus wie ein Liebespaar. Dürft ihr das?" Philip schaut die Bettlerin fragend an aber Martin lacht sein glockenreines Lachen. „Ist denn wie ein Liebespaar auszusehen deiner Meinung nach verboten?" fragt er gut gelaunt. Die Frau schaut scheel zu ihrem Mann und der sagt: „Frau, schämen sollst du dich. Die jungen Männer machen doch nichts verbotenes. Und wie jeder weiss hat selbst der Prior von Kingsbridge nichts gegen Gesellschaft im Bett." Zu den beiden Mönchen sagt er mit Zustimmung heischender Stimme: „Das stimmt doch, oder?" Philip seufzt und er antwortet zaghaft: „Ich denke schon dass das stimmt." Der Mann schaut seine Frau stolz an. „Also, Weib, wenn die hohen Herren zusammen schlafen dürfen dann dürfen es diese beiden netten Burschen ebenfalls." Philip grinst dem Mann zu. Martin entschuldigt sich ein wenig: „Mir war einfach Lausekalt heute Nacht. Wir haben ja noch nicht einmal eine Decke und mich an Bruder Philip zu wärmen erschien mir heute Nacht einfach ratsam." Die Bettler nicken alle zustimmend. Die Nächte sind schon kühl und jeder der eine Decke oder einen Mantel besitzt kann sich glücklich schätzen. Alle anderen können lebhaft nachfühlen was der junge Mann meint. Die beiden haben sich gestern Abend einfach in ihren dünnen, zerfetzten Kutten ins Stroh gelegt. Sie haben sich gegenseitig in die Arme geschlossen und sie waren schneller eingeschlafen als sonst irgendjemand anderes. Sie haben kein Messer im Gewand und auch sonst nichts von Wert. Doch sie haben sich gegenseitig gehabt und gehalten um sich zu wärmen. Dabei sah es ein bisschen so aus als würde sich der kleinere mit dem grösseren Mönch zudecken. Da die Bettler keinen Sinn darin gesehen haben diese beiden Bettelmönche auszurauben sind sie am nächsten Morgen wieder aufgewacht. Sie haben mit ihnen ihr Essen geteilt und sich über den Segen und die Gebete gefreut. Wer weiss wofür das gut ist.
Nach dem Frühstück gehen Philip und Martin zu den Fischteichen um sich die Nacht aus den Augen zu waschen und dann schlendern sie guten Mutes zu ihrer prächtigen Kirche. Die Sonne geht auf und es verspricht ein wunderbarer Tag zu werden.
Die Vorbereitungen für die Messe sind in vollem Gange. Als Philip und Martin endlich eintrudeln werden sie sofort von den Lakaien des Bischofs in Beschlag genommen. Sie würden die Messgewänder und den Abendmahlskelch suchen. Philip erklärt wo sich die Sachen befänden aber die jungen Männer druchsen herum. „Dort ist nur ein irdenes Gefäß. Wir suchen den Prunkkelch für die hohen Festtage." sagen sie beschämt. Philip schaut die jungen Männer erstaunt an und Martin sagt freundlich: „So etwas besitzen wir nicht. Wir sind ein Bettelorden." Martin schaut dabei so lieb dass die jungen Männer ihm sofort Glauben. Dennoch wehklagen sie sofort dass der Bischof erzürnt sein wird. „Habt ihr denn wenigstens ein seidenes Untergewand oder eine edle Albe? Oder ein Messgewand das diesem hohen Anlass genügt? Philip schüttelt seinen Kopf. Die jungen Männer tun ihm ein bisschen leid. Der Bischof ist es gewohnt prunkvoll aufzutreten. Philip ist es gewohnt schlicht aufzutreten. „Wir haben lediglich die Messgewänder aus Wolle. Meins hat mir Martin bestickt." erklärt Philip selig. Ihm gefällt sein Messgewand. Es ist wunderbar gleichmässig gewebt. Aus der Wolle ihrer Schafe. Das hatte er immer so genutzt, doch als sie dann einmal ein paar schwarze Lämmer besaßen hat Martin aus den dunklen Fäden wunderbare Verzierungen auf das Gewand gestickt. Außerdem hat er den ausgefransten Rand wieder versäumt. Philip ist immer sehr zufrieden wenn er dieses Gewand trägt. Es ist von Martin eigenhändig für ihn angefertigt worden. Wenn Philip dieses Messgewand trägt dann fühlt er sich als würde Martin ihn umarmen. Dass dieses Gewand nun auch dem Bischof genügen könnte ist allerdings undenkbar. Verwundert fragt Philip darum: „Hat denn der Bischof keins mit?" Er kann sich nicht vorstellen dass kein Messgewand in einer der vielen Truhen steckt die der Bischof mitgebracht hat. Die jungen Männer winden sich und sie müssen zugeben dass ihnen ein Missgeschick passiert ist. Ausgerechnet die Truhe mit dem Messgewand ist wohl daheim geblieben. Philip und Martin überlegen mit den Buschen fieberhaft woher sie denn nun an ein vernünftiges Gewand kämen. „Martin fragt zart: „Philip, meinst du des Königs persönlicher Prister hat ein wertvolles Messgewand das er verleihen könnte?" Philip zuckt die Schultern und er hält es für möglich. Zusammen mit den Burschen gehen sie zu dem Lager des Königs. Philip schreitet so selbstbewusst durch das Lager dass ihn niemand aufhält. Als er in das Zelt des Königs tritt und Stefan freundlich sein Anliegen vorträgt ist dieser sofort bereit die Gewänder seines Pristers zu verleihen. Erst später wird Stefan bewusst wie sehr seine Wachen versagt haben dass ein Haufen in lumpen gehüllter Männer bis in sein Zelt vordringen konnte. Er kann sich einfach nicht vorstellen dass jeder Wächter in dem abgerissenen Kerl der furchtbar nach Schweinestall gestunken hat den Prior von Kingsbridge erkannt hat. Man musste schon zwei mal hinschauen und am besten weg riechen.
Die königlichen Messgewänder sagen dem Bischof natürlich zu. Er findet sie wunderbar und angemessen. Natürlich fragt er sich welch wunderbaren Reichtum das kleine Kingsbridge besitzt um sich solch ein Kleinod an Kleidungsstück leisten zu können. Martin, der dem Bischof beim Ankleiden hilft klärt den alten Mann auf: „Es ist das Gewand des königlichen Priesters. Unseres hängt da drüben im Schrank." Walleran schaut in den Schrank aber dort hängt kein Messgewand sondern ein Lumpen. Ungläubig nimmt er den Fetzen aus dem Schrank und er breitet es aus. Entsetzt fragt er: „Und darin liest du die Messe?" Martin nickt. „Ja, wenn ich die Messe lese dann nutze ich dieses Gewand. Aber eigentlich gehört es Philip." Walleran schaut den jungen Priester vor sich mit zusammengekniffenen Augen an. „Und was tragen die anderen?" fragt er scharf. Martin zuckt die Schultern. „Alle benutzen es. Wir haben kein anderes. Das Messgewand von Prior James ist so dermassen in die Jahre gekommen dass es nicht mehr zu flicken war." Walleran gehen fast die Augen über. Da hat dieses Kloster nur ein einziges schäbiges Messgewand und das flicken sie bis es nicht mehr geht. „Ich denke ihr solltet euch ein anständiges Gewand zulegen, findest du nicht?" fragt er Martin und der schaut nachdenklich. „Nein, das brauchen wir nicht." sagt der kleine Mann schliesslich leise aber bestimmt. „Wir wollen die Aufmerksamkeit der Menschen nicht auf unsere wertvolle Kleidung oder unser hübsches Äusseres legen. Wir finden es wichtiger dass die Menschen uns zuhören was wir über Gott zu sagen haben. Walleran lacht. „Stinkst du darum zum Gotterbarmen? Dass dich nachher keine Maid wegen deines hübschen äusseren zum Tanz auffordert?" Martin schaut den gut gelaunten alten Mann ernst an. „Nein, ich rieche weil ich im Schweinestall übernachtet habe. Draußen war es zu kalt." sagt er schlicht. Walleran nickt und er schaut sich den königlichen Kelch an. Er ist beeindruckt von der kunstvollen Ziselierung und den wertvollen Steinen. Martin stellt ehrfurchtsvoll einen Tonkelch in den Schrank. Walleran hört wie sich Martin bei dem einfachen Gefäß entschuldigt heute nicht genutzt zu werden. „Redest du mit dem Tonkelch?" fragt Walleran erstaunt. Martin zuckt mit seinen schmalen Schultern. „Wenn ich er wäre wäre ich traurig ausgerechnet heute ersetzt zu werden. Es ist seine Kirche, wir benutzen ihn seit dem die alten Gefäße verbrannt sind. Er hat uns in der verbrannten Kirche gedient, als wir die Kirche abgebrochen hatten und praktisch unter freiem Himmel die Messe gefeiert haben und nun die ersten Messen in der neuen Kirche. Dass er die Einweihung nicht mitfeiern darf dürfte ihn traurig machen." „Ein Tonkrug hat keine Gefühle." sagt Walleran erstaunt. Er schaut in ein trauriges aber sanft lächelndes Gesicht. Dann fällt es ihm wie Schuppen aus den Augen. Martin meint nicht den Krug! „Wo ist eigentlich Philip?" fragt Walleran scharf. Martin sagt leise: „Er schmückt den Altar mit Blumen." Walleran rauscht aus der Sakristei und er sieht den Prior die niederen Küsterdienste verrichten. „Bruder!" ruft Walleran laut so dass Philip ihn unvermittelt ansehen muss. „Ich möchte dass du diese Kirche einweihst. Es ist deine Kirche und dein Fest. Ich werde sehr gerne zugegen sein aber es sollte in deinem Sinne, im sinne deines Klosters und im Sinne von Kingsbridge gefeiert werden. Los, zieh dich um und lass Martin den Altar weiter vorbereiten." Philip schaut den Bischof mit offenem Mund staunend an. Martin saust lächelnd zu Philip und er schiebt ihn Richtung Sakristei. „Los, beeil dich. Die ersten Besucher kommen schon." flüstert er seinem Liebsten zu. Philip ist wie vor den Kopf gestossen. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel und wieso hat Martin ihren Abendmahlskelch dabei wo sie doch den wertvollen vom König geborgt haben? Philip betritt die Sakristei. Er holt sein Messgewand aus dem Schrank und hängt es an die Tür. Als er seine Kutte ausgezogen hat und in seiner dreckigen Albe vor dem prächtigen Bischof steht schämt er sich schon ein bisschen. Eigentlich wollten er und Martin sich noch eine neue besorgen doch sie waren etwas spät dran und Matthias hatte keine mehr in ihrer Grösse. Martin kommt etwas abgehetzt in die Sakristei und er hilft Philip wie er es jeden Sonntag zu tun pflegt. Er kleidet Philip ehrfurchtsvoll ein und dann zieht er sich selbst um um in der Messe zu dienen. Es kommen natürlich noch einige Novizen und auch die Jungen aus dem Waisenhaus sind stolz an einem so hohen Fest mit dienen zu dürfen. Martin versammelt die aufgeregten Kinder und er spricht für die Kinder ein Gebet. Walleran staunt wie ernst selbst die jüngsten sind. Dann werden alle der Grösse nach sortiert und sie bekommen unterschiedliche Dinge in die Hand. Einige tragen Schellen, andere Weihrauchgefässe und Fahnen. Dann ziehen sie feierlich ein. Der Bischof reiht sich neben Philip ein und er schüttelt belustigt seinen Kopf. „Was erheitert euch?" fragt Philip erstaunt. „Ihr stinkt genauso wie euer junger Priester. Wollt ihr euch damit auch die holde Weilblichkeit vom Leib halten, später beim Fest?" Philip schüttelt entsetzt seinen Kopf. „Nein! Ich habe nur im Schweinestall übernachtet weil es draussen zu kalt war." sagt er und wundert sich was der Bischof wohl meint. Philip hat noch nie Probleme damit gehabt dass ihn irgendeine Frau angeschaut hat. Mehr als den Prior sehen sie in ihm zum Glück nicht. Der einzige Mensch der sein Auge entzückt ist gar keiner und er läuft direkt vor ihm her. Völlig aus dem Konzept gebracht kommt Philip im Altarraum an. Er ist Martin unendlich dankbar dass der wie selbstverständlich den Gottesdienst eröffnet als er bemerkt dass Philip dazu gerade nicht in der Lage ist. Der Bischof bewundert die beiden Männer die wie ein eingespieltes Team die Gemeinde durch diesen Gottesdienst führen. Als hätten sie Ewigkeiten gehabt um dieses Fest zu planen wirkt es auf Walleran. Walleran bemerkt auch wie gut sich die beiden ergänzen und selbstverständlich füreinander da sind wenn einer gerade etwas nicht kann. So wird auch die Predigt eher ein Dialog zwischen den beiden. Walleran hat so etwas noch nie gehört und es gefällt ihm ausserordentlich gut.
Ihm selbst wird die Ehre zuteil die Reliquie in ihren Schrein zu legen. Walleran ist erstaunt dass sie tatsächlich die Marienstatue zerschnitten haben um einen Schrein aus ihr zu machen. Der ausladende Mantel der Maria ist nun durch ein Glas ersetzt worden das Jake und Alfred für das heilige Stück Stoff offen halten. Walleran legt die Reliquie hinein und begleitet von edlem Gesang wird die heilige Handlung vollzogen. Walleran fühlt wie er in diesem Moment den Himmel hören kann. Sein Herz wird von einer inneren Ruhe ergriffen die er noch nie gespürt hat. Als er sich umschaut sieht er dass der Knabenchor und die Novizen singen. Walleran wundert sich wie diese halbwüchsigen solch himmlische Töne von sich geben können.
