H A R P E R
Schon als ich am Morgen die Augen aufschlug, spürte ich dieses unangenehme Stechen in der Brust. Heute war es soweit, heute würden wir Elliott von unserer Trennung erzählen.
Ich musste an den Tag denken, an dem ich Daniels Gespräch mit seinem Trainer mitbekommen hatte, das den Stein endgültig ins Rollen gebracht hatte. An diesem Tag war ich an genau dieser Stelle aufgewacht, hatte im Bett gelegen und mich gefragt, ob Elliott meinen Freund bald Dad nennen würde und wie sehr mich das freuen würde.
Das alles war jetzt nicht mehr als eine schmerzhafte Erinnerung, die einen sauren Nachgeschmack auf meinem Gaumen hinterließ.
Überrascht zuckte ich zusammen, als hinter mir Elliotts Stimme erklang und drehte mich auf dem Absatz um.
Fragend schaute ich meinen Sohn an.
"Und, sauber?"
Stolz öffnete er den Mund, damit ich seine geputzten Zähne kontrollieren konnte und ich nickte zufrieden.
"Sehr gut, die glänzen ja förmlich Krümel. Wollen wir jetzt ins Wohnzimmer gehen?"
Elliott nickte und wir gingen in den Nebenraum, wo Daniel bereits auf dem Sofa sitzend auf uns wartete. Nervös nahm ich neben ihm Platz und klopfte uns gegenüber auf den gepolsterten Hocker, auf den mein Sohn sich brav fallen ließ.
"Daniel und ich wollten mit dir über etwas reden, Krümel", begann ich unsicher und schaute Hilfesuchend zu meinem Freund.
Wie um Himmels Willen sollten wir das denn sagen?
Welche Worte waren die richtigen?
"Du weißt ja, dass ich deine Mum sehr gern hab und sie mich auch. Aber manchmal... manchmal reicht das nicht aus, um zusammen glücklich sein zu können. Mein Job ist sehr anstrengend und nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, aber ich hätte gerne viel mehr Zeit für euch.
Nur geht eben... Beides gleichzeitig geht nicht."
Elliott sah uns verwirrt an und hatte keinen blassen Schimmer, worauf wir hinauswollten.
Sanft sah ich ihn an.
"Du weißt doch, dass Theo uns lieb hat. Trotzdem ist er ausgezogen und das hatte überhaupt nichts damit zu tun, wie doll er uns lieb hat. Mit Daniel ist es so ähnlich.
Er hat uns sehr lieb, aber er hat auch seinen Job sehr gern und möchte noch viel erreichen. Und ich hab meinen neuen Job, du hast die neue Schule, das sind viele besondere Dinge, für die man sich Zeit nehmen sollte", versuchte ich zu erklären und schaute dann wieder zu Daniel.
Ich würde die entscheidenden Worte beim besten Willen nicht über die Lippen bekommen. Mein Sohn saß mit großen Augen vor uns und schaute fragend vom einen zum anderen, ich konnte sein wunderschönes kleines Herz nicht brechen, indem ich ihm sagte, dass Daniel kein Teil mehr seines Lebens sein würde.
"Buddy, deine Mum und ich werden uns trennen", sagte mein Freund mit ruhiger, ernster Stimme und ich starrte Elliott angespannt an.
Begriff er die weitreichenden Konsequenzen dieser Aussage?
"Trennen? So wie die Eltern von Jason?"
Ich nickte schwach.
"Ja, so wie die Eltern von Jason."
"Aber... die Eltern von Jason hatten ganz viel Streit und hatten sich nicht mehr lieb."
Ich schluckte hart und bemühte mich, die Tränen zurückzuhalten, die stechend hinter meinen Augen saßen.
"Ich weiß. Aber es gibt viele verschiedene Gründe dafür, wieso Menschen sich trennen. Manchmal lieben sie sich nicht mehr, manchmal streiten sie sich ganz viel und manchmal... manchmal lieben sie sich, aber es gibt einfach zu viele Dinge, die dagegen sprechen.
Ich möchte, dass Daniel sich auf seine Karriere konzentriert und nochmal alles geben kann und wir beide, du und ich, wir werden uns in Woking ein neues Leben aufbauen und jeder wird irgendwann irgendwie glücklich werden, nur..."
DU LIEST GERADE
Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)
FanfictionBerühmt, beliebt und rasend schnell. Daniel Ricciardo gilt in der Formel 1 als herausragender Overtaker und abseits der Rennstrecke als Sonnenschein und Stimmungsaufheller. Zur Saison 2021 wechselt er zu McLaren, doch er findet sich langsamer zurech...
