it's not fair

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H A R P E R

Als Daniels Auto vor mir hielt, warf ich einen letzten Blick auf das Gebäude hinter mir, dann öffnete ich die Tür, stieg ein und knallte sie hinter mir zu.

Mitleidig sah mein Freund mich an, doch ich schüttelte leicht den Kopf. Die Scheiben waren zwar verdunkelt, aber sollte doch irgendjemand durch die Frontscheibe hineinschauen, würde ich demjenigen nicht die Genugtuung gönnen, mich weinen zu sehen.

Daniel verstand mich sofort, startete den Motor und fuhr vom Parkplatz und erst als er sich in den schwachen Mittagsverkehr einsortiert hatte, ließ ich die erste Träne über meine Wange laufen.

"Es ist so unfair", murmelte ich bitter und spürte den besorgten Blick meines Freundes auf mir.

"Was genau ist passiert?"

"Sie hat die Bilder und Kommentare im Internet gesehen und dass ich früher mal mein Geld damit verdient habe mit fremden Männern zu schlafen, ruiniert anscheinend den Ruf der Firma. Aber eigentlich wollte Mrs. Frier mich sowieso feuern, weil ich mich durch meine zweiwöchige Krankschreibung als unzuverlässig erwiesen habe."

"Was? Das kann sie einfach machen?"

"Leider ja, denn sie hat Recht. Ich hatte schon zwei Verwarnungen und ob die dritte jetzt mein schlechter Ruf oder der kurzfristige Ausfall war, kann ich mir wohl aussuchen."

Ich zuckte die Schultern und presste die Lippen aufeinander, während Daniel sich damit noch nicht abfinden wollte.

"Aber das kann doch nicht legal sein. Für die Krankschreibung konntest du nichts, du hast es dir ja nicht ausgesucht ins Krankenhaus zu müssen. Und dass dein Ruf gerade so leidet, hast du selbst nicht gewollt. Dich deswegen zu feuern ist echt unfair."

Er seufzte leise, dann fügte er hinzu: "Aber irgendwie bin ich auch froh, dass du da nicht mehr arbeitest. Deine Chefin war ein Monster und hat dich total ausgenutzt."

"Stimmt, aber sie war es auch, die mich trotz minimaler Arbeitserfahrung eingestellt hat. Zwar lag das unter anderem daran, dass niemand anders sich auf die Stelle beworben hat, weil sie nicht angemessen bezahlt wird, aber trotzdem.
Sie hat mir die Chance auf meinen ersten richtigen Job als Sekretärin gegeben, aber ein gutes Arbeitszeugnis werde ich von ihr wohl nicht bekommen."

Verlegen schaute Daniel mich an, dann fragte er: "Was hältst du davon, wenn ich Zak mal frage, ob sie bei McLaren noch nach jemandem suchen? Dann könnte er vielleicht ein gutes Wort für dich einlegen."

Unsicher erwiderte ich seinen Blick und zuckte die Schultern.

"Eigentlich will ich keine Hilfe annehmen müssen, aber ich brauche wirklich dringend einen neuen Job. Also ja, es wäre nett, wenn du ihn fragen könntest. Sobald wir zu Hause sind, werde ich trotzdem schonmal im Internet anfangen nach Stellen zu suchen und mich zu bewerben."

"Das klingt doch nach einem vernünftigen Plan", sagte Daniel lächelnd, dann legte er seine Hand auf meinen Oberschenkel und ich legte meine auf seine und lächelte ebenfalls.

Als wir schließlich in der Wohnung ankamen, setzte ich mich sofort an den Laptop und begann nach freien Stellen zu suchen während Daniel die Wäsche fertig zusammenlegte und die nächste Ladung in die Maschine schmiss. Dann fuhr er los, um Elliott abzuholen und ich kochte in der Zwischenzeit, sodass wir gemeinsam zu Mittag essen konnten.

Mein Sohn war natürlich überrascht, dass ich zu Hause war, aber ich erklärte ihm einfach wie es war, nämlich dass ich meinen Job verloren hatte und jetzt nach einem neuen suchte. Er versuchte mich mit einer festen Umarmungen und einem Küsschen zu trösten, dann begannen wir zu Essen und redeten und lachten währenddessen jede Menge.

Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt