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H A R P E R

Der Rückflug verlief nicht ganz so angenehm wie der Hinflug. Elliott war erschöpft von all den Eindrücken des Wochenendes und hatte schlechte Laune, weil diese Zeit nun vorbei war und ich ertrank bereits jetzt in Arbeit, die Mrs. Frier mir für morgen angekündigt hatte.

Zu allem Übel bekam ich im Laufe des Nachmittags Kopfschmerzen und als wir endlich wieder zu Hause waren, stellte ich fest, dass es einen Stromausfall gegeben haben musste, dem auch der Kühlschrank zum Opfer gefallen war. Die wenigen Dinge, die sich darin befunden hatten, musste ich wegschmeißen und fragte mich gleichzeitig, von welchem Geld ich neues Essen kaufen sollte, denn meinen nächsten Gehaltsscheck mitsamt dem Bonus für meine gute Arbeit von Mr. Davis würde ich erst am Monatsende erhalten und bis dahin war es noch über eine Woche.

Zu meiner grenzenlosen Erleichterung freute sich Lauren so sehr über unsere Rückkehr, dass sie für uns kochte, um uns willkommen zu heißen und während sie das tat, konnte ich mich ein wenig ausruhen. Anschließend aßen wir zu dritt in ihrer Wohnung und Elliott erzählte ihr mit glänzenden Augen von all den Dingen, die in den letzten Tagen passiert waren.

Danach entschied ich, dass es für meinen Sohn Zeit fürs Bett wurde, bedankte mich bei Lauren und wir kehrten in unsere eigene Wohnung zurück.
Während Elliott sich im Badezimmer fertig machte, räumte ich eilig unseren Koffer aus und die ungenutzten Klamotten in seinen Schrank. Sobald er aus dem Bad kam und sich in sein Bett legte, schnappte ich mir das Harry Potter Buch, das ich vorhin schon ausgepackt hatte und las ihm weiter daraus vor bis er einschlief.

Leise seufzend klappte ich das Buch zu und musterte meinen schlafenden Sohn, dann schaltete ich das Nachtlicht aus und verließ sein Zimmer. Im Wohnzimmer ließ ich mich auf die Schlafcouch fallen und rieb mir die Schläfen.

Noch immer hatte ich Kopfschmerzen und war fix und alle, aber es wartete auch noch ein Haufen Arbeit auf mich, den ich für morgen vorbereiten musste. Also quälte ich mich mit meinen Unterlagen und dem Laptop an den Küchentisch und versuchte so viel wie möglich von dem riesigen Aufgabenberg abzuarbeiten.
Wie ich irgendwann mit meinem Kopf auf den Akten einschließlich, bekam ich nicht mehr mit.

~~~

Irgendwo erklang ein Klingeln, das mich zusammenzucken ließ. Verwirrt öffnete ich die Augen und schaute mich um, stellte fest, dass ich in der Küche war und erinnerte mich auf einen Schlag daran, warum ich hier saß.

"Shit, shit, shit!", entfuhr es mir panisch und ich tastete meine Hosentaschen nach meinem Handy ab, das mich geweckt hatte.

Mein Herzschlag verdoppelte sich gleich nochmal, als ich den Namen auf dem Display sah. Es war nicht etwa mein Wecker, der mich aus dem Schlaf gerissen hatte, sondern Mrs. Frier und das war auch kein Wunder, denn es war bereits halb neun und ich erschien normalerweise spätestens um acht im Büro.

Kurz spielte ich mit dem Gedanken, einfach nicht dranzugehen, aber das würde mein Problem auch nicht lösen.
Also blieb nur eine Möglichkeit.
Ich sprintete ins Wohnzimmer und legte mich auf die Schlafcouch, dann ließ ich meinen Kopf an der Bettkante nach unten hängen, damit meine Stimme nasaler und kranker klang und nahm den Anruf entgegen.

"Ja?", fragte ich in einem möglichst leidenden Tonfall.

"Wo verdammt nochmal stecken Sie, Ms. Sanders?"

"Mrs. Frier? Tut mir Leid, ich... ich muss mir am Wochenende irgendwas eingefangen haben. Ich muss mich schon seit Stunden dauernd übergeben."

Zum Beweis täuschte ich ein Würgen vor und zu meiner Überraschung schien das ganze zu funktionieren. Ich konnte mir den angeekelten Gesichtsausdruck meiner Chefin beinahe vorstellen, als sie sagte: "Morgen sind Sie wieder hier, sonst können Sie sich einen neuen Job suchen."

Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt