D A N I E L
Ich war geschockt, besorgt, überfordert und es tat mir im Herzen weh, Harper so zu sehen.
Als sie vorhin in die Garage gekommen war, hatte ich sofort gespürt, dass etwas nicht stimmte. Ein Blick zu Lando hatte gereicht und er hatte Elliott abgelenkt, während ich Harper in meinen Driver's Room gebracht hatte, um sich zu beruhigen. Wie ich auf das mit den Buchstaben auf dem Rücken gekommen war, wusste ich jetzt schon nicht mehr, obwohl es erst wenige Minuten her war.
Jetzt schwiegen wir und ich fragte mich, was als nächstes passieren würde. So wie ich Harper kannte, würde sie es als nichts abtun und es verdrängen.
Aber war eine Panikattacke nicht immer ein Zeichen dafür, dass Gefühle an die Oberfläche mussten, die zu lange unterdrückt worden waren?
Fragend sah ich sie an.
"Hattest du vorher schonmal eine Panikattacke?"
Die Brünette schüttelte schwach den Kopf, wobei ich feststellte, dass ihre Hände noch immer zitterten. Sofort nahm ich sie in meine und erschrak als ich bemerkte, wie kalt ihre Finger waren. Auch die Blässe im Gesicht stand ihr nicht gut und ließ sie furchtbar zerbrechlich erscheinen.
"Ich denke wir sollten über das reden, was gerade passiert ist. Über den Auslöser", sagte ich vorsichtig, doch Harper schüttelte wieder leicht den Kopf.
"Ich kann nicht darüber reden. Ich will es einfach vergessen", hauchte sie und als ich hörte, wie ihre Stimme mitten im Satz brach, brach auch mein Herz.
Ich hatte schon lange geahnt, dass Harper viel Schmerz mit sich herumtrug, aber ich hatte nicht im Traum daran gedacht wie viel es wohl sein musste, das sie Tag für Tag zu verschlingen drohte.
Entschlossen und zugleich sanft sah ich sie an.
"Wir sollten trotzdem darüber reden. Es jetzt runterzuschlucken wird auf kurz oder lang nur dazu führen, dass du wieder eine Panikattacke hast. Ich bin für dich da, okay? Oder wenn du lieber mit jemand anderem reden willst, dann hole ich jemand anderen. Nur bitte friss es nicht in dich rein."
Flehend sah ich sie an und für ein paar Sekunden starrten wir uns einfach nur in die Augen, dann sah ich, wie ihr Blick sich klärte und ihre Miene vollkommen ausdruckslos wurde.
Die letzte Tränen tropfte von ihrem Kinn und ich wusste, dass sie sich eingeschlossen hatte. Sich und diese unbändigen Gefühle, die gerade auf einen Schlag aus ihr herausgeplatzt waren.
Traurig sah ich sie an und schüttelte schwach den Kopf.
"Nein", flüsterte ich flehend, obwohl ich innerlich bereits wusste, dass es zu spät war, "Bitte nicht."
Doch Harpers Blick blieb starr und wie eingefroren und schließlich stand sie ruckartig auf und hielt mir ihre Hand hin, um mir aus der Hocke nach oben zu helfen. Ich ließ es geschehen, dann standen wir einige Sekunden lang einfach nur schweigend in meinem Driver's Room und sahen uns an.
Da waren keine Gefühle mehr in Harpers Augen, kein Funkeln, kein gar nichts. Nur eine kalte Leere, die mir eine Gänsehaut bescherte und der Beweis dafür war, dass sie sich vollständig in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hatte.
"Wie viele Leute haben mich vorhin gesehen?", fragte sie tonlos und ich musste kurz überlegen bevor ich verstand, dass sie die Leute in der Box meinte, die sie kurz vor der Panikattacke gesehen hatten.
Ich schluckte.
"Einige. Aber ich denke nicht, dass irgendwelche Kameras was aufgenommen haben."
Sie nickte und verzog nachdenklich das Gesicht, während sie sich mit den Fingern die letzten Tränen wegwischte, die noch unter ihren Augen hingen.
"Okay, das ist nicht besonders gut, aber lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Wenn wir beide so tun, als sei nichts passiert, werden sie es schnell vergessen."
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Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)
FanfictionBerühmt, beliebt und rasend schnell. Daniel Ricciardo gilt in der Formel 1 als herausragender Overtaker und abseits der Rennstrecke als Sonnenschein und Stimmungsaufheller. Zur Saison 2021 wechselt er zu McLaren, doch er findet sich langsamer zurech...
